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Varieté-Künstler versetzen St. Wendel in Staunen

Varieté-Künstler versetzen St. Wendel in Staunen

Vor ausverkauften Reihen haben mehrere Varieté-Künstler ihr Programm im Saalbau gezeigt. Drei Stunden lang sorgten akrobatische Kunststücke, Musik und humoristische Einlagen für beste Stimmung.

 Musikalische Einlagen durften beim Varieté-Abend in St. Wendel nicht fehlen.
Musikalische Einlagen durften beim Varieté-Abend in St. Wendel nicht fehlen.

Ein Flügel fällt von der Bühne, ein Affe macht seiner Angebeteten feurige Komplimente, zwei Rettungsschwimmer posieren in leuchtend roten Badehosen und ein erwachsener Mann verschwindet komplett in einem Luftballon. All das und noch vieles mehr konnten Besucher des St. Wendeler Saalbaus am vergangenen Samstag miterleben. Dort nämlich wurde zum ersten Mal das Format "WND staunt und lacht. Das Winter-Varieté" veranstaltet. Eigens für dieses neue Konzept, dass die Veranstalter als Verlängerung des Zauberfestivals verstehen, wurden mehrere bekannte Künstler nach St. Wendel bestellt, um in einem dreistündigen Programm das Publikum im ausverkauften Saalbau zu unterhalten.

Eröffnet wurde das Varieté von Zauberer Jakob Mathias, der die Zuschauer mit seinen Zauberkünsten auf den Abend einstimmte und für die Show schon mal vorab in gute Laune versetzte. Die war auch unbedingt nötig, denn Moderator und Ballonkünstler Tobi van Deisner forderte gute Stimmung von seinen Gästen regelrecht ein. "Das ist heute meine Aufgabe hier", erklärte er. Dass das nicht allein zu bewältigen war, wurde schnell klar, denn Deisner integrierte das Publikum permanent in seine Moderationen. So zum Beispiel auch bei seiner Nummer "Tarzan und Jane", für die er kurzerhand drei Leute aus dem Publikum auf die Bühne holte. Eine Zuschauerin machte er mittels Ballonkrone zu Jane. Ihre Aufgabe war es, laut um Hilfe zu schreien. Das hörte Äffchen Cheetah - ebenfalls ein Gast der Show, der durch Ballonöhrchen und -schwanz mal eben schnell zum Dschungeltier mutierte - und verständigte Tarzan, alias Zuschauer Helmut, der die arme Jane mit einem Ballonmesser befreite.

Doch auch alleine wusste Deisner auf der Bühne zu beeindrucken. Nämlich als er wild tanzend in einen gigantischen Ballon schlüpfte und wie ein Flummi vor seinem Publikum auf und ab hüpfte. So bekam er die gute Stimmung, die er von den Gästen im Saalbau für die anderen Künstler verlangte, und die dankten es mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm.

Den Anfang machten Stenzel und Kivits. Unter dem Motto "Musikkabarett in einer neuen Dimension" zeigten sie dem Publikum, wie klassische Musik und selbst konstruierte Technik zusammenpassen. Angefangen bei einem Walzer tanzenden Notenständer bis hin zu einem selbst gebauten Roboter-Caruso war alles dabei. Lediglich das Problem eines streikenden Klavierhockers war nicht durch Technik, sondern nur durch Diebstahl bei den Zuschauern zu lösen.

Weniger musikalisch, dafür aber mehr als akrobatisch ging es bei dem Duo Synergy zu. Die beiden Athleten aus Südafrika verbreiteten schon beim Betreten der Bühne Strand-Atmosphäre. Doch Sonnenbrille und Liegetuch mussten der Partnerakrobatik der beiden Männer schnell weichen. Und so staunte das Publikum über Hebefiguren und Sportlerposen.

Abgerundet wurde das Programm von Bauchredner Enzo Lorenzo. Er unterhielt die Zuschauer zunächst mit seiner Puppe Charlie - ein vorlautes Äffchen, das Lorenzo mit seiner großen Klappe mehr als einmal in Schwitzen brachte. "Du stellst mich bloß bis auf die Knochen", kommentierte der Bauchredner die frechen Sprüche seiner Puppe. Doch so richtig komisch wurde es dann, als Lorenzo sich Unterstützung aus dem Publikum holte und mittels einer Maske, die dem Zuschauer über den Mund gezogen wurde, die komplette Mimik und auch die Worte seines Versuchskaninchens beherrschte. So wurde ein erwachsener Mann ganz unfreiwillig zum Unterwäschemodell Jacqueline, das seinem Hass auf Modellkollegin Heidi Klum freien Lauf ließ.