THW St. Wendel hilft bei Aufräumarbeiten nach einem Tornado in Luxemburg

Aufräumen nach dem Tornado : Helfer des THWs sind in Luxemburg im Einsatz

40 Helfer des Technischen Hilfswerks aus dem Saarland reisen heute nochmal ins Nachbarland. Am Montag war bereits eine Delegation von 70 vor Ort, darunter 20 aus dem Landkreis St. Wendel.

Es ist ein langer Einsatztag gewesen für die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW). 70 reisten am Montag in den Südwesten Luxemburgs, wo am Freitag ein Tornado gewütet hatte. Auch 20 THW’ler aus den Ortsverbänden Nohfelden und St. Wendel machten sich auf den Weg in das Nachbarland, um zu helfen. Eine solche direkte Nachbarschaftshilfe ist eher ungewöhnlich für die Helfer, wie Markus Tröster, Leiter des THW-Media-Teams Saarland erläutert. In der Regel ginge es für die Ehrenamtler in Flüchtlingscamps nach Jordanien oder Afrika. Jetzt war ihr Wissen kurz hinter der Landesgrenze gefragt. „Erst kürzlich ist ein Abkommen zwischen Deutschland und Luxemburg, was die THW-Einsätze betrifft, nochmal auf fünf Jahre erneuert worden“, erklärt Tröster. Dieses ermögliche die unkomplizierte Nachbarschaftshilfe.

Der Katastophenschutz in Luxemburg funktioniere gut. Doch habe es dem kleinen Land jetzt teilweise an der nötigen Manpower gefehlt. Daher wurden aus jedem Landkreis des Saarlandes Helfer aus je zwei Ortsverbänden entsandt. Am heutigen Dienstag sind es nochmal 40. Wobei aus St. Wendel lediglich der Ortsverbandsvorsitzende selbst, Markus Tröster, erneut nach Petange fährt.

Die Szenerie, die die saarländischen Helfer dort am Montag zum ersten Mal erlebt haben, sei erschreckend. Vor allem, so Tröster, wenn man bedenke, dass Feuerwehr und Armee schon zwei/drei Tage vorher mit den Aufräumarbeiten begonnen hatten. Die Straße sei problemlos befahrbar, aber am Rand lägen umgestürzte Bäume. „Fast jedes Gebäude weist Beschädigungen auf. Diese reichen von fehlenden Ziegeln bis hin zum komplett abgedeckten Dach“, schildert der THW’ler. Es sei kaum zu begreifen, wie heftig die Zerstörungswut des Tornados zugeschlagen hat.

Tröster ist vor allem ein Haus im Gedächtnis geblieben, dessen zerstörtes Dach am Montag abgetragen wurde. „In den Hauswänden steckten Schieferplatten wie Glasscherben in einer Wand. Als wären sie absichtlich dort hinein gesteckt worden.“ An der zentralen Sammelstelle der Helfer sei ein Strommast mit Stahlfuß einfach abgeknickt.

Es ist, so schätzt Tröster, eine Strecke von etwa 1,5 Kilometern, in der der Tornado zugeschlagen hat. Anwohner hätten berichtet, dass der Strudel übers Feld gekommen und dann in die Ortsdurchfahrt eingebogen und dort entlang gerast sei. „Fährt man weiter, ist es wie abgerissen. Die Zerstörung endet abrupt“, schildert Tröster.

Bis 22 Uhr waren die THW’ler am Montag in Luxemburg. 100 Gebäude wurden begutachtet, rund 30 Dächer und Fassaden provisorisch repariert. Immer wieder hätten Gewitter mit starkem Wind und Regen die Arbeiten behindert. Am heutigen Dienstag endet der Einsatz für die saarländischen Helfer vorraussichtlich am späten Nachmittag und damit auch die Nachbarschafts-Hilfsaktion.

Die Menschen in Luxemburg hielten nach der Zerstörungswut des Tornados zusammen. „Sie sind sehr dankbar für die Hilfe - auch aus Deutschland.“ Dies zeigten sie auch den THW’lern. „Das ist ein schönes Feedback für die Ehrenamtler“, findet Tröster.

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