Umfrage zur Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft

Umfrage anlässlich der Weltmeisterschaft der Frauen : Ist Fußball Männersache?

Eine Umfrage zur Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich.

Die Frauenfußball-Weltmeisterschaft ist in vollem Gange. Die deutsche Nationalmannschaft um Dzsenifer Marozsán, Alexandra Popp und Sara Däbritz hat am Samstag ihr erstes WM-Gruppenspiel gegen China mit 1:0 gewonnen. Ein erster Schritt auf dem Weg zum Finale am 7. Juli in Lyon.

Doch schenkt den Erfolgen der Mädels bei dieser WM überhaupt jemand Beachtung? Das wollte die Saarbrücker Zeitung in einer nicht repräsentativen Umfrage herausfinden. Melissa Morbach aus Tholey hat zwar mitbekommen, dass gerade ein solches Sportereignis in Frankreich läuft, jedoch schenke sie dem nur wenig Beachtung. Generell sei das Interesse an Fußball bei ihr sehr gering. Das ist bei der 30-jährigen Aline Drechsel aus Theley anders. Sie schaut gerne die Spiele von Borussia Mönchengladbach. Dass zurzeit eine Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen stattfindet, sei allerdings komplett an ihr vorbeigegangen.

Thomas Hertel aus Blieskastel ist ein großer Fußballfan und kann sich nach eigener Aussage auch für den Frauenfußball begeistern. Da die meisten Spiele jedoch bereits am Nachmittag oder am frühen Abend angepfiffen werden, wird der 40-Jährige nicht alle Spiele verfolgen können und sich stattdessen ganz auf die deutschen Spiele konzentrieren.

Auch die 28-jährige Franziska Herter aus Saarbrücken kritisiert die ungünstigen Anstoßzeiten, die sich bei den meisten berufstätigen Menschen nur schwer mit den Arbeitszeiten vereinbaren lassen. „Die Einschaltquoten wären höher, wenn die Spiele erst nach 19 Uhr beginnen würden“, ist sie überzeugt. Trotzdem versucht die Saarbrückerin zumindest die Spiele mit deutscher Beteiligung zu schauen, um ihre Lieblingsspielerin Dzsenifer Marozsán zu sehen, die von 2007 bis 2009 bei den Frauen des 1. FC Saarbrücken unter Vertrag stand.

Für Kathrin Kulosa aus Bechhofen in Rheinland-Pfalz ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die DFB-Frauen bei einer WM genauso viel Aufmerksamkeit und Unterstützung verdienen wie die Männer. Sie bedauert allerdings, dass dieses Sportereignis nicht den Stellenwert wie die Fußball-WM der Männer hat. „Die meisten Menschen bekommen nich einmal mit, dass zurzeit eine Weltmeisterschaft stattfindet“, sagt sie. Die 27-Jährige ist selbst Fußballerin. In ihrem jetzigen Verein, dem SC Stambach, ist die Frauenmannschaft eine feste Größe, die auf die Förderung durch den Verein und die Herrenmannschaft zählen kann. „Das ist allerdings nicht überall so“, sagt Kulosa. „In einigen Vereinen werden die Frauenmannschaften als teures Anhängsel gesehen und bekommen nicht dieselbe Unterstützung wie die Herrenmannschaften.“ Für die Zukunft wünscht sie sich, dass der Frauenfußball im TV mehr Sendezeit und generell mehr Aufmerksamkeit erhält.

Mona Quignaux aus Toulouse interessiert sich nur wenig für das Sportereignis. Sie werde sich erst das Finale am 7. Juli anschauen. Aufgrund ihrer Nationalität drückt die 18-Jährige jedoch der französischen Nationalmannschaft die Daumen und würde sich freuen, wenn Frankreich im eigenen Land Weltmeister werden würde.

Bei der Frage, wer denn nun eigentlich Weltmeister wird, sind sich fast alle einig. Es wird ein Finale zwischen Frankreich und Deutschland geben, wobei die deutsche Elf  Favorit ist. „Wir haben eine starke Truppe und eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen, die sich so den Titel sichern werden“, ist sich Kathrin Kulosa sicher.

Aline Drechsel, 30 Jahre, aus Theley. Foto: Lena Bouillon
Kathrin Kulosa, 27 Jahre, aus Bechhofen. Foto: Lena Bouillon
Melissa Morbach, 23 Jahre, aus Tholey. Foto: Lena Bouillon
Mona Quignaux, 18 Jahre, aus Toulose. Foto: Lena Bouillon
Thomas Hertel, 40 Jahre, aus Blieskastel. Foto: Lena Bouillon
Franziska Herter, 28 Jahre, aus Saarbrücken. Foto: Lena Bouillon
Achim Mayer, 56 Jahre, aus Saarbrücken. Foto: Lena Bouillon. Foto: Lena Bouillon

Zunächst einmal müssen die DFB-Frauen und ihre Trainerin aber ihr zweites Gruppenspiel erfolgreich meistern. Anpfiff gegen das Team aus Spanien ist am heutigen Mittwoch, 12. Juni, 18 Uhr.

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