Stadt St. Wendel lässt drei Platanen aus Sicherheitsgründen fällen

Aus Sicherheitsgründen : Schloßplatz-Platanen werden umgesägt

Die St. Wendeler Stadtverwaltung lässt drei erkrankte Bäume fällen. Ersatz sei aber bereits geordert.

Im Sommer sind sie gern genutzte Schattenspender. Für den Klimaschutz sind sie unverzichtbar. Bäume bilden nicht nur einen wichtigen Lebensraum für die Tierwelt, sondern erfreuen auch Wanderer und Naturliebhaber. In den Städten nutzen viele Menschen in ihrer Freizeit den erholsamen Aufenthalt unter den grünen Sauerstoffspendern.

Wie wichtig vielen Bürgern zudem der Erhalt der innerstädtischen Bäume ist, zeigen die vielen Anfragen und Leserbriefe, die unsere Zeitung regelmäßig erreichen, sobald auch nur Pläne bestehen, die landschaftsprägenden Pflanzen zu fällen. So schickte uns zuletzt Eckhard Eimers, SZ-Leser-Reporter aus St. Wendel, eine Nachricht, in der er sich besorgt davor zeigt, dass die St. Wendeler Stadtverwaltung möglicherweise plane, die Bäume auf dem Schloßplatz abzuholzen – in seinen Augen ein Ding der Unmöglichkeit. Denn die Bäume würden in der „betonlastigen Stadt“ Schatten spenden und seien zudem „der einzig kühlere Ort“ innerhalb der Innenstadt in diesem Sommer gewesen, begründet Eimers seine Sorgen. Er wünscht sich, dass die Bäume am Schloßplatz stehen gelassen werden, da sie „besonders wichtig für den Artenschutz und für das Klima“ wären. Die in St. Wendel regierende CDU forderte er samt Bürgermeister Peter Klär (CDU) dazu auf, mehr Grünflächen innerhalb der Stadt zu schaffen, „statt Leben zu betonieren“. „Es muss mehr geben als Bauinteressen und Kostensenkung für Reinigungsmaschinen“, moniert Eimers.

Auf das Thema angesprochen, bestätigte Stadt-Pressesprecher Volker Schmidt zunächst die Befürchtungen Eimers’. Nach aktuellen Plänen der Stadtverwaltung sollen auf dem zentralen Schloßplatz tatsächlich Bäume gefällt werden. Allerdings nicht alle, sondern lediglich drei Platanen in der Nähe des Restaurants Manin. Laut Schmidt hat die Stadtverwaltung gute Gründe dafür: Die in den 50-er und 60-er Jahren gepflanzten Bäume sind nämlich altersschwach – und krank. Wie die für die Pflege der städtischen Grünanlagen zuständigen Fachleute vom Bauhof festgestellt hätten, gefährde Fäulnis innerhalb der Baumstämme auf Dauer deren Standsicherheit. Die Fäule rühre daher, dass in früheren Jahren Platanen immer „auf Kopf“ geschnitten wurden. Bei diesen radikalen Rückschnitten seien die Bäume meist stark verletzt worden. Und in der Folge habe leicht Wasser in den Stamm eindringen können. Heute schneide man die Bäume nicht mehr so stark zurück. „Aber die Schäden der Vergangenheit sind nicht mehr rückängig zu machen“, sagt dazu ein Bauhof-Mitarbeiter.

Dass sich derzeit an einigen der Bäume die Rinde löst, ist nicht das Problem. Denn Platanen besitzten eine einzigartige Rinde. Sie erneuert die Borke immerzu und stößt die alte ab. Die Borke löst sich dabei in einem Rhythmus von drei bis vier Jahren in Platten vom Stamm und bringt das darunter liegende Geflecht der Rinde zum Vorschein. Foto: Thorsten Grim

Wann genau sich nun aber die Kette einer Motorsäge durch die drei faulen Stämme der Schloßplatz-Platanen fressen wird, steht nach Aussagen des Stadt-Pressesprechers noch nicht fest. Das würde auch von der aktuellen Wetterlage abhängen, erläutert Schmidt. Die Stadtverwaltung plane allerdings, die Bäume in den kommenden beiden Wochen absägen zu lassen. Vor einer weiteren Betonwüste (oder in diesem Fall Pflasterstein-Wüste) in der Innenstadt müssen sich die Bürger in St. Wendel dennoch nicht fürchten. „Für die drei Platanen ist schon ein entsprechender Ersatz geplant“, erklärt Schmidt. Demnach sollen drei neue die alten und erkrankten Platanen ersetzen. Diese würden zwar nicht ganz so groß sein, wie die jetzigen Bäume, die inzwischen mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Aber zwischen fünf und sechs Metern in der Höhe würden sie immerhin messen, sagt der Pressesprecher.