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Sportler-Kritik: In St. Wendel fehlen Radwege

Sportler-Kritik: In St. Wendel fehlen Radwege

Wer sich auf seinen Drahtesel schwingt, hat dafür durchaus unterschiedliche Beweggründe: rasch zur Arbeit kommen, seiner Gesundheit etwas Gutes tun, die Umwelt schonen. Anlass genug, am heutigen Welt-Fahrradtag das Thema aufzugreifen.

Trotz motorisierter Mobilität sei das Rad die Nummer eins, wenn's darum geht, im Dorf von einem Ort zum nächsten zu gelangen. So sieht es jedenfalls Uwe Glasen. Und da biete die Region gute Strecken, ist der Chef des Freisener Radsportvereins Grüne Hölle überzeugt. Das treffe auf die Fahrradfreundlichkeit allgemein, als auch auf den Ausbau spezieller Strecken für Mountainbiker zu. Nachholbedarf sieht er indes bei der innerstädtischen Struktur. Hier hapere es noch an ausreichend Fahrradwegen.

Dabei sei die Motivation, aufs Rad umzusatteln, nicht nur bei Erwachsenen groß, betätigt Klaus Noll, Chef des Mountainbikeclubs Bergradler in Oberthal: "Das Interesse der Jüngeren ist rießig." Darauf haben sich auch beide Vereine eingestellt, kümmern sich seit einigen Jahren verstärkt um die Jungendarbeit. Das sei wichtig, ist Noll überzeugt. Denn bereits Kinder sollten lernen, sicher auf Zweirädern unterwegs zu sein, pflichtet Glasen bei.

Dazu gehöre zudem eine fachliche Beratung beim Kauf. Und nicht außer Acht zu lassen: Gegenseitiger Respekt auf der Straße gehöre dazu, um Sicherheit zu gewähren. An der mangle es mancherorts.

Begeistert radeln - das gibt's nicht nur im Verein und bei jungen Leuten. Beispiel? Ortwin Federkeil. Der 76-Jährige aus Remmesweiler lege bis heute an die 3000 Kilometer pro Jahr mit dem Fahrrad zurück. "Das hat allerdings auch einen Benzintank als kleine Hilfe", gesteht er und schmunzelt dabei. Sport halte ihn fit. Allerdings sei es nicht so ganz einfach, in St. Wendel durchzukommen. Hier gebe es keinen einzigen Meter Radweg, kritisiert er und gibt damit dem Vereinsexperten Glasen Recht.

Ebenso klingt es von Alexander Spaniol (43). Der St. Wendeler, selbst leidenschaftlicher Radfahrer, will ebenso die Jüngsten motivieren. "Ein Fahrrad als Geschenk zu Weihnachten oder zum Geburtstag ist da genau das Richtige."

Eine etwas andere Herangehensweise an den Sport hat Sabrina Hartz. Die 23-Jährige aus der Kreisstadt nutze das Rad nicht, um von A nach B zu kommen. Dafür trainiere sie im Fitness-Studio auf ihm. Generell ist sie allerdings auch der Auffassung, dass es durchaus eine Alterantive zum Auto ist.

Zum Thema:

Das Fahrrad in der Geschichte Der Weltfahrradtag geht auf ein Experiment vom 19. April 1943 zurück. Damals probierte ein Forscher die Wirkung der Droge LSD am eigenen Leib aus. Während seiner Halluzination fuhr er auf seinem Drahtesel nach Hause. Allerdings soll er dabei den Eindruck gehabt haben, nicht vorwärts zu kommen. Der Erfinder des Fahrrads ist ein Deutscher. Karl Drais - daher der Ursprungsname des Vorläufers Draisine - trat am 12. Juni 1817 seine erste Fahrt durch Mannheim auf solch einem Gefährt an. Damit feiert das Rad dieses Jahr 200. Geburtstag.