Wallfahrtswoche: St. Wendeler Kindergärten auf Wallfahrt zu St. Wendelin

Wallfahrtswoche : St. Wendeler Kindergärten auf Wallfahrt zu St. Wendelin

Von Frank Faber

 Es ist ein stimmgewaltiger Chor. Mehr als 100 Kindergartenkids singen: „Ich freue mich auf diesen Tag, denn heute ist Wallfahrtstag, dies tut uns allen gut“. Am Donnerstagmorgen waren die jungen Pilger aus den Kindergärten der Kreisstadt in der Wendelskapelle eingetroffen. Die Wallfahrer aus Winterbach erscheinen mit aus Packpapier gebastelten Hüten und tragen einen Hirtenumhang, andere Kinder haben einen Schäfer- oder Bischofsstab in der Hand.

Alle sind wegen eines einzigen Mannes gekommen:  dem Heiligen Wendelin, den sie als Schutzpatron kennen. „Ihr seid heute ganz wichtig, weil ihr wie die Großen zur Wallfahrt dazugehört“, werden sie vom St. Wendeler Pastor Klaus Leist begrüßt. Er zeigt den Kindern am Altar die Wendelin-Figur und fragt sie: „Warum steht denn der Wendelin mit dem Fuß auf der Krone?“ Alle rätseln, bis der Pastor aufklärt. „Wendelin wollte kein Königssohn, sondern lieber ein Hirte sein, um bei den Menschen und Tieren zu bleiben“, berichtet Leist.

Anschließend pilgert die große Gruppe von der Wendelskapelle bis ans Grab des Stadtheiligen in der Basilika. Vor dem Wortgottesdienst kehren die Fußwallfahrer noch im Cusanushaus ein. Während der Rast werden fleißig Wendelin-Fanplaketten und Schäfchen gebastelt.

Gut gestärkt geht‘s daraufhin nach getaner Arbeit bestens ausgestattet mit Pastor Leist in die Basilika. Der Pastor und Gaby Rauber, die Kinderhilfe-Leiterin der Stiftung Hospital, halten im Altarraum eine große Leinwand hoch, und die Kinder kleben ihre Schäfchen auf die grüne Wiese. „Ein Hirte muss alle seine Schafe immer gut im Blick haben“, sagt eine Nachwuchspilgerin. Es wird still, als Rauber berichtet wie Gott die Welt erschaffen hat. „Schön ist die Welt, unter dem Himmelszelt“, intonieren darauf die Kindergartenkinder. Auch zu den Fürbitten haben sie sich mit den Erzieherinnen so ihre Gedanken gemacht. Alle Menschen, so Pastor Leist, könnten sich an Wendelin ein Beispiel nehmen und ein großes und offenes Herz für alle Menschen bewahren. „Auf die Schöpfung, die Natur, die Tiere und auf uns untereinander müssen wir immer gut aufpassen, dann machen wir das, was der Heilige Wendelin getan hat“, ergänzt Leist. Abschließend bittet er die Kinder an den Schrein des Heiligen Wendelin: „Ihr seid alle richtige Pilger. Berührt die Lade mit der Hand und sagt ein, zwei Sätze zu Wendelin still vor euch hin“, legt er ihnen nahe. Zum Andenken an den Pilgertag erhalten die Kinder das
offizielle Wallfahrtsbildchen.

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