Verantwortung für alle Lebenslagen

Verantwortung für alle Lebenslagen

Er spricht von einer ganz spannenden Aufgabe mit viel Verantwortung. Die Rede ist von Stephan Kolling, CDU, aus Winterbach. Seit November ist er Staatssekretär im saarländischen Sozialministerium. Im SZ-Redaktionsgespräch berichtet der 42-Jährige über seine neue Aufgabe.

"Im Marienkrankenhaus St. Wendel wird eine Hauptfachabteilung Geriatrie eingerichtet. Wir wollen damit die altersmedizinische Versorgung der Menschen in der Region wohnortnah verbessern." Diese Nachricht brachte Stephan Kolling bei seinem Besuch in der St. Wendeler SZ-Lokalredaktion mit. 25 stationäre Betten werden laut Kolling ab 1. Juli eingerichtet, hinzu kämen fünf Tagesplätze. Schon jetzt gibt es am Marienkrankenhaus eine Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation. Ab Juli werde damit die Versorgung bei Erkrankungen ältere Menschen noch besser abgestimmt, ist sich Kolling sicher.

Seit 15. November ist der Winterbacher Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und damit die rechte Hand von Ministerin Monika Bachmann . Zuvor war er seit 2011 Direktor des Landesamtes für Soziales mit rund 250 Mitarbeitern. Vor 15 Jahren habe er zunächst als Justiziar im Sozialministerium gearbeitet, war später Büroleiter und stellvertretender Abteilungsleiter. Der 42-Jährige kennt also das Ministerium bestens.

Was aber macht ein Staatssekretär? "Er ist der klassische Amtschef", sagt Kolling, "er leitet die Verwaltung und ist der ständige Vertreter der Ministerin." 480 Beschäftigte hat das Ministerium.

Das ist für eine ganze Bandbreite von Themen zuständig, wie schon der Name Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sagt. Da geht es um die Krankenhausplanung ebenso wie um die Hilfe für Flüchtlinge, die Betreuung von Behinderten, die Ausbildung von Ärzten und Menschen in Gesundheitsberufen. Und, und, und. "Das Sozialministerium ist das Ministerium, das mit allen Menschen im Saarland zu tun hat, von der Geburt bis zum Tod", sagt Kolling. "Deshalb ist meine Aufgabe eine ganz spannende mit viel Verantwortung." Denn alle Entscheidungen hätten Auswirkungen auf die Menschen.

Für Kolling ist der Landkreis St. Wendel ein wichtiger Partner. Denn gleich mehrere Modellvorhaben habe man in der Region durchgeführt oder plane diese. So werde untersucht, wie es um die pflegerische Versorgung der Menschen im St. Wendeler Land bestellt ist, vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Hier erwartet Kolling Handlungsempfehlungen für die kommenden Jahre.

Bei einem Demenz-Projekt werden ebenfalls die Versorgungsstrukturen analysiert, Verbesserungen ausgearbeitet. Den Pflegestützpunkt hält Kolling für ein ganz wichtiges, zentrales Angebot. Hier plane man eine intensivere Wohnraumbetreuung.

Aktuell ermittele man den Bedarf an stationären Hilfen für behinderte Menschen in einem Pilotprojekt in Neunkirchen und St. Wendel . Klar ist schon jetzt: Die Nachfrage steigt.

Auch bundesweit gehen nach Angaben des Staatssekretärs Initiativen vom saarländischen Sozialministerium aus. Zum Beispiel bei den Pflegeberufen. Hier müsse die Nachwuchsgewinnung ausgebaut werden. Statt den drei Berufen des Krankenpflegers, des Kinderkrankenpflegers und des Altenpflegers hält Kolling eine einzige generalisierte Ausbildung zur Pflegefachkraft für den richtigen Weg. Mit der Möglichkeit, darauf aufbauend zu studieren. Da müssen aber auch die anderen Bundesländer mitmachen.

Ob im Gesundheitswesen, in der Sozialpolitik, bei der Hilfe für Familien und Kindern, in der Flüchtlingspolitik, eine wichtige Aufgabe sieht Kolling darin, die verschiedenen Angebote besser zu vernetzen. Da führe er viele Gespräche: "Ich mache das gerne, ich bin gerne viel unter den Menschen."

Mit der neuen Aufgabe habe sich sein Leben deutlich geändert, so der Staatssekretär. Für Hobbys wie Joggen und Tennisspielen bleiben dem Winterbacher wenig Zeit. Kolling ist verheiratet, hat eine Tochter. Seit 25 Jahren ist er CDU-Mitglied, zwei Jahre zuvor ist er in die Junge Union eingetreten.

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