Schützenverein Hubertus wird 100 Jahre alt

Schützenverein Hubertus wird 100 Jahre alt

St. Wendel. Im "Wochenblatt für die Kreise St. Wendel und Ottweiler" stand am 21. Juli 1849 die erste Nachricht über den Schießsport in St. Wendel. Die Schützengilde lud nach einem Scheibenschießen "diejenigen Herren, welche noch gesonnen sind, dem Vereine beizutreten", dazu ein, sich beim Vorstand zu melden. 1871 wird von einem errungenen Siegerpokal berichtet

St. Wendel. Im "Wochenblatt für die Kreise St. Wendel und Ottweiler" stand am 21. Juli 1849 die erste Nachricht über den Schießsport in St. Wendel. Die Schützengilde lud nach einem Scheibenschießen "diejenigen Herren, welche noch gesonnen sind, dem Vereine beizutreten", dazu ein, sich beim Vorstand zu melden. 1871 wird von einem errungenen Siegerpokal berichtet. In den folgenden Jahren laden die Schützen durch die "Nahe-Blieszeitung" und das "St. Wendeler Volksblatt" regelmäßig zu Veranstaltungen und Versammlungen ein. Der Verein war 1882 in der Wirtschaft der Witwe Auer gegründet worden. Danach hat sich offenbar ein reges Vereinsleben entwickelt. Von einem Schützenfest im Juli 1899 wird berichtet: "Das Fest wurde eingeleitet durch den vom Bahnhofe nach dem Festplatze sich bewegenden Festzug." Viele Vereine gingen mit, "und endlich der festgebende Verein, die Mitglieder desselben in Schützentracht und die Büchse auf der Schulter. Nach der Ankunft auf dem Festplatze rechts an der Straße nach Urweiler bei der Schießhalle begannen die Schützen sofort mit dem Preisschießen." In der Folgezeit scheint es in der Stadt ruhiger um das Schießen geworden zu sein, denn im Jahre 1908 ist von der Gründung eines Schützenvereins die Rede. Möglicherweise war es eine Wiedergründung nach einer Zeit der Ruhe. Der Zusatzname "Hubertus" tauchte auf und wurde mit ins Vereinsregister eingetragen. Das Jahr 1908 ist für den heutigen Verein der Anlass, das 100-jährige Bestehen zu feiern. Auch wenn der Verein der Nachfolger vorhergegangener Vereine und Schützengilden gewesen ist und er 1908 sogar den 30. Geburtstag feierte, wollte er sich nicht, nur um älter zu erscheinen, diese 30 Jahre auf die eigene Fahne schreiben. Die tatsächlichen Gründe für die Zählung der Vereinsjahre erst ab 1908 konnte nicht mehr ermittelt werden. Schützenhaus konfisziertNach dem Ersten Weltkrieg beschlagnahmten die Franzosen das Schützenhaus, das damals auf Urweiler Bann lag. Der Verein war gezwungen, in verschiedenen Gaststätten zu schießen. Im Gasthaus Peter in Breiten wurde schließlich eine feste Bleibe gefunden. Im Zweiten Weltkrieg musste das Vereinsleben wieder unterbrochen werden. In den 50er Jahren fanden die Mitglieder im "Feierabendhaus" in der Hochstraße eine neue Unterkunft. Doch alle Erfolge der Schützen konnten nicht verhindern, dass es zwischen 1963 und 1970 im Verein eine Flaute gab und er erst wieder in den 70er und 80er Jahren einen Aufschwung nahm. Die Anlage im "Feierabendhaus" erwies sich aber bald für bestimmte Waffen als ungeeignet. 1974 begann der Bau des heute noch bestehenden Schützenhauses, das 1977 eingeweiht werden konnte. Zahlreiche Meisterschaften in verschiedenen Disziplinen wurden in den folgenden Jahren errungen. 1986 griff erstmals eine Bogenmannschaft in die Rundenkämpfe ein. Teilweise nahmen bis zu neun Mannschaften an den Wettkämpfen teil. 2002 konnte eine neue Schießhalle gebaut werden. Zurzeit zählt der Schützenverein "Hubertus" 207 Mitglieder. Das 100-Jährige wird am Samstag, 16. August, gefeiert. Es beginnt mit der Messe um 17.30 Uhr in der St. Annenkirche. Dabei wirken auch die Jagdhornbläser Alstal und der St. Wendeler Männerchor mit. Um 20 Uhr ist ein Kommers im Schützenhaus. Schirmherr ist Bürgermeister Klaus Bouillon. gtr

Hans Haupenthal führte den Verein bis 2006 insgesamt 36 Jahre lang.
Im Freien macht Bogenschießen besonders viel Spaß.

Auf einen BlickDer Vorstand des Schützenvereins "Hubertus" St. Wendel: Erster Vorsitzender Bodo Jakoby, Stellvertreter Andreas Denis, Schriftführer Siegfried Mantey, Kassiererin Margret Hassel, Referent für Luftdruckwaffen Joachim Schneider, für Sportpistole und Kleinkaliber Marco Kaiser, für Großkaliber Jörg Wegener, für Vorderlader Andreas Eckert, für Bogen Hermann Marx, Jugendwarte Berti Welsch und Eugen Kessler, Pressewart Michael Stromereder, Beisitzer Henrike Jakoby und Horst Welsch. Schießzeiten: Dienstag und Freitag von 17 bis 20 Uhr, Samstag von 16 bis 20 Uhr, Sonntag von zehn bis 13 Uhr. Auch Nichtmitglieder und Gastschützen sind willkommen. gtr

Mehr von Saarbrücker Zeitung