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Sechs Parteien wollen in den St. Wendeler Stadtrat einziehen

Kommunalwahl : Sechs Parteien wollen in den Rat

Vier sind schon drin. Nun wollen auch FDP und AfD in den St. Wendeler Stadtrat einziehen. Dort hat die CDU derzeit die absolute Mehrheit.

Eine gut aufgestellte Wirtschaft – obwohl es keinen direkten Autobahnanschluss gibt. Ein attraktiver Arbeitsmarkt mit den landesweit niedrigsten Arbeitslosenzahlen. Ein gutes Bildungsangebot, eine vergleichsweise moderne Infrastruktur und ein vielseitiges Freizeitangebot. Das alles trägt dazu bei, dass die nordsaarländische Kreisstadt bei verschiedenen Studien zu Wirtschaftsperspektiven und Familienfreundlichkeit regelmäßig gute Noten bekommt. Welche Zensuren die St. Wendeler ihren Politikern dafür geben werden, wird sich bei der Kommunalwahl am 26. Mai zeigen. Wahlberechtigt sind 21 631 Bürger, wie Wahlleiter Udo Ritter auf SZ-Nachfrage mitteilt.

Sechs Parteien werfen demnach ihren Hut in den Ring. Aktuell sind im Stadtrat vier vertreten, nämlich SPD, Bündnis90/Die Grünen, die mit der Partei Die Linke eine Fraktionsgemeinschaft bilden, und die CDU. Wobei die Union bei der Kommunalwahl 2014 insgesamt 26 der 39 Sitze im Stadtrat erobern konnte und somit über die absolute Mehrheit verfügt. Künftig wollen auch FDP und AfD im St. Wendeler Rat ein Wörtchen mitreden, so sie denn von den Wählern den Auftrag dazu bekommen.

Themen gibt es in St. Wendel reichlich. Und die dazu passenden Diskussionen im Rat auch. In der nun zu Ende gehenden Wahlperiode immer wieder gerne debattiert wurde der Neubau der Sporthalle. Überdimensioniert ist sie in den Augen der SPD, notwendig in denen der CDU. Zu teuer heißt es bei den Sozialdemokraten – St. Wendel als das prosperierende Wirtschaftszentrum des nördlichen Saarlandes muss sich einen solchen Bau leisten können, bei der Union. Mit 13,5 Millionen Euro beziffert die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Peter Klär (CDU) die Kosten für den Neubau der Sporthalle, die gegenüber einem ersten Modell-Entwurf um 500 Quadratmeter Grundfläche reduziert wurde. Obwohl damit auch eine Kostenreduzierung einherging – ursprünglich waren 15,5 Millionen veranschlagt –, ist die SPD noch immer überzeugt, dass St. Wendel sich einen solchen Bau nicht leisten kann. In diesem Zusammenhang warf die Union der SPD eine „Verweigerungshaltung“ vor.

Diese droht auch bei der Frage nach dem künftigen Standort der Nikolaus-Obertreis-Grundschule, wenn die derzeit laufenden Untersuchungen zu einem Ergebnis kommen sollten, das den Sozialdemokraten nicht schmeckt. Und darum geht es: Die St. Wendeler Grundschule ist mehr als in die Jahre gekommen und schiebt einen erheblichen Sanierungsstau vor sich her. Nun werden vier Optionen untersucht: Sanierung am bestehenden Standort. Umzug in die ab Sommer leerstehende Wingertschule (ehemalige Grundschule St. Anna in Alsfassen). Umzug in das bald verwaiste Missionshaus. Die vierte Option ist ein kompletter Neubau. Die Untersuchung durch ein Fachunternehmen begrüßt die SPD, doch schließt sie das Missionshaus als Grundschul-Standort von vorne herein aus – auch wenn die Studie diese Lösung empfehlen würde. Bei der CDU will man indes unvoreingenommen der Dinge harren.

Stadtrat St. Wendel Sitzverteilung Foto: SZ/Müller, Astrid

In den kommenden Jahren städtebaulich aufgewertet werden soll die St. Wendeler Innenstadt. Genauer gesagt Bahnhofstraße, Mott und Stadtpark. Hier soll ein Ideenwettbewerb Impulse und Denkanstöße geben. Insgesamt 20 Millionen Euro, so haben es die Stadtratsmitglieder um den Jahreswechsel herum beschlossen,  will St. Wendel im laufenden Haushaltsjahr investieren – in Infrastruktur, Digitalisierung, Sport und Kultur. Auch in die städtischen  Spielplätze wird Geld fließen, wobei die SPD das Spielplatzkonzept der Stadt jüngst heftig kritisiert hat. Ein Thema ist auch der Alltags-Radverkehr. Auch hier will St. Wendel verschiedene Projekte forcieren, etwa zwischen Oberlinxweiler und der Innenstadt.