Terror trifft St. Wendeler Land mitten ins Herz

Terror trifft St. Wendeler Land mitten ins Herz

In Tholey wehen Flaggen auf Halbmast. An der deutsch-französischen Begegnungsstätte auf dem Schaumberg hat eine Abordnung der Gemeinde den Terroropfern von Paris gedacht. Am dortigen Mahnmal des Friedens und im Rathaus sind Kondolenzbücher ausgelegt.

Den Opfern beider Weltkriege und des Nationalsozialismus soll am Volkstrauertag gedacht werden. So war es auch während der Gedenkfeier in der Friedhofshalle auf dem St. Wendeler Friedhof. Doch die Ereignisse am Wochenende in Frankreich hatten sich überschlagen und prägten somit die Andacht hier ebenso. Pfarrerin Christine Unrath gedachte Sonntagvormittag in ihrer Ansprache auch den Opfern der Anschläge von Paris am Freitagabend. Bei den Teilnehmern herrschte Fassungslosigkeit über die blutigen Anschläge , die mindestens 129 Tote forderten. "Cherchez la paix - Suchet den Frieden", unterstreicht das Bronzeband am Altars der deutsch-französischen Begegnungsstätte auf dem Tholeyer Schaumberg den Wunsch. Doch Freitagabend hat der Terroranschlag in Paris die Welt geschockt, sie wieder weiter weg von diesem Wunsch gebracht.

Für Freiheit - gegen IS

Französische und europäische Flaggen auf Halbmast an der deutsch-französischen Begegnungsstätte in Tholey.
Auf St. Wendels Friedhof gedachten Menschen den Opfern von Krieg und Terror. FOTOs: B&K.



Zum Zeichen der Solidarität Verbundenheit mit Frankreich, insbesondere mit den Partnergemeinden, legte eine Abordnung der Gemeinde Tholey am Schaumbergturm ein Gesteck nieder. "Durch den terroristischen Gewaltakt des Islamischen Staates sind mehr als 120 Menschen barbarisch, kriegerisch und grausam um ihr Leben gekommen", klagte Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU ) an. Getroffen wurde mit dem Anschlag nicht Paris oder Frankreich - "nein, alle Menschen, die für eine offene und demokratische Gesellschaft eintreten, sind getroffen".

Dieses Attentat beschäftige die ganze Welt. "Junge Menschen, die feiern wollten, sind nicht mehr unter uns oder verletzt."

Eine neue Qualität des Terrors habe zugeschlagen. "Und das nur zwei Zugstunden von uns entfernt, in unseren Partnergemeinden, bei unseren französischen Freunden", zeigte sich Schmidt betroffen. Zudem befürchtete er: "Der Islamische Staat trägt den Krieg nach Europa und versucht, unser Leben zu verändern und zu zerstören." Europa müsse nun gemeinsam gegen den Terror kämpfen. Das Mahnmal des Friedens auf dem Schaumberg sei ein guter Ort, um den Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Dort und im Rathaus ist je ein Kondolenzbuch ausgelegt, in das sich die Bürger eintragen können. Später wird es dem französischen Konsul im Saarland, Frederic Joureau, überreicht. In Tholey und auf dem Schaumberg , seit 1976 deutsch-französische Begegnungsstätte, wehen die Flaggen auf Halbmast. > Seiten A 1 - 3, A 5: Berichte; A 4: Analyse/Meinung