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Unverpackt-Laden soll in St. Wendel eröffnen

Neues Konzept : Plastikfrei in St. Wendel einkaufen

Mit Hilfe von Unterstützern will Daniel Günder im Sommer einen Unverpackt-Laden in der Luisenstraße eröffnen.

Im Sommer will Daniel Günder in der St. Wendeler Luisenstraße einen Unverpackt-Laden im ehemaligen Tante-Guerilla-Shop eröffnen. Dann könnten Kunden ihre Milch selbst abzapfen, Nudeln, Reis, Müsli in mitgebrachte Behältnisse einfüllen oder lose Kartoffeln und Obst in selbstbestimmter Menge einkaufen. Am Samstag hat Günder sein Vorhaben während einiger „Meet-and-Greet-Stunden“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Es ist ein Herzensprojekt von mir, einen Unverpackt-Laden zu eröffnen“, schwärmt der 31-Jährige aus Ottweiler-Steinbach von seiner Idee. Die Startphase seines Projektes versucht er momentan mithilfe von freiwilligen Gönnern und Unterstützern über eine Crowdfunding-Plattform zu finanzieren. Und dabei kleckert er nicht. „Die erste vordefinierte Summe liegt bei 15 000 Euro, die zweite bei 25 000 Euro“, sagt Günder. Im Falle, dass die Summe in Höhe von 15 000 Euro nach der Einzahl-Frist nicht erreicht würde, „werden keine Gelder von den Unterstützern abgebucht“, versichert Günder. Doch er ist überzeugt, dass er nicht leer ausgeht. Eine Woche vor Ablauf des ersten so genannten Fundingziels sind mehr als 12 000 Euro eingezahlt worden. „Ich bin mir sicher, dass ich das erste Ziel erreiche“, meint Günder entspannt.

Bei seinem Crowdfunding-Projekt kann er ohnehin keine großen Verluste machen, denn die Unterstützer sind sowieso nicht an den Gewinnen seines späteren Unternehmens beteiligt. Hierbei geht es meistens nur um die Unterstützung einer Idee, die von den Sponsoren für gut befunden wird. Auch negative Schufa-Einträge sind kein K.o.-Kriterium, die Projektbeschreibung ist das Entscheidende. „Es bereitet mir große Freude zu sehen, dass ich eine so große Unterstützung für mein Geschäftsmodell bekomme“, sagt Günder. Die Summe für die Existenzgründung habe er sich nicht bei den Eltern leihen oder über ein Gründerdarlehen von der Bank bekommen wollen. Einen Gründerkredit müsste er samt Zinsen in monatlichen Tilgungsraten abstottern. „Beim Crowdfunding besteht für einen Jungunternehmer, der nicht über so viel Eigenkapital verfügt, die Möglichkeit, an Eigenkapital ranzukommen“, so Günder. Und die Anzahl der Unterstützer und Investoren bei der Schwarmfinanzierung sei ein Zeichen an die Banken, dass sich das Geschäftsmodell trage.

Mit der Spendensumme will er die Grundausstattung für den 260 Quadratmeter großen Laden kaufen und mit der Renovierung beginnen. Doch damit hat Günder schon angefangen, wie die neugierigen Besucher am Tag der offenen Tür haben unschwer feststellen können. Nach eigener Aussage arbeitet der Möbelmonteur derzeit noch in einer festen Anstellung und will „erst, wenn alles Weitere geregelt ist, voll in den Laden einsteigen“. 

Ungeachtet der Finanzspritzen von vielen Menschen fühlt sich Günder als Ladenbesitzer, für den das Städtchen St. Wendel immer als super Standort für den Unverpackt-Shop infrage gekommen ist. „Das Umland ist landwirtschaftlich besiedelt“, führt er als Vorteil an. Aus diesem Grund will er ab Sommer ein eigenes Unternehmen mit Kundenkontakt inmitten der Kreisstadt mit seiner ländlichen Umgebung führen und ein alternatives Verkaufsangebot ohne Plastik anbieten. „Ziel ist, den Kunden ein verpackungsfreies Einkaufen zu ermöglichen und den Tante-Emma-Laden von früher wieder aufleben zu lassen“, blickt Günder voraus. Sollte er am 15. März sein erstes Fundingsziel erreicht haben, dann bittet er die Unterstützer erneut zur Kasse. Mit weiteren 10 000 Euro will Günder sich eine Getreidemühle fremdfinanzieren lassen sowie seine Sortimentsliste erweitern.