Spezialeinsatz der Polizei: Vater schießt um sich

Spezialeinsatz der Polizei: Vater schießt um sich

Verängstigt und kurz angebunden hat sich eine Winterbacherin beim Jugendamt gemeldet. Ihr Mann drehe durch. Sie und ihre Kinder seien in Gefahr. Das löste einen Großeinsatz in dem St. Wendeler Stadtteil aus.

Großräumig abgesperrte Straßen, zwölf Polizeiwagen, Hundestaffel - und Schüsse in einem Wohnhaus, in dem ein Paar mit seinen vier kleinen Kindern lebt: So hat sich die dramatische Lage im St. Wendeler Stadtteil Winterbach dargestellt. 35 Ermittler mitsamt Spezialeinsatzkommando (SEK) sowie Verhandlungsgruppe (VG) waren am Tatort, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.

Ein Sprecher des Führungs- und Lagezentrums in Saarbrücken bestätigte Montagabend entsprechende SZ-Informationen. Danach hatte sich der Vorfall bereits Samstagnachmittag ereignet. Demnach soll sich nach bisherigem Kenntnisstand der Ermittler Folgendes abgespielt haben:

Die Frau des mutmaßlichen Schützen meldete sich telefonisch vor 14 Uhr völlig verängstigt bei einer Mitarbeiterin des kreislichen Jugendamtes. Sie könne nicht lange sprechen. Nur so viel: Ihr Mann drehe durch, schieße um sich. Mit dem Paar im Haus: dessen gemeinsame Kinder zwischen ein und zehn Jahren. Dann legte die Mutter wieder auf.

Sofort machte sich die Jugendamtsmitarbeiterin auf den Weg zum Haus. Parallel dazu alarmierte sie die Polizei . Auf Grund der Bedrohungslage wurden neben den Beamten aus der Kreisstadt auch die Sonderkräfte eingeschaltet. Zusätzlich hinzugerufen: die Diensthundestaffel aus Bexbach. Bevor das Großaufgebot mit zwölf Wagen am Tatort eintraf, hatte die besorgte Amtsangestellte den vermeintlichen Schützen wegfahren sehen.

Die Ermittler versuchten, die im Haus verbliebene Mutter zu kontaktieren. Was die Polizei in jenem Augenblick beruhigte: Sie ging an den Apparat. Doch konnte sie auch jetzt nicht lange sprechen, ihr Mann, der zuvor in Rage die gemeinsame Wohnung verlassen hatte, war zurück.

Mittlerweile entdeckten ihn SEK-Vertreter auf dem Balkon. Dort habe er sich laut Polizeisprecher sehr entspannt gegeben. Unbedarft sei er vor die Haustür getreten. In diesem Moment griffen Polizisten der Hundestaffel zu, nahmen den Mann nach anderthalbstündigem Einsatz widerstandslos fest.

Wenig später fanden die Ermittler im Haus die mögliche Tatwaffe. Der Familienvater soll mit einer zweckentfremdeten Schreckschusspistole im Haus geschossen haben. Er habe, so der Polizeisprecher weiter, zuvor ein Loch in den Waffenlauf gebohrt. Zwar sei ein Schuss mit solch einer manipulierten Waffe nicht tödlich, aber könne erheblich verletzen. Solche bearbeiteten Schießeisen seien verboten. Unterdessen fanden die Beamten noch eine weitere Waffe, über die keine näheren Angaben gemacht wurden.

In diesem konkreten Fall blieb es beim Schreck. Die vier Kinder und deren Mutter kamen ungeschoren davon.

Der Auslöser für die Schüsse ist unklar, der Mann wieder frei.