Spitzen-Konzert zu Ehren Pink Floyds

Spitzen-Konzert zu Ehren Pink Floyds

Das Project ist für seine aufwendigen Shows bekannt. Jetzt spielte die Formation 20 Titel der Weltformation nach.

Farbenprächtige Lichteffekte, Lasertechnik, aufwendige Videosequenzen und verträumter progressiver Psychedelicrock: Das detailverliebte St. Wendeler Pink-Floyd-Project setzte mit individuellem handwerklichen Talent im ausverkauften Saalbau ein multimediales Spektakel zu einem musikalischen Gesamtkunstwerk zusammen. Die "Lights on!"-Show machte mit mehr als 20 bei der britischen Kult-Band Pink Floyd geborgten Songs ein telegenes Hörerlebnis möglich. Auf dem von Keyboarder Karl-Heinz Luther gespinnten und sphärisch fliegenden Klangteppich reiste das Publikum bis in die 1970er-Jahre zurück.

Frühe Hits aus der Syd-Barrett-Zeit gab es nicht, dafür mit "Shine on you crazy diamaond", das Tribut an das verstorbene Pink-Floyd-Mitglied und eigentlichen Bandgründer zum Einstieg. Grüne Laserstrahlen schossen während des höhlenartigen Sounds bei "Sorrow" synchron zu den Schreien die Gitarrist Uwe Sicks seinem Instrument abverlangte durch den Saal. Die Volksweise "High Hopes" endete mit dem obligatorischen Glockengeläut. Schlagzeuger Thomas Luther, der vom äußeren Erscheinungsbild noch am ehesten an das Aussehen der Rockgiganten und Vorbilder vor 40 Jahren erinnert, griff zu "Hey you" in die Gitarrensaiten. Marschierende Comic-Hämmer auf der Videowand und das wummernde Bassgezupfe von Andreas Mittermüller begleiteten anfänglich die Schülerhymne und Weltnummer "Another brick in the wall".

"Uwe, hast du zaubern gelernt", rief Hansi Appel aus Landsweiler-Reden dem Gitarristen Uwe Sicks nach der Pause respektvoll zu. Der Pink-Floyd-Fan stand schon bei Auftritten von dessen Ex-Gitarristen David Gilmour vor der Bühne. "Uwe macht das klasse, er hat eine enorme Spielfreude", lobte der Besucher. Sein Nachbar ergänzte sofort: "Die Spielfreude kommt aus den Musikern heraus, sie wollen die Musik authentisch rüberbringen, aber ohne sich dabei wichtig zu nehmen". Unaufhörlich tickte dann die Uhr, "Time": Die Zeiger kreisten in höchstem Tempo auf der Leinwand ums Zifferblatt, wie zudem an diesem Abend wohl auch durch die Betreibung des gewaltigen, technischen Equipments das Zählrad des hauseigenen Stromzählers.

Fein abgestimmt spielte das Pink-Floyd-Project das Album "The dark side of the moon" runter. Beim Instrumentalwerk "The great gig in the sky" konnte Sänger Frank Altpeter sein Organ schonen, um darauf nach dem Geklimper der Kasse "Money, get away" (Geld verschwinde) prägnant zu intonieren. Perfekt klinkten sich immer wieder die beiden Schlagzeuger, Thomas Luther und Kai Kessler, ein oder aus. Thomas Luther tauschte dieses Mal die Trommelstöcke gegen die Zwölfsaitige fürs Intro von "Wish you were here". Starke Momente bekamen die Songs zusätzlich durch die Einmischung aus der zweiten Reihe. Backgroundsängerin Jenny Mittermüller legte ein minutenlanges Solo hin und wurde wieder von Kollegin Simone Simmet-Raber eingeholt. Gerhard Bleich meldete sich punktuell für Alleingänge mit dem Saxofon und dem Didgeridoo. Zum guten Schluss sind noch "Comfortably numb" und "Run like hell" an der Reihe. Kurzum. Der Auftritt des St. Wendeler Pink-Floyd-Project war ein strahlendes Glanzlicht. "Lights out!"

Der Saalbau in St. Wendel war ausverkauft.

Anfang Oktober wird das Pink-Floyd-Project zwei Konzerte auf den Balearen, genauer auf Ibiza und Formentera spielen. In Formentera treten die St. Wendeler in der Blue Bar auf, den Rockgiganten Pink Floyd immer wieder mal besucht haben. Das zweite Konzert wird es auf dem größten und bekanntesten Hippiemarkt der Balearen, Las Dailas, auf Ibiza geben.

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