„Selbst Kinder kennen Elvis“

„One Night Only – Back to the Fifties“ heißt es am kommenden Samstag, 25. Juni, ab 20 Uhr im St. Wendeler Saalbau. Im Vorfeld der Gala empfing die SZ-Redaktion die Solisten der Show zum Redaktionsgespräch.

Die erste Hürde ist genommen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist Gruppenerster und wird daher nicht am Samstag, 25. Juni, im Achtelfinale der EM spielen, sondern erst am Sonntag. Damit ist Michael Ewig, dem Gastgeber und Organisator der Gala "One Night Only - Back to the Fifties", ein Stein vom Herzen gefallen. Denn er gibt zu: "Bei der Planung des Termins hatte ich die EM gar nicht auf dem Schirm." Auch an das Freisener Dorffest und andere Veranstaltungen hatte er nicht gedacht. Dennoch ist er optimistisch, dass die Zahl von 350 Besuchern bei der Premiere von "One Night Only" vor zwei Jahren noch getoppt wird.

Denn die Gala im Saalbau wird, so ist sich Solistin Laura Birte sicher, "ein Riesen-Spaß". Das liege einerseits an der guten Stimmung im Team, aber vor allem an der Musik. Ewig spricht gar, wenn er an Musik in den 50ern denkt, von einem "Stück Allgemeingut". Er erklärt: "Selbst Kinder hören irgendwann mal etwas von Elvis Presley und wissen, was Rock'n'Roll ist." Das bestätigt Manny von Kannen, der als einziger Solist die 50er-Jahre selbst miterlebt hat: "Es ist erstaunlich, wie sehr die jungen Leute von heute in diese Welt eintauchen." Schließlich sei vieles aus dieser Zeit bis heute hängen geblieben, sagt David Hardenberg, der schon bei der ersten Gala mit von der Partie war: "Sehen Sie uns doch an: Jeans , T-Shirt, Chucks; genauso sind die Leute damals rumgelaufen." Musikalisch gesehen sagt Ewig: "Das Thema 50er-Jahre hat uns jeden Tag aufs Neue überrascht." Es gab damals nicht nur Petticoat und Pferdeschwanz, sondern auch "richtig coole Sachen". Thomas Bernardy spricht gar von "anspruchsvollen Stimmen".

Gerade erst trafen sich alle Solisten in St. Wendel , um an zwei Tagen die gemeinsamen Nummern zu proben. Das war die letzte Chance vor der Generalprobe, dass nochmal alle zusammenkamen. Die eigenen Nummern übt jeder für sich selbst, unterstützt durch Videos, die Ewig verschickt. Denn der Freisener probt parallel mit den Tänzern in seiner Tanzschule, die ebenfalls in das Projekt eingebunden sind. Am Samstag werden etwa 120 Akteure auf der Bühne stehen - und nur ein ganz kleiner Teil werde gemeinsam erarbeitet.

Ewig nutzt, so verrät er im SZ-Redaktionsgespräch, gerne die Zeit im Zug. "Acht Stunden bis Hamburg, da kann ich gut die Texte lernen." Für Kristin Backes ist es das zweite künstlerische Groß-Projekt in diesem Jahr; denn sie war gerade erst mit Zauberer Jakob Mathias in Japan. Jetzt hat sie das Abi sicher - und kann sich in Ruhe auf die Gala vorbereiten. Hardenberg hat es noch besser: Er genießt eine Woche Urlaub und kann sich auf die Gala konzentrieren. Ein Trip ins Saarland sei wie ein Kurz-Urlaub. Für ihn als Niederländer sei Deutschland sowieso Ausland, "und das Saarland noch ein bisschen mehr". Er fühle sich aber sehr wohl, ist begeistert vom hügeligen Land, vom Grün und von den Weinbergen. Er als einziger Nicht-Saarländer im Solisten-Team und Nicht-Fußball-Fan drückte in diesem Fall sogar der deutschen Elf die Daumen. Damit das mit dem Achtelfinale keine Hürde darstellte - und weil "die Deutschen mich gelehrt haben, nach dem Fußball zu feiern".

Karten kosten zwischen 23 und 26 Euro. Erhältlich sind sie unter anderem bei Buch und Papier Klein sowie im Globus oder per E-Mail: tickets@tinagorra.de.

Zum Thema:

Die Solisten im Gespräch mit den SZ-Redakteurinnen Melanie Mai (im Vordergrund, von links) und Evelyn Schneider.

Auf einen Blick Die SZ-Redaktion hat die Solisten gebeten, einen Song zu nennen, den sie bei der Gala singen und der ihnen besonders am Herzen liegt. Das sagen sie dazu: Michael Ewig: "Im weißen Rössl" von Peter Alexander . Thomas Bernardy: "Neun live" von den Wise Guys. Denn als ich dieses Lied gesungen hab, hab ich Michael Ewig kennengelernt. Kristin Backes: "Ich will keine Schokolade" von Trude Herr. Laura Birte: "Let's have a party" von Wanda Jackson. David Hardenberg: Ich freue mich auf ein Buddy-Holly-Medley. Er war ein revolutionärer Sänger, der viel zu früh gestorben ist. Manny von Kannen: "Rote Lippen soll man küssen" von Gus Backus. him