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Trotz des Alters den Alltag meistern

Trotz des Alters den Alltag meistern

Ob Schnee schippen, rollender Mittagstisch oder Unterstützung bei der Pflege. Im St. Wendeler Land gibt es eine Reihe verschiedener ambulanter Angebote vor allem für ältere Menschen. Ein Überblick.

Schon 60 Jahre lebt Martha Meier mit ihrem Mann Peter (die Namen sind erfunden) in ihrem kleinen Häuschen samt Garten, das sie als junges Paar gebaut haben und in das sie unzählige Arbeitsstunden investiert haben. Peter Meier ist stolz darauf, dass er als geschickter Handwerker fast alles alleine bewerkstelligt hat. Allerdings fällt ihm die Arbeit rund ums Haus immer schwererer. Seiner Frau geht es ebenso. Unterstützung wäre da nicht schlecht.

Im Landkreis St. Wendel gibt es verschiedene Angebote. Eine ganze Reihe von Unternehmen sind im Bereich ambulante Versorgung aktiv. "Der Markt wächst, auch aufgrund der demografischen Entwicklung", weiß Benedikt Schäfer, Sozialdezernent des Landkreises St. Wendel . Im SZ-Gespräch stellt er die verschiedenen Angebote vor.

Wichtiger Baustein der ambulanten Hilfe sind die Pflegedienste. 13 dieser Dienste mit rund 420 Mitarbeitern betreuen fast 900 Menschen in deren eigenen vier Wänden. Je nach Pflegestufe helfen die Mitarbeiter beim Aufstehen, Anziehen, beim Waschen, um nur einige Beispiele der Pflegeunterstützung zu nennen. Finanziert werden diese Leistungen zumeist über die Pflegekassen. Zuvor aber muss dem Betroffenen eine Pflegestufe zugesprochen werden. Das macht der Medizinische Dienst. In der Pflegestufe 1 zahlt die Kasse für die häusliche Pflege im Monat 450 Euro. "Bei den Pflegediensten haben wir eine gute Infrastruktur", sagt Schäfer, hier sei der Landkreis bei der Versorgung saarlandweit Spitze.

Martha und Peter Meier sind allerdings noch nicht pflegebedürftig, brauchen aber trotzdem Unterstützung bei der Hausarbeit . Und die können sie haben, gegen Bezahlung buchen. Da gibt es zum Beispiel die Agenturen für haushaltsnahe Arbeit (AhA), im St. Wendeler Land sind es zurzeit drei. Ob putzen, Wäsche machen, Blumen pflegen, Botengänge, oder Einkäufe, diese Arbeiten erledigen die Agenturen . Und schippen im Winter auch den Schnee vor der Haustüre weg. Die Agenturen sind ein Projekt des Wirtschaftsministeriums und qualitätsgeprüft. Ziel ist es, zuverlässige Haushaltshilfen zu erschwinglichen Preisen zu vermitteln und so auch Schwarzarbeit zu bekämpfen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Hausmeister- und Hauswirtschaftsdiensten im Landkreis.

Wer nicht mehr kochen kann oder kochen will, der muss nicht auf eine warme Mahlzeit verzichten. Sechs Anbieter in der Region bringen Essen auf Rädern in die heimischen vier Wände. Darüber hinaus gibt es in fünf Seniorenheimen einen so genannten offenen Mittagstisch, kann man sich dort zum Essen anmelden.

Mobil sein, ist für manchen mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Darauf haben sich vier Fahrdienste im Landkreis eingestellt. Hinzu kommen mit dem DRK und dem Malteser Hilfsdienst zwei Behindertenfahrdienste und Krankentransporte. Etwa 2600 Menschen im St. Wendeler Land sind an Demenz erkrankt. Ihre Zahl wächst. Viele werden von ihren Familienangehörigen Zuhause betreut. Pflegende Angehörige zumindest stundenweise zu entlasten, das ist das Ziel der Betreuungsgruppen "Dich kenn ich doch" des Caritasverbandes Schaumberg-Blies und der Vergissmeinnicht-Cafés des Deutschen Roten Kreuzes. Sechs dieser Angebote gibt es im St. Wendeler Land, weitere sollen hinzukommen. Während die Demenzkranken in angenehmer Atmosphäre einige Stunden betreut werden, können ihre Angehörigen diese Zeit für sich nutzen. Ein solches so genanntes niedrigschwelliges Angebot bietet auch ein privater Betreuungsdienst aus Oberthal an.

Schwerkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige in ihrem eigenen Haus oder in einer Pflegeeinrichtung zu begleiten, dieser Aufgabe hat sich das ambulante Hospiz- und Palliativzentrum der christlichen Hospizhilfe verschrieben. Die ehrenamtlichen Hospizhelfer nehmen sich Zeit für Gespräche, begleiten und unterstützen die Angehörigen, auch in der Zeit der Trauer.

Abgerundet wird das Angebot an ambulanten Hilfen durch ehrenamtliches Engagement. So gibt es in einigen Dörfern Projekte der freiwilligen Nachbarschaftshilfe , wie die Muske (l) tiere im Bohnental.

Martha und Peter Meier haben einen Entschluss gefasst. Sie wollen sich in einem ersten Schritt über die verschiedenen Hilfsangebote und die damit verbundenen Kosten informieren.

Erste Anlaufstelle ist da der Pflegestützpunkt des Landkreises St. Wendel . Die Adresse: Dammstraße 27, Eingang J, St. Wendel , Tel. (0 68 51) 8 01 52 51. Viele Informationen sind zudem im Seniorenkalender des Landkreises aufgelistet.

Was kann ich tun, damit ich im Alter den Alltag im eigenen Haus meistern kann? Welche Hilfe gibt es?` Was passiert, wenn Eltern ins Pflegeheim müssen? Antworten darauf und zur Pflege geben Experten des Pflegestützpunktes St. Wendel . So auch am heutigen Donnerstag, 24. Juli. Von 10 und 12 Uhr beantworten Thomas Krampe und Margarethe Klein Leserfragen.

SZ- Lesertelefon: (0 68 51) 9 39 69 55 oder (0 68 51) 9 39 69 51.