Tischfußball World Series in St. Wendel

Tischfußball in St. Wendel : Auch der FC St. Pauli mischte mit

Vier Tage lang stand St. Wendel im Blickpunkt der Tischfußball-Welt: Die World Series war in der Sporthalle zu Gast.

Tischfußball ist auf dem Vormarsch und freut sich wachsender Beliebtheit. Dazu leistet der St. Wendeler Tischfußballclub (TFC) einen  Beitrag. Zum vierten Mal war der Verein Ausrichter der viertägigen World Series. In der Sporthalle ging die Weltspitze in dieser Sportart an die Tische. 97 der Marke Leonhart waren es, an denen die Kicker Tore für Medaillen und Titel erzielten.

Die leistungsorientierte Variante der Sportart hat nur noch wenig mit dem Spaß-Kickern in der Kneipe zu tun. An den Tischen wurde konzentriert und taktisch agiert.  Fehler wurden minimiert, es gab kaum wildes Draufgeballer. Längst mischen Clubs aus der Fußball-Bundesliga wie Eintracht Frankfurt oder die Zweitligisten FC St. Pauli, der HSV und Hannover 96 mit Teams in der Tischfußballszene mit. „Dadurch gewinnen sie neue, junge Mitglieder“, erklärte Klaus Gottesleben, Präsident des Deutschen Tischfußballbundes. 400 Vereine sind mittlerweile unter dem Dach des DTFB organisiert. Und den Künsten der Weltklassekicker sowie Breitensportler bot der TFC erneut eine große Bühne. „Mit 600 Teilnehmern gehen wir an die Kapazitätsgrenze, wir müssen pro Tag möglichst viele Spiele durchbringen“, teilte Eduard Schlaup, Vorsitzender des TFC St. Wendel, mit. Topspieler, so der Vereinschef weiter, würden über die Turniertage zwischen 70 und 80 Spiele absolvieren.

Im Wettbewerb Damendoppel belegte die Finnin Maiju Pihlajasaari (Eintracht Frankfurt) mit ihrer Partnerin Sarah Agaoglu den 13. Platz. „Ich habe zuerst in der Kneipe zum Spaß gespielt, seit 2015 bin ich richtig dabei und trainiere fast täglich“, sagte Pihlajasaari. Beim Tischfußball sei viel Adrenalin im Spiel, der Stressfaktor und das, was im Kopf passiere, komme noch hinzu. „Der Mix aus allem macht dann den Reiz aus. Und dazu sind mentale Stärke und eine gute Kondition gefragt“, meinte die Bundesligaspielerin. Für sie ist Tischfußball Leidenschaft und aus dem Hobby ein Leistungssport geworden.

Bei den Herren gewann der US-Amerikaner Tony Spredeman den Einzelwettbewerb vor Nico Wohlgemut vom Kiezclub FC St. Pauli. Die für Schmiden spielende Bulgarin Blagovesta Gerova holte den Titel bei den Damen. Im internationalen Teilnehmerfeld waren rund 50 Saarländer am Start. Thomas Pütz und sein Partner Stephan Peter (TFC Friedrichsthal-Bildstock) holten sich Rang zwei in der Kategorie Klassik Doppel bei der Seniorenkonkurrenz. Sieger wurde übrigens Verbandspräsident Gottesleben (Eintracht Frankfurt) gemeinsam mit dem früheren Senioren-Weltmeister im Einzel, Uli Stöpel. Ein Nachteil für die heimischen Tischfußballer:  „Wir spielen bei uns größtenteils am Hansberg, dem Saarland-Kicker, jetzt am Leonhart-Tisch ist schwer für uns“, sagte Pütz. Steven Müller von TFC Hülzweiler-Saarwellingen fügte hinzu: „Um ganz vorne mitspielen zu können, fehlen uns dann die Trainingspartner.“ Als 115. zog Müller in der Offenen Einzelkonkurrenz noch in die Profirunde ein und traf mit Yannick Correia auf eine wahre Szenegröße. Im Vorjahr entschied der Luxemburger den Einzelwettbewerb in St. Wendel für sich. „Es läuft nicht so gut für mich“, meinte Correia, der auf Rang fünf landete. Dafür war er mit Landsmann Leonardo Stamera im Doppel erfolgreich.

Insgesamt wurden 24 Wettbewerbe ausgetragen. „Wir wachsen kontinuierlich, das Thema wird immer größer. Wir müssen weiter präsent sein und unser Angebot aufrechterhalten“, sagte Verbandspräsident Gottesleben. Angetan war er davon, welche Bedingungen der DTFB jedes Jahr in St. Wendel vorfindet. „Wir werden respektvoll behandelt und es ist eine große Freude, hier her zu kommen“, lobte Gottesleben. Völlig klar, dass der TFC aus der Kreisstadt auch den Zuschlag für die fünfte Ausgabe im nächsten Jahr erhielt. „Mit 470 Teilnehmern haben wir 2016 angefangen. Mit 600 Kickern haben wir jetzt eine magische Zahl geknackt, in Europa hat das noch keiner geschafft“, freute sich Schlaup. Aber er weiß auch, mehr geht nicht. „St. Wendel plant doch den Bau einer neuen Sporthalle, wenn die fertig ist, können wir mit 800 Teilnehmern spielen“, blickte Gottesleben optimistisch voraus.

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