650 Jahre Urweiler: Siedlungsgeschichte und soziales Leben

650 Jahre Urweiler : Siedlungsgeschichte und soziales Leben

Ein großer Jubiläumsabend war der Höhepunkt der 650-Jahr-Feier in Urweiler. Galt es doch sechs Jubiläen dabei gebührend zu feiern.

() Ein Glanzpunkt und gleichzeitig krönender Abschluss des Dorffestes „650 Jahre Urweiler 1367-2017“ war der Jubiläumsabend. Sechs Jubiläen wurden dabei gefeiert: 650 Jahre Urweiler, 125 Jahre Liederkranz, 90 Jahre Feuerwehr, 50 Jahre DRK, 20 Jahre Jugendfeuerwehr und zehn Jahre Ortsvorsteher Peter Zeyer im Stadtrat. Im gut besuchten Festzelt stellte der Vorsitzende der Heimatfreunde Urweiler, Franz Josef Marx, an einer großen Bildleinwand die einzelnen Jubilare vor.

Das diesjährige Jubiläum fußt nicht auf der Gründung des Ortes Urweiler, denn die Siedlungsgründungen lassen sich nur in ganz bestimmten Fällen auf ein bestimmtes Jahr nachweisen.

Es geht vielmehr um das erste (bisher bekannte) schriftliche Zeugnis in dem Urweiler erstmals genannt worden ist. Es handelt sich um die Urkunde US 16 im Pfarrarchiv St. Wendel mit dem Datum vom 16. November 1367. Spuren früher Besiedlung wurden bereits gefunden: Ein Hügelgrab am Eichbüsch sowie das Fundament eines Gebäudes im Bruchwald. Ferner römerzeitliche Siedlungsreste an sechs weiteren Stellen: An Hellen, Auf Rämel vor der Heck, Im Bruchwald, In Almet, Kähnelsberg und Urweilerberg. Auch wurden mehrere Brandgräber beim Haus- und Straßenbau in der Hügelstraße gefunden. So kann man sicherlich festhalten, dass der Ort Urweiler schon viel früher bestanden hat.

Der Männergesangverein, heute gemischter Chor Liederkranz 1892 Urweiler, ältester Verein in Urweiler, wurde am 2. Juli 1892 aus der Taufe gehoben. Erster Vorsitzender wurde Jakob Becker und der erst Dirigent Lehrer Peter Lieser. Die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg kann man als die Blütezeit des Chores bezeichnen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die regelmäßigen Proben erst wieder im Sommer 1947 aufgenommen. Bei der 100-Jahr-Feier 1992 wurde dem Verein die Zelterplakette verliehen.

Nachdem die Sängerzahl auf ein Tief von 15 Sängern gesunken war, entschloss man sich, den Männerchor in einen gemischten Chor umzuwandeln. Heute singen wieder über 60 Personen im Chor, der seit Dezember 1996 von Ludmila Will geleitet wird. Vorsitzender ist Franz Josef Marx.

Die erste Übung der Feuerwehr Urweiler fand am 4. April 1927 statt. Vorher bestand eine Pflichtwehr, wie das überall so üblich war. Das Löschwasser musste früher noch mit Eimern herangeschafft werden, denn erst 1930 wurde in Urweiler eine Wasserleitung in Betrieb genommen. Das erste Fahrzeug erhielt die Wehr im Jahre 1944. 1955 wurde sie mit einem Löschgruppenfahrzeug ausgestattet. 1975 ein Tanklöschfahrzeug und einen Mannschaftstransportwagen.

Das 1927 erbaute Feuerwehrgerätehaus wurde 1971 durch einen Neubau ersetzt. Die Wehr hat heute einen hohes Ausbildungsstand und ist gut ausgerüstet. Dreißig aktiven Wehrkameraden zählt der Löschbezirk und zehn Personen gehören der Altersabteilung an.

Der heutige Löschbezirksführer ist Franz Josef Saal, sein Stellvertreter Hans Werner Jung. Am 22. April 1997 wurde eine Jugendwehr gegründet, der elf Jugendliche im Alter von acht bis sechzehn Jahren angehören. Neunzehn Kinder von sechs bis acht Jahren bereiten sich in einer Kindergruppe auf die Jugendfeuerwehr vor.

Der DRK-Ortsverein Urweiler-Leitersweiler wurde am 24. Juni 1967 im Gasthaus Rammacher gegründet und hat 150 Mitglieder sowie eine aktive Gruppe, die aus neun Mitgliedern besteht. In Kursen bilden sich die Helferinnen weiter fort und sind somit immer auf dem neuesten Stand. Zur Zeit leitet Manfred Marx den Verein, unterstützt von Bernd Closter und Erich Maldener.

Eine besondere Ehre erlebte Ortsvorsteher Peter Zeyer; denn Franz Josef Marx, der Vorsitzende der Heimatfreunde, gratulierte ihm zu seiner zehnjährigen Tätigkeit im Stadtrat von St. Wendel, was ihn sichtlich bewegte.  Für die musikalische Umrahmung sorgten der Musikverein Urweiler und das Stadtorchester St. Wendel unter der Leitung von Sven Hoffmann.

Die Tanzgruppe Modis brachte eine Tanzeinlage auf die Festzeltbühne. Foto: B&K/Bonenberger/

Für beste Stimmung im Festzelt sorgte die Modi-Tanzgruppe unter der Leitung von Rosel Egler-Peters mit ihren beiden schwungvollen Tänzen, die mit lang anhaltendem Beifall belohnt wurden. Der gemischte Chor Liederkranz 1892 Urweiler unter der Leitung von Ludmila Will war ebenfalls mit von der Partie und erfreuten mit ihren wohlklingenden Liedern.

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