Hohe Auszeichnung : Ein Leben für die Natur

Umweltminister zeichnete Peter Volz aus Osterbrücken mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik aus.

Im zarten Alter von fünf Jahren war Peter Volz mit seinem Großvater in der Natur unterwegs und interessierte sich dafür, was da keuchte und fleuchte. 68 Jahre später ehrte Saar-Umweltminister Reinhold Jost (SPD) den Osterbrücker mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik (Verdienstkreuz am Bande) während einer Feierstunde im St. Wendeler Landratsamt. „Es ist mir eine außerordentliche Freude, heute eine Person ehren zu dürfen, die wie kaum eine andere in unserem Land ihr Leben der Natur verschrieben hat“, sagte Laudator Jost.

Erste ehrenamtliche Aufgaben übernahm Volz im Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in seinem Heimatort Osterbrücken. 1975 gründete er den Bund Naturschutz Ostertal (BNO) und war bis 2002 Vorsitzender der Naturschutzgruppe. 13 Jahre verantwortete Volz die Jugendarbeit des Deutschen Bundes für Vogelschutz (Landesverband Saarland) und bekleidete 15 Jahre den Posten des Kreisvorsitzenden. Ab 1970 fungierte er als Naturschutzbeauftragter zunächst für Osterbrücken und von 1974 an für die Kreisstadt St. Wendel. Zahlreiche Ehrungen wie unter anderem der Nabu-Froschkönig (2003) oder die Bundesverdienstmedaille (1996) sind dem 73-Jährigen im Laufe der Jahre bereits zuteil geworden. „Peter Volz hat sein Hobby zum Beruf gemacht, und nach dem Beruf blieb das Hobby“, meinte der Minister. Denn der gelernte Hochbautechniker Volz stieg 1975 bei der oberen Naturschutzbehörde im Umweltministerium ein und war bis 2004 im Landesamt für Umweltschutz tätig. Auch mit dem berühmten Tierfilmer Heinz Sielmann und dessen Kamerateam war Volz im Ostertal unterwegs. „Peter Volz hat viele bedeutende Naturschutzprojekte im Ostertal angestoßen, teilweise selbst durchgeführt oder daran mitgewirkt“, sagte Jost. Zwei davon sind für Volz besonders wichtig. „Die Renaturierung der Oster und der Einzug der Weißstörche in Werschweiler“, unterstrich Volz.

Die Ausweisung der Schutzgebiete haben rückblickend eine große Bedeutung für ihn, und mit der allgemeinen Entwicklung im Umwelt- und Naturschutzschutz zeigt er sich zufrieden. Positiv sieht Volz auch die Fridays-for-Future-Bewegung, die sich für Klima- und Umweltschutz einsetzt. „Sie siedeln nur zu viel oben an, unten am Boden, bei den Insekten, sollte es losgehen“, meinte Volz. Zu seinen aktuellen Aufgaben als Naturschutzbeauftragter gehört es zudem, die Öffentlichkeit zu informieren, mit Landnutzern über Fehlentwicklungen zu reden und Umweltvergehen aufzudecken. „Dabei zeichnet ihn aus, dass er nicht auf Krawall gebürstet ist, sondern lösungsorientiert diskutiert und verhandelt“, lobte Jost. Gleichwohl habe dies ihm nicht nur Ehre, sondern manches Mal Anfeindungen eingebracht, bis hin zu persönlichen Drohungen.

„Nichts, aber auch gar nichts wäre gelaufen, wenn meine Frau Gertrud nicht mitgespielt hätte. Sie hat mich unterstützt und bei Misserfolgen, wenn ich am Boden zerstört nach Hause kam, wieder aufgerichtet“, berichtete Volz. Doch er ließ sich von nichts abschrecken und stellte sein Wirken immer in den Dienst der Natur. „Fünf Jahrzehnte lang währendes Engagement für den Naturschutz, einhergehend mit so zahlreichen sichtbaren Erfolgen, lassen Peter Volz geeignet erscheinen, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet zu werden“, betonte Jost.Dem sei nichts hinzuzufügen.

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