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Theaterverein Thalia Winterbach gibt es seit 90 Jahren

Blick in die Vereinschronik : Mehr als 90 Jahre Theatertradition in Winterbach

Der 90. Geburtstag des Theatervereins Thalia Winterbach zeugt von einer langen Tradition, die nicht erst 1930 begann. Theater wurde in Winterbach schon um die Jahrhundertwende gespielt, damals durchweg von den Sängerfreunden, die ihre Familienabende mit Theateraufführungen bereicherten.

Aus dem Bedürfnis, mehr und qualitativ bessere Aufführungen zu bringen, beriefen am 21. September 1930 17 „theaterspielende Interessenten“, wie es in Aufzeichnungen heißt, eine Versammlung ein, um den Theaterverein zu gründen. „Zweck des Vereins war die Hebung der guten Sitten sowie der Volksbildung durch Aufführung gediegener und erstklassiger Theaterstücke.“ Entsprechend der Namensgebung Thalia befasst sich der Verein vorwiegend mit der heiteren Muse.

Neben der Vielzahl von Aufführungen der damals gängigen Literatur, hatte sich der Verein auch besonders der Geselligkeit verschrieben. Während des Zweiten Weltkrieges ruhten die Aktivitäten des Vereins. Die erste Veranstaltung nach Kriegsende fand im Februar 1946 als Tanzabend im Saale der Gastwirtschaft Kreuzwiese statt. Überall gründeten sich neue Theatergruppen beziehungsweise alte Vereine lebten wieder auf. Auf Landesebene bildete sich der Saarländische Volksbühnenbund, heute Verband saarländischer Amateurtheater als Dachorganisation. Der einheimische Verein trat schon früh dieser Organisation bei und stellte mit Josef Braun den ersten Bezirksleiter für den St. Wendeler Bereich.

Dann begann eine neue Ära, die Zeit der jungen Wilden unter der Regie von Reinhold Fuchs. Dieser wurde 1948 zum Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt sowie auch die Spielleitung behielt er bis zu seinem Tod 1990 inne. Nach den Höhen der Nachkriegszeit, folgten in den 1960er- und 1970er-Jahre schwierige Zeiten für die Vereine. Der Grund: das Fernsehen. Die Besucherzahlen sanken deutlich. In dieser Zeit gelang es Reinhold Fuchs und seiner Truppe, neues Spielgut einzubringen und das Niveau in der Darstellung entscheidend zu heben. Der Verein wurde sowohl zu einem bedeutenden Faktor des Kulturlebens im Ort, als auch des Amateurtheaters in der Region. Nach seinem Tod führte die Theatergruppe mit Josef Braun, Josef Riefer, Toni Braun, Günter Lieser, Toni Wiesen, Elisabeth Michel, Anni Giesecke und anderen gemeinsam den Verein weiter.

Im Jahr 2003 erfolgte erneut ein Generationswechsel. Seit dieser Zeit führt Bettina Flöth Regie und hatte auch von 2004 bis 2010 das Amt der Vorsitzenden inne. Seit 2010 leiten Bettina Flöth als Spielleiterin, Monika Scheid Vorsitzende und deren Stellvertreterin Silke Herrmanny den Verein.

„Wir sind stolz, auch heute ein Team zu haben, das mit Engagement und Freude jedes Jahr die Zeit findet, neben Beruf und Familie ein Theaterstück einzustudieren und aufzuführen“, sagt Monika Scheid. Die Geselligkeit im Verein dürfe neben den alljährlichen Aufführungen nicht zu kurz kommen. Mit Gemeinschaftsveranstaltungen wie Helferfesten und Vereinsfahrten werde der Zusammenhalt immer wieder gestärkt. „Für die Zukunft hoffen wir, dass wir auch weiterhin mit unseren Theateraufführungen unser Publikum begeistern können“, sagt Scheid.