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Simic glaubt weiter an den Aufstieg

Simic glaubt weiter an den Aufstieg

Volleyball-Drittligist TV Bliesen steht am Samstag im Heimspiel gegen den Meisterschafts-Topfavorit SSC Karlsruhe unter Druck. Neuzugang Zoran Simic ist aber überzeugt, dass der TVB den Gegner trotz Personalproblemen schlagen kann.

Es war eine rabenschwarze Woche für Volleyball-Drittligist TV Bliesen : Erst verlor der TV am Sonntag beim TV Waldgirmes mit 2:3. Außerdem zog sich mit Max Jungmann der beste Bliesener Spieler einen Bänderriss zu. Am Montag im Training kam es dann noch dicker: Dort erwischte es Mittelblocker Lukas Kaiser, der sich ebenfalls einen Bänderriss zuzog. Und ausgerechnet jetzt wartet auf Bliesen ein Heimspiel gegen den absoluten Meisterschaftsfavoriten: Am Samstag um 20 Uhr kommt der SSC Karlsruhe in das St. Wendeler Sportzentrum.

Bliesen wollte eigentlich gemeinsam mit Karlsruhe um den Titel kämpfen, hat nach drei Spieltagen aber schon drei Punkte Rückstand auf den SSC. Dieser hat zudem noch eine Partie weniger absolviert. Doch trotz des durchwachsenen Saisonstarts und des Ausfalls von zwei Leistungsträgern ist bei Bliesens Neuzugang Zoran Simic der Optimismus groß. "Wir können Karlsruhe schlagen", sagt der 22-jährige Serbe und ergänzt: "Wir haben nämlich nicht nur zwei, sondern eine ganze Menge guter Spieler." Und auch im Rennen um die Meisterschaft sieht Simic nach wie vor gute Chancen für seinen neuen Club. "Wir sind noch ganz am Anfang der Saison, es ist noch lange nichts verloren", findet der Zuspieler.

Der 1,97 Meter große Simic wurde von Bliesen vor der Runde vom österreichischen Zweitligisten Sportunion Bisamberg verpflichtet. Zuvor spielte er in eine Saison beim Rekordmeister HotVolleys Wien, der sich aber vor zwei Jahren wegen finanzieller Probleme aus der ersten Liga zurückzog. Ausgebildet wurde Simic bei seinem Heimatclub, dem serbischen Zweitligisten OK Futog. Jetzt folgte der Sprung nach Deutschland. Der Kontakt kam über einen alten Weggefährten von Bliesens Trainer Peter Lember zustande: Stefan Bräuer, der gemeinsam mit dem Bliesener Übungsleiter beim Frauen-Erstligisten SV Sinsheim arbeitete. Später war Bräuer Trainer von Simic in Österreich.

Im Juli verpflichtete Bliesen den Serben - nachdem er im Probetraining überzeugt hatte. "Er hat die Qualitäten, das Spiel schnell zu machen und als Regisseur zu agieren", sagt Lember über den Neuzugang. Bis Simic diese Qualitäten voll entfalten kann, braucht es aber noch ein wenig Zeit. So ist im Zuspiel ein blindes Verständnis mit den Mitspielern vonnöten - und das stellt sich nicht von heute auf morgen ein. "Ich denke, ich bin zu 90 Prozent mit der Mannschaft eingespielt. Bis es bei 100 Prozent ist, dauert es noch ein wenig", erklärt Simic.

Obwohl er bis zu seinem 19. Lebensjahr noch in Serbien wohnte, spricht der 22-Jährige schon fast perfekt Deutsch - mit österreichischen Akzent. "Das habe ich mir alles selbst beigebracht. Ohne Sprachkurs. Einfach dadurch, dass ich viel mit den Leuten geredet habe", erzählt Simic stolz. "Vom saarländischen Dialekt verstehe ich mittlerweile auch das meiste", meint er lachend. Überhaupt hat er sich in seiner neuen Heimat gut eingelebt. Auch einen Job hat Simic schon gefunden. Bei der Post. Dort aber nicht als Zuspieler, sondern als Zusteller.