1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

St. Wendels Landrat lobt Arbeit der Gesundheitsämter in Corona-Pandemie

St. Wendels Landrats lobt : „Erfahrungen müssen genutzt werden“

In den Augen des St. Wendeler Landrats haben sich die dezentralen Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie bewährt.

Als erfolgreiche Bewährungsprobe für die dezentralen Gesundheitsämter in der Trägerschaft der Landkreise bewertet der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) die bisherige Bewältigung der Corona-Pandemie. Die guten Erfahrungen müssten genutzt werden, um den öffentlichen Gesundheitsdienst vor Ort langfristig zu stärken.

„Unser Gesundheitsamt in St. Wendel, und das gilt letztlich für alle Gesundheitsämter, hat gezeigt, wie entscheidend die dezentrale Organisation des öffentlichen Gesundheitswesens für den Erfolg der Maßnahmen ist. Unser Gesundheitsamt ist systemrelevant“, lässt Recktenwald in einer Pressemitteilung wissen. Die fachliche Expertise in den Ämtern, ihre flexible Reaktion auf täglich neue Herausforderungen und das Zusammenspiel mit den übrigen Ämtern der Kreisverwaltung, den Kommunen und Hilfsorganisationen, die Kenntnis über die Situation vor Ort und die gute Vernetzung spielten dabei eine große Rolle. „Wir sind näher dran an den Problemen vor Ort, schnell handlungsfähig und können die betroffenen Menschen zeitnah und persönlich erreichen und damit auch besser und schneller helfen“, ist der Landrat überzeugt. Insofern sei das Gesundheitsamt des Kreises ein Beispiel funktionierender interkommunaler Zusammenarbeit mit den Gemeinden und ihren Ortspolizeibehörden, bei der ein Zahnrad ins andere greife. „Ohne den regional verankerten öffentlichen Gesundheitsdienst kommen die von Bund und Land beschlossenen Maßnahmen vor Ort nicht zielführend an“, so Recktenwald.

Durch die mit der Bund-Länder-Vereinbarung vom 6. Mai beschlossene, auf das Infektionsgeschehen im jeweiligen Landkreis bezogene Dezentralisierung der Corona-Bekämpfung rückt das örtliche Gesundheitsamt mit seiner Verantwortung stärker in den Fokus. „Dies erfordert für die Zukunft eine stärkere administrative, finanzielle und personelle Ausstattung der Gesundheitsämter. Die Soforthilfe des Bundes von 150 000 Euro für jedes Gesundheitsamt insbesondere für technische Ausstattung kann nur als erstes Signal in die richtige Richtung gewertet werden.“ Auf Basis des Infektionsschutzgesetzes und in enger Abstimmung zwischen Land und Landkreisen sei zu klären, mit welchen Maßnahmen die Landkreise konkret agieren, sollte die Zahl der Infektionen den Wert von 50 pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen erreichen.

Zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in und bei den einzelnen Landkreisen sollte das Land an der Universität nach Auffassung Recktenwalds einen Lehrstuhl für den ÖGD einrichten, für Studierende ähnlich der Landarztquote auch eine ÖGD-Quote vorsehen und im Medizinstudium die Belange des ÖGD im Kontext mit dem medizinischen Katastrophenschutz und dem allgemeinen Gesundheitsschutz, der Hygiene und der Prävention implementieren. Medizinstudenten sollten zudem Praktika im Gesundheitsamt verrichten.

Landrat Udo Recktenwald. Foto: B&K/Bonenberger & Klos

Der St. Wendeler Landrat erwähnt in diesem Zusammenhang auch eine „finanzielle Schieflage bei der Bezahlung der Ärzte im ÖGD“. Allerdings betreffe dieses Thema auch andere Bereiche der öffentlichen Verwaltung und müsse daher generell auf den Prüfstand.