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Veranstaltungsreihe zu Ehren von Herzogin Luise in St. Wendel

Veranstaltungsreihe neigt sich dem Ende entgegen : Auf Luises Spuren in St. Wendel

Ob es nun die Plakate sind, die über der Fußgängerzone hängen, die Bronzestatue, welche die Passanten am alten Rathaus grüßt oder die vielfältigen Veranstaltungen: An Herzogin Luise kommt in St. Wendel dieser Tage niemand so schnell vorbei.

Und das mit Absicht. Denn in einem Jahr, in dem die Welt anlässlich seines 200. Geburtstags den Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, den Ehemann der englischen Königin Victoria, feiert, ehrt die Kreisstadt dessen Mutter. Jene Frau, die einst von ihrem Gatten nach St. Wendel verbannt wurde und doch hier ihr Glück fand. Jene Frau, die als Stammmutter der Windsors gilt.

Als im vergangenen Jahr die Vorbereitungen für die Veranstaltungsreihe bereits liefen, beschloss Bürgermeister Peter Klär (CDU), nicht nur die Menschen hier, sondern auch die Queen höchstpersönlich auf „Herzogin Luise – die Vorfahrin der Windsors in St. Wendel“ aufmerksam zu machen. Auf edlem Papier schickte er eine Einladung zur Eröffnungsfeier nach London. Und er bekam prompt Antwort. Das Schreiben mit dem Wappen des Buckingham Palace hat Matt Magee, der erste Privatsekretär der Königin, verfasst (wir berichteten). Darin ließ sich die Queen entschuldigen. Es sei ihr nicht möglich, an der Feier teilzunehmen. Für Klär war dies damals wie heute kein Grund zur Enttäuschung. „Allein der Brief aus dem Buckingham Palace wird lange in Erinnerung bleiben“, sagt der Verwaltungschef.

Gleiches habe seiner Einschätzung nach die Veranstaltungsreihe insgesamt verdient. Mit „Kleidung und Mode zu Luises Zeit“ steht am heutigen Mittwoch, 19 Uhr, ein letzter Vortrag im Mia-Münster-Haus an. Gelegenheit also, schon einmal ein Fazit zu ziehen. „Die Luise-Thematik ist gut gelaufen“, findet Klär. Alle Veranstaltungen sowie die Ausstellung im St. Wendeler Museum seien gut besucht gewesen. „Wir haben die Geschichte Luises und somit auch die Geschichte der Stadt aufleben lassen“, sagt Klär. „Und es ist uns gelungen, die Queen auf ihre Vorfahren aufmerksam zu machen“, fügt er lächelnd an.

Wenn er ein Event aus der Reihe herausgreifen müsse, so ist es der Auftakt, der ihm „gut gefallen hat“. Die Eröffnungsfeier sei würdig, aber nicht übertrieben gewesen. Außerdem wurde damit die Herzogin-Luise-Stiftung besiegelt und der Öffentlichkeit vorgestellt. „Sie ist wichtig für die Stadt und würdigt Luise dauerhaft“, sagt Klär.

Ob Führung, Theaterstück, Workshops zur deutschen Schrift und Camera Lucida oder Vorträge zum Fürstentum Lichtenberg und der evangelischen Kirche zur Zeit Luises – die Veranstaltungsreihe war darauf ausgelegt, möglichst viele Facetten der Herzogin, die von 1824 bis 1831 in St. Wendel lebte, und ihrer Lebenswirklichkeit zu zeigen. Das St. Wendeler Stadtarchiv hat anlässlich des Albert-Jahres eine kommentierte Brief-Edition „und grüße die Kinder von mir“ veröffentlicht. Diese Publikation beinhaltet neben drei Aufsätzen unter anderem 36 Briefe der Herzogin. Letztere stammen aus dem Staatsarchiv Coburg, das als Mitherausgeber fungiert.

„Das Stadtarchiv leistet wichtige Erinnerungs- und Kulturarbeit“, sagt Klär. Meist sei dieses wichtige Sichern von Historie für die Öffentlichkeit nicht sichtbar. Somit sei eine solche Veranstaltungsreihe auch eine Gelegenheit, dass Fachabteilungen der Stadt zeigen können, was sie drauf haben. Beteiligt war das Stadtarchiv in Person von Nicolas Pontius auch an einem Film, der für die Luise-Reihe gedreht wurde. „Die Dreharbeiten dazu waren wirklich lustig“, verrät der Bürgermeister, der als Schauspieler mitwirkte. In dem Streifen kehrt Herzogin Luise von Sachsen-Coburg-Saalfeld ins 21. Jahrhundert zurück, besucht einst vertraute Orte in der Stadt. Die Rahmenhandlung spielt Im Restaurant Zum Ochsen. „Der Dreh dort hat vier Stunden gedauert – von 19 bis 23 Uhr“, erinnert sich Klär. Aufwendig sei es gewesen mit einem Hauch Hollywood. Das Filmteam Doppeldecker habe sogar eine Schiene gebaut, auf der die  Kamera hin- und hergefahren werden konnte. Viel Mühe, die sich nach Einschätzung Klärs gelohnt hat. Das bestätigt auch Stadtpressesprecher Volker Schmidt: „Der Film wird auf unserer Facebook-Seite gut geklickt.“

Die filmische Reise ins Leben der Luise kann bis 9. Juni auch im St. Wendeler Museum angeschaut werden. Denn so lange gibt es dort noch die Ausstellung zu „Herzogin Luise – Die Vorfahrin der Windsors in St.Wendel“. Klär hat nach der Absage von Queen Elisabeth II. immer gesagt, dass, auch wenn sie selbst nicht zur Auftaktveranstaltung kommen könne, die Stadt vorbereitet sei, sollte spontan jemand aus dem Königshaus während der Reihe vorbeischauen wollen. Der Countdown läuft. Wird doch noch ein Royal auf den Spuren Luises durch St. Wendel schlendern?

Luise-Darstellerin Jutta Stumm führte im historischen Gewand  durch St. Wendel. Foto: Foto: Bonenberger/Stadt

Vortrag „Kleidung und Mode zu
Luises Zeit“ am heutigen Mittwoch, 29. Mai, 19 Uhr, im Mia-Münster-Haus in St. Wendel.