Sechs Menschen verlieren ihr Zuhause

Sechs Menschen verlieren ihr Zuhause

Großeinsatz für die Feuerwehr in St. Wendel. Die Dachstühle zweier Gebäude brennen. Drei Häuser sind unbewohnbar.

Es ist ein sonniger Nachmittag. Alles ruhig auf der Mott. Letzte Händler des Pfingstmarktes fangen gemächlich an, ihre Waren einzupacken. Dann plötzlich brechen Martinshörner die Stille. Im Sekundentakt ertönt das Signal, eilen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr zur Unglücksstelle: dem Eckhaus an der Einmündung Kelsweilerstraße/Jahnstraße.

Gegen 17 Uhr werden die Retter alarmiert. Wohnungsbrand lautet die Meldung. Als die ersten Einsatzwagen, die gerade noch bei einem Unfall in Oberlinxweiler waren, an der Kreuzung eintreffen, steigt Qualm auf und es schlagen Flammen aus zwei mehrgeschossigen Häusern. Beide Dachstühle brennen. Ein Mann wird aus einem der Gebäude gerettet. Mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung geht es für ihn ins Krankenhaus nach Ottweiler. Zügig wird nachalarmiert. Wie Feuerwehr-Sprecher Dirk Schäfer weiter berichtet, sind Löschbezirke der Kreisstadt, der Gemeinden Oberthal und Tholey sowie aus dem Landkreis Neunkirchen im Einsatz. Das sind 130 Helfer der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Auch die Polizei ist mit mehreren Streifenwagen vor Ort. Sie sperren den Bereich um die brennenden Gebäude ab. Es kommt zu Verkehrsbehinderungen. Auch unmittelbar vor der Redaktion ist kurzzeitig Stoßstangenkuscheln angesagt. Es gibt ohnehin Umleitungen, da in der Brühlstraße gebaut wird.

Zu Beginn des Einsatzes, so Schäfer, seien eine Frau und ein Kleinkind vermisst worden. "Doch es hat sich herausgestellt, dass sie in der Nachbarschaft waren", gibt der Feuerwehr-Sprecher Entwarnung. Kurz nach 18 Uhr ist der Brand unter Kontrolle. Doch für die Rettungskräfte ist der Einsatz noch nicht beendet. Nachlöscharbeiten stehen an. Während des Einsatzes waren die Anwohner der Kelsweilerstraße zeitweise ohne Strom.

Der Unglückort soll erst einmal weiträumig gesperrt bleiben, informiert Schäfer. Es bestünde für Fußgänger und Autofahrer die Gefahr, dass sich Teile von den Gebäuden lösen und hinunterstürzen.

Die Fensterscheiben geborsten, Qualm und Flammen werden sichtbar. Foto: Lukas Becker. Foto: Lukas Becker

Die beiden Gebäude, in denen es gebrannt hat, sowie das Haus daneben in der Kelsweilerstraße sind als unbewohnbar eingestuft. Wie Schäfer berichtet, haben insgesamt sechs Personen somit erst einmal ihr Zuhause verloren. In der ersten Nacht nach dem Unglück kommen sie privat unter. Wie es heißt, wolle die Stadt morgen eruieren, wie es mit ihnen weitergehen soll.