Sterne des St. Wendeler Landes ausgezeichnet

Ehrung : Von Köhlern, Sportlern und einem Poeten

Landrat zeichnet erstmals die „Sterne des St. Wendeler Landes“ aus. Feierliche Gala im Gemeindezentrum in Bliesen.

Ihr Stern ist in vielfältiger Weise aufgegangen. Menschen, Vereine und Organisationen unterschiedlichster Couleur engagieren sich im Landkreis St. Wendel und tragen dazu bei, die Kommunen lebenswerter, liebenswerter und über die Grenzen hinaus bekannter zu machen. Erstmals hat der Landkreis im Bliesener Gemeindezentrum Persönlichkeiten als „Sterne des St. Wendeler Landes“ ausgezeichnet. „Es sind Menschen, die auf unterschiedliche Weise auf sich aufmerksam gemacht haben“, würdigte Landrat Udo Recktenwald (CDU) das Wirken der Preisträger. Neben der Erhaltung der Infrastruktur sei es wichtig, dass sich Menschen in den Dörfern engagieren. „Und diese Persönlichkeiten spiegeln die Vielfalt in den Dörfern wider“, meinte Recktenwald.

In den Kategorien Sport, Kunst/Kultur und Regionalentwicklung zeichnete er Menschen aus, die sich durch ihr Engagement für das Gemeinwohl verdient gemacht haben. „Die Auswahl ist erschöpfend, es ist ein exemplarischer, aber wertvoller Ausschnitt“, sagte der Landrat. In ihrer Art sind sie einzig und vielfältig, charakterisierte Recktenwald die Persönlichkeiten. Dazu gehörte in der Sparte Sport der Marpinger Rennrollstuhlfahrer David Scherer. Der 22-Jährige ist mehrfacher Junioren-Weltmeister und deutscher Meister in seiner Sportart. „Ich bin überglücklich“, freute sich Scherer, nachdem der Landrat ihm die Glasstele überreicht hatte. Mit einer Gold- und einer Bronzemedaille war das Tischtennisteam der Lebenshilfe im vergangenen Jahr von den Specials Olympics aus Kiel zurückgekehrt. Para-Biathletin Johanna Recktenwald (17) saß im Flieger nach Kanada, als in Bliesen die Auszeichnungen verliehen wurde. Sie nimmt mit dem deutschen Nationalteam an den Prince George 2019 World Para Nordic World Championships teil. Landrat Recktenwald hatte bereits der Top-Wintersportlerin die Trophäe in der Marpinger Gemeinschaftsschule übergeben.

Vom Schnee zur Kategorie Kunst/Kultur und der Lyrik: Johannes Kühn (85) aus Hasborn-Dautweiler bringt alltägliche Hymnen zu Papier. „Er ist ein Weltbürger im Wort, verwurzelt mit der Heimat“, sagte Recktenwald. Das Marketing des Landkreises könne nicht besser, als das was Johannes Kühn über das St. Wendeler Land niederschreibe. „Die Welt liest Johannes Kühn“, verneigte sich der Landrat. Authentisch und cool bedankte sich der Poet. „Ich Winkelgast, gemieden, nur besucht vom welligen Gelächter, bedenke, dass mein halber Groschen schwitzt“, trug Kühn aus dem Gedächtnis das Gedicht „Im Gasthaus“ vor.

Die 14-jährige Annika Blatt macht aus ihrem Talent kein Geheimnis. Mit der Geschichte „Alles Liebe oder was“ gewann sie 2018 den ersten Platz beim internationalen Online-Märchenwettbewerb. Für die Geschichte hat die junge Autorin aus Nonnweiler nach eigenen Angaben nur 30 Minuten gebraucht. Drei Jahre tourte der Theleyer Hobbyfotograf Anton Didas durch den Landkreis und hat Fotos für den Bildband „Unsere Heimat – Eine Hommage an des St. Wendeler Land“ geschossen. Autor Didas dokumentiert mit Gefühl und Emotion auf 440 Seiten eine Liebeserklärung an seine Heimat und spendet den Erlös des Buches an den Verein Hilfe Direkt in Theley.

Wie der St. Wendeler Unternehmer Helmut Zimmer  seine Terminflut unter einen Hut bekommt, bleibt dem Landrat ein Rätsel. „Er ist immer und überall unterwegs, ich kann gar nicht alles aufzählen“, sagte der Laudator beim Blick auf sein Skript. In der Sparte Regionalentwicklung wurde Zimmer für das herausragende Engagement seines Dachdeckerbetriebs im Bereich Nachwuchsförderung und Berufsorientierung ausgezeichnet. „140 Jugendliche hat er ausgebildet und das Netzwerk Schule-Wirtschaft initiiert. Die Mitarbeit der Unternehmer sind ganz wichtig, um den Landkreis voranzubringen“, so Recktenwald.

Im vergangenen Jahr hat die Arbeitsgemeinschaft Walhauser Vereine (AGWV) bereits die achten Köhlertage organisiert und daraus mittlerweile ein Volksfest mit Kulturgeschichte entwickelt. „Das sucht in dieser Form und darüber hinaus seines Gleichen“, lobte Landrat Recktenwald den Einsatz der Hobbyköhler.

Zudem wurde während der Köhlertage 1994 in Walhausen die Idee zur späteren Gründung der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (Kulani) geboren. Recktenwald stattete den Initiator und heutigen Kulani-Ehrenvorsitzenden Werner Feldkamp ebenfalls mit dem „Stern des St. Wendeler Landes“ aus.

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