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Steinbruch der Basalt AG am Spiemont in Oberlinxweiler untersucht Boden

Erschütternd : Probebohrungen lassen wohl Fensterscheiben vibrieren

SZ-Leser aus St. Wendel spürt im Homeoffice Erderschütterungen und vermutet Probebohrungen im Steinbruch, um das Abbaugebiet zu erweitern. Damit liegt er richtig.

Leser-Reporter Markus Frey arbeitet im Homeoffice und vom Oberlinxweiler Wohngebiet Hirschberg aus vernimmt er dumpfe Geräusche aus dem Umfeld des Steinbruchs. „Die Fensterscheiben vibrieren dabei. Gleich neben dem alten Steinbruch finden wohl Sprengungen und Probebohrungen statt“, vermutet Frey. Er befürchte, dass durch die Aktivitäten der Steinbruch erweitert werde und so in östlicher Richtung näher an das Wohngebiet heranrücken könnte. Damit wendet sich der Leser an die SZ, die bei der St. Wendeler Stadtverwaltung nachgefragt hat.

„Aktuell ist aus unserer Sicht bekannt, dass die Basalt-AG auf einem städtischen Grundstück (angrenzend an den Steinbruch) eine einzige Probebohrung zu Erkundungszwecken durchführt“, teilt die Verwaltung schriftlich mit. Die Genehmigungsverfahren richten sich nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Zuständige Behörde ist hier das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA), das auch den aktuell laufenden Abbau im Steinbruch sukzessive fachlich begleitet und überwacht.

Parallel habe ein von der Basalt-AG nach Vorgaben des Stadtrates beauftragtes Ingenieurbüro ein Auge auf die laufenden Sprengungen und erstelle halbjährliche Berichte, ist von der Stadtverwaltung zu erfahren. Diese werden dann jeweils dem Ausschuss für Umwelt-, Bau-, und Sanierungsangelegenheiten zur Kenntnis vorgelegt. Dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz liegt auf SZ-Anfrage kein Antrag auf Erweiterung des Steinbruches vor. Des Weiteren präzisiert die Umweltbehörde: „Eine telefonische Rücksprache mit dem örtlichen Betriebsleiter der Basalt-AG ergab, dass zurzeit östlich der genehmigten Abbaufläche des Steinbruches in Richtung Seienhof zur zukünftigen Sicherung des Werkes sechs Prospektionsbohrungen zur Bestimmung der Qualität des Gesteinsvorkommens durchgeführt werden.“ Vier Bohrungen seien bereits gemacht.

„Nach Auswertung der Bohrergebnisse soll über eine mögliche Erweiterung entschieden werden“, teilt die zuständige Behörde schriftlich mit. Je nach Entscheidung sei mit einem Genehmigungsverfahren vor 2021 nicht zu rechnen. Die Firma Südwestdeutsche Hartsteinwerke, Zweigniederlassung der Basalt-Actien-Gesellschaft in Kirn, betreibt im „Spiemont“ in Oberlinxweiler schon seit mehreren Jahrzehnten einen Steinbruch, in dem sogenannter Kuselit, ein Diorit-Hartgestein, sprengtechnisch abgebaut wird. Bei dem Steinbruch handelt es sich um eine immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlage. Zurzeit wird an der nordöstlichen Seite des Steinbruchs Diorit-Hartgestein abgebaut und mittels Brech- und Klassieranlage handelsfertig zu Edelsplitt aufbereitet.

Als nächstgelegener Immissionsort ist der Seienhof zu nennen, der sich in östlicher Richtung in einer Entfernung von circa 300 Metern befindet. In weiterer Entfernung, in nordöstlicher Richtung, Abstand etwa 900 Meter, befindet sich am Südhang des Hirschberges die Wohnbebauung Am Hirschberg mit den Straßenzügen Anna-Engel-Straße und Maria-Juchacz-Straße. „Entsprechend dem rechtsverbindlichen Bebauungsplan der Kreisstadt St. Wendel setzt dieser für die oben genannte Wohnbebauung ein WR-Gebiet fest, also ein Gebiet mit der höchsten Schutzwürdigkeit“, so das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz.

In Sichtweite des Steinbruchs in Oberlinxweiler liegen das Wohngebiet Hirschberg und das Marienkrankenhaus. Foto: Thorsten Grim
Die Bohranlage hat SZ-Leser-Reporter Markus Frey nahe dem Steinbruch entdeckt. Foto: Markus Frey

Sowohl am Seienhof als auch am Immissionsort Anna-Engel-Straße 27 wird jede Sprengung messtechnisch überwacht. Die Auswertung der Sprengerschütterungsmessungen habe immer eine Einhaltung der zulässigen Immissionswerte der Erschütterungsleitlinie ergeben. In der Anna-Engel-Straße würden die zulässigen Immissionswerte weit unterschritten.