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Spannende WandergeschichtenSpannende Wandergeschichten

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Bliesen. Die Fünf-Weiher-Tour, zu der der Bliesener Obst- und Gartenbauverein und der Heimatverein eingeladen hatten, wurde für die Teilnehmer zu einem echten Wandererlebnis. Zwölf Kilometer waren zurückzulegen, davon neun über den Bliesener Bann

Bliesen. Die Fünf-Weiher-Tour, zu der der Bliesener Obst- und Gartenbauverein und der Heimatverein eingeladen hatten, wurde für die Teilnehmer zu einem echten Wandererlebnis. Zwölf Kilometer waren zurückzulegen, davon neun über den Bliesener Bann. Unter der Führung von Hans-Josef Demuth, der unterwegs von vielen geschichtlichen Details zu berichten wusste, wurde am Vereinsplatz "In der Silz" gestartet. Zuerst kam die Weiheranlage des Angelsportvereins in das Blickfeld der Wanderer. Ganz in der Nähe lagen einst die beiden römischen Siedlungen Mockenbach. Ungeklärt sei, so Demuth, ob eine Verbindung zu den untergegangenen Weilern Obermockenbach und Niedermockenbach besteht. Bald konnte ein weiterer Weiher in der Silz bewundert werden. Hans-Josef Demuth erzählte von den in der Nähe liegenden Hügelgräbern aus der Hallstatt- und der Latènezeit. Der weitere Weg führte über die Rheinstraße (sie müsste eigentlich Rain-, Renn- oder Röhnstraße heißen), die zwei Kilometer lang die Banngrenze zwischen Alsweiler und Bliesen bildet. Im Distrikt "Rohnert" wurde dort bis nach dem Ersten Weltkrieg Eichenlohne gewonnen. An den "Alten Stangen" steht noch immer das Wegkreuz aus dem Jahre 1865. An dieser Stelle gingen einst dem Landwirt Peter Wagner aus Bliesen beim Pflügen die Pferde durch. Er verletzte sich schwer, wurde aber wieder gesund und setzte als Dank ein Kreuz. Als die Wandergruppe in den Distrikt "Bauerstall" kam erzählte Hans-Josef Demuth vom Eisenerz, das in diesem Bereich im 16. und 17. Jahrhundert abgebaut und mit Fuhrwerken in die Eisenschmelze nach Bettingen transportiert wurde. Die nächste Station des Rundganges war die Weiheranlage der Gewässerfreunde. Hildebert Schu berichtete als Zeitzeuge, dass in den 1950er Jahren am Südhang Reste eines vermutlich römischen Brunnens gefunden wurden. Auch der frühere Siedlungsplatz "Langefelle" hat seine Geschichte. Bei Grabungen wurden vor einiger Zeit Münzen aus dem dritten Jahrhundert nach Christus gefunden. Das letzte Wegstück führte über die verlängerte Burgstraße zum Augenborn, wo ein römischer Soldat bei einer Schlacht am Auge verletzt, vom dortigen Quellwasser aber wieder geheilt worden sein soll. gtr