Taschen aus Schulkartenresten

St. Wendel. "Was ist das denn?", fragen Besucher des St. Wendeler Weihnachtsmarktes interessiert und bleiben am Stand von Jutta Regitz stehen. Auf dem Verkaufstresen liegen Mäppchen und kleine Taschen, auf denen Ausschnitte von Landkarten zu sehen sind

St. Wendel. "Was ist das denn?", fragen Besucher des St. Wendeler Weihnachtsmarktes interessiert und bleiben am Stand von Jutta Regitz stehen. Auf dem Verkaufstresen liegen Mäppchen und kleine Taschen, auf denen Ausschnitte von Landkarten zu sehen sind. "Rille" heißt das neue Projekt der freien Industriedesignerin und Absolventin der Kunsthochschule Saarbrücken Jutta Regitz. Sie näht Stücke von Schulkartenresten auf einen Markisenstoff, daraus entstehen "Taschen und Mäppchen, die vielseitig zu gebrauchen sind ", so Regitz. Eine Freundin hatte ihr erzählt, dass geschlossene Grundschulen ausgeräumt werden und Landkarten, die nicht mehr zu gebrauchen sind, in Containern landen. Regitz sprach mit dem Direktor und erhielt die Karten. "Es ist wichtig, dass ich die Karten umsonst erhalten habe, ich habe sie aus ihrem alten Werteprozess rausgeholt und ihnen einen neuen Wert gegeben", dies sei besonders für die Sammler der Stücke wichtig. Sie kaufen somit keine alten Sachen, die niemand mehr will, sondern recycelte mit neuem Wert."Haben Sie auch Pirmasens?" möchte eine Besucherin wissen, "nein, aber ich kann es Ihnen machen", lautet die Antwort von Regitz. Sie hat ihre Nähmaschine dabei und näht auf besondere Wünsche direkt vor Ort. Die Karten zeigen die verschiedensten Teile der Welt. Welche Orte der Erde als Motiv besonders beliebt sind, ließe sich nicht sagen. Regitz meint dazu: "Es gibt zwei Gruppen, die einen sind sehr lokalbezogen und wollen den Ort aus dem sie stammen, die anderen die Orte in die sie gern gehen möchten". Die Leute sind begeistert von dem Projekt, denn es ist etwas Neues, das sie nicht kennen. Des Weiteren seien die Mäppchen und Taschen alle individuell und besäßen daher einen besonderen Wert, weil sie nicht vergleichbar seien.

Die Künstlerin hat noch viele Karten eingelagert, sodass ihr Projekt noch eine Zeit lang laufen wird. Wenn die Karten aufgebraucht sind, wird Regitz das Projekt beenden und ein neues anfangen, denn "als Künstlerin hat man immer neue Ideen", sagt sie.