Seit 40 Jahren eine Institution

Seit 40 Jahren erzielt der St. Wendeler Hungermarsch eine große Wirkung. 120 Menschen machten sich so am Sonntag nach dem Gottesdienst auf den Weg rund um den Wendelinushof und sammelten damit Geld. 95 Projekte in 25 Ländern sind bislang mit finanziellen Mitteln aus dem Traditionsprojekt unterstützt worden.

Mehr als eine Million Euro für Hilfsprojekte in aller Welt sind bisher in vier Jahrzehnten beim St. Wendeler Hungermarsch zusammengekommen. Vom ersten Schritt an im Jahre 1977 ist Diakon Oswald Jenni aus Urweiler mit dabei. Damals war es zudem der erste Hungermarsch im Bistum Trier . Gemeinsam mit Pater Michael Heinz zelebriert Jenni den Gottesdienst zum 40. Geburtstag der Wohltätigkeitswanderung rund um den Wendelinushof. Der aus Düppenweiler stammende Steyler Missionar Heinz lebt und arbeitet in Bolivien. In seiner Predigt hat er eines der beiden Projekte vorgestellt, die der Hungermarsch dieses Mal unterstützt. Die im Osten Boliviens arbeitende Sozialstiftung Fassiv kümmert sich um behinderte Kinder und Jugendliche und ist die einzige Einrichtung dieser Art im Umkreis von 500 Kilometern. "Wir benötigen das Geld , um sechs Operationen für behinderte Kinder finanzieren zu können", berichtet Pater Heinz.

Eine gesunde Ernährung für HIV-infizierte Kinder in Südindien soll ebenfalls mit dem Erlös aus der Hungermarsch-Aktion sichergestellt werden. "Oft fehle den Familien das Geld für eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung", erklärt dazu Peter Adams. Der 74-jähriger St. Wendeler organisiert seit Jahren die Wohltätigkeitsveranstaltung. "Der Gottesdienst war sehr gut besucht, so viele Menschen habe ich in den vergangenen Jahren nicht gesehen", freut sich Adams. Nach der Messe begrüßt er viele bekannte Gesichter. "Es gibt eine Hungermarschgemeinde. Einst waren sie als junge Menschen dabei, mittlerweile bringen sie ihre Kinder und die Enkelkinder mit", sagt Adams. Früher seien zeitweise 1000 Menschen für den guten Zweck unterwegs gewesen. "Auch wenn heute deutlich weniger Menschen mitgehen, wird die Aktion weiterhin sehr gut unterstützt", hebt Adams heraus.

120 Teilnehmer haben sich auf die einstündige Wegstrecke gemacht: "Wandern für die Andern - Solidarität mit Menschen in Not", mit dieser Motivation sind sie für Not leidende Menschen in der Dritten Welt losmarschiert. Auch Albert Heinz, der Vater des Diakons aus Düppenweiler, reiht sich in die Solidaritätskarawane ein. "Eine ganz tolle Sache", betont der Senior. In Bolivien habe er seinen Sohn noch nicht besucht. "Ich habe den Plan, wofür sich mein Sohn dort einsetzt", teilt er mit.

Organisator Adams hat bei der Planung des Marsches nichts dem Zufall überlassen. Wegen der Bauarbeiten in der Ostertalstraße nehmen viele Besucher des Wendelinushofes mit dem Auto die Strecke entlang des Missionshauses. "Der Hungermarsch hat Vorrang", stellt Adams klar. Genauso wichtig wie eine gute Vorbereitung, ergänzt er, sei hinterher das gemütliche Beisammensein im Bildungshaus des Arnold-Janssen-Gymnasiums. "Wir wollen die beiden Projekte beibehalten und darüber müssen wir die Teilnehmer auf dem Laufenden halten", so der Organisator. Im Vorjahr seien 13 700 Euro für die Erweiterung eines Kinderheim in Südindien zusammengekommen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Veranstaltet wurde der Hungermarsch vom Jochen-Rausch-Zentrum St. Wendel , den Steyler Missionaren und der Aktion Hungermarsch. Die Aktion läuft bis Ende Oktober. Info: Peter Adams, Tel. (0 68 51) 76 81; Spendenkonto "Jochen-Rausch-Zentrum", IBAN: DE47 5925 1020 0000 0846 16, Kennwort: Hungermarsch. frf