1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Stadtrat St. Wendel lässt künftigen Grundschul-Standort untersuchen

Standortfrage : Stadtrat beschließt Schulstandort-Prüfung

Sanierung im Bestand? Oder Umzug in ein anderes Gebäude? Neubau? Eine Untersuchung soll zeigen, wo der beste Standort für die Nikolaus-Obertreis-Grundschule ist.

Insgesamt 26 Tagesordnungspunkte umfasste der öffentliche Teil der jüngsten Sitzung des St. Wendeler Stadtrates. Wobei einige Punkte in Blöcken abgearbeitet wurden. Dabei ging es beispielsweise um Bauplätze, um Arbeiten am Abwassernetz und um weitere Sanierungsmaßnahmen in der Kernstadt und den Stadtteilen. Oder auch um den Neubau einer Einsegnungshalle in Niederkirchen. Für all diese Vorhaben gaben die Stadträte einmütig grünes Licht. Das gilt auch für die weitere Vorgehensweise bei der „städtebaulichen Aufwertung der innerstädtischen Bereiche Bahnhofstraße, Mott und Stadtpark“. Hier wurde den Ratsmitgliedern die verkehrstechnische Bestandsaufnahme des Ingenieurbüros Hupfer vorgestellt und die weitere Vorgehensweise besprochen. Demnach soll ein Ideenwettbewerb Impulse für eine abgestimmte und zukunftsweisende städtebauliche Entwicklung im genannten Bereich bringen.

Diskussionsbedarf gab es dann bei dem auf Initiative der CDU auf der Tagesordnung gelandeten Punkts 20. Wenngleich auch hier die Räte abschließend einstimmig zustimmten. Beschlossen wurde, eine Studie auf den Weg zu bringen, die eruieren soll, wo der beste Standort für die Nikolaus-Obertreis-Grundschule ist. Vier Optionen gibt es: Die Schule bleibt an ihrem jetzigen Standort und wird grundsaniert. Die Schule zieht ins Missionshaus. Sie geht in das Gebäude der Wingertsschule in Alsfassen, die am 28. Juni ihre Tore schließt und nach Neunkirchen umzieht. Hüben wir drüben gibt es ebenfalls Sanierungsbedarf. Vierte Option: Die Schule wird komplett neu gebaut.

Letzte Variante wäre der SPD am liebsten, wie deren Sprecher Torsten Lang erklärte. Am aktuellen Standort, so seine Analyse, gebe es „erhebliche bauliche Mängel“. Das sei unstrittig. Ebenso, „dass sich da viel Sanierungsstau angesammelt hat über die Jahre“. Der Zustand der Schule sei „jetzt wirklich problematisch“ und müssen angegangen werden. Auch was das Platzangebot für die Nachmittagsbetreuung angeht, sieht Lang dringenden Handlungsbedarf. „Da müssen wir ehrlich sein, da wird es in den folgenden Jahren einen steigenden Bedarf geben.“

Dass es wegen mangelnden „Raum-Angebots Wartelisten geben muss, das ist sicherlich eine ungünstige Perspektive, die man vermeiden sollte“, befand der SPD-Fraktionsführer. Darum habe seine Partei auch Anfang des Jahres dieses Thema aufgegriffen. Damit „hier möglichst bald etwas geschehen soll. Denn ich denke, Geld, das wir hier in unsere Schule, in unsere Kinder investieren, ist wirklich gut angelegtes Geld“. Obendrein sei es absolut richtig, die vier Möglichkeiten gutachterlich prüfen zu lassen.

Zur Option Nutzung eines bestehenden Gebäudes erklärte Lang, dass ein Umzug ins Missionshaus für ihn und seine Parteikollegen ausgeschlossen ist. „Wir halten es für falsch, die Nähe der Innenstadt zu verlassen. Und wir halten es für falsch, aus der Stadt raus zu gehen mit dem Grundschulstandort.“ Das werde „an vielen Stellen so gesehen, nach allem, was ich aus der Bevölkerung gehört habe“.

Ein Neubau könne eine Lösung sein. Und es sei allemal besser, es einmal richtig zu machen, „als immer herumzustückeln“. Wunsch-Standort für den Neubau ist für die SPD „in der Nähe des Cusanus-Gymnasiums“. Dort könne durch die Anbindung an das Freibad, die Sporthalle sowie die Kreismusikschule ein echter Bildungscampus entstehen. Aber auch einer Sanierung am jetzigen Standort könne man zustimmen, wenn das finanziell besser darstellbar sei – und zugleich Lösungen für den Platzmangel sowie die Verkehrssituation gefunden würden.

Peter Schunath, Vorsitzender der CDU-Fraktion im St. Wendeler Stadtrat, erklärte, die von Lang aufgestellten Hypothesen an dieser Stelle nicht bewerten zu wollen. Vielmehr wollten er und seine Fraktionskollegen das Ergebnis der Untersuchung abwarten. Denn Langs Rede habe man so verstehen können, als ob er „schon vorab das Ergebnis dieser Untersuchung kennen“ würde. Die CDU-Stadtratsfraktion habe sich gemeinsam mit Bürgermeister Peter Klär (CDU) schon länger Gedanken über die Zukunft der Grundschule gemacht. Darum habe man sich bei einem Ortstermin an der Nikolaus-Obertreis die Sachlage angeschaut. „Ich gebe zu, es war ernüchternd. Und der Sanierungsstau, der dort ansteht, ist erheblich.“ Insofern sei es unbestritten, „dass Handlungszwang und -druck besteht“. Mit der Vergabe der Standort- und Varianten-Untersuchung komme man dem Beginn der Arbeiten – egal, welche Variante es letztlich wird – aber näher. Die Untersuchung, da waren sich Schunath und Lang einig, müsse alle Aspekte berücksichtigen. „Für einen Neubau kommen nicht allzu viele Standorte infrage“, erklärte Schunath. Sodass, sollte die Untersuchung einen Neubau präferieren, „der von Euch vorgeschlagene Standort“ durchaus ins Auge gefasst werden könnte. Man solle aber „nicht blauäugig“ sein, denn in dieser Straße gebe es bereits eine erhebliche Verkehrsbelastung – durch das Gymnasium. „Darüber hinaus müssen wir berücksichtigen, dass die Bosenbach für uns ein Veranstaltungsort ist.“

Oder ist das Missionshaus in St. Wendel als Standort für die Nikolaus-Obertreis-Grundschule eine Option? Foto: B&K
Ist das Gebäude der Wingertschule, die im Juni ihre Pforten schließen und nach Neunkirchen umziehen wird, geeignet? Eine Untersuchung soll es klären. Foto: B&K/Bonenberger/

„Wir als CDU wollen uns heute nicht festlegen“, unterstrich der Chef der Fraktion. Denn Ziel der Untersuchung sei es eben, „dass wir uns ganz offen halten für diese vier Standorte“. Ausdrücklich begrüßte er, dass auch der Schulstandort Wingertsschule – früher Grundschule St. Anna – unter die Lupe genommen werde. Abgesehen davon müsse St. Wendel aber auch am Missionshaus stadtplanerisch tätig werden, so stehe es im städtischen Entwicklungskonzept ISEK. „Auch wenn uns die Immobilie nicht gehört.“ Sei das Ergebnis der Untersuchung da, könne man im Stadtrat darüber diskutieren. „Dann ist es an der Zeit, dass wir uns damit noch einmal intensiv auseinandersetzen. Wir sollten nicht bereits jetzt eine Vorentscheidung treffen oder uns gar festlegen.“