„Saarland picobello“: Schüler starten Frühjahrsputz für Umwelt

„Saarland picobello“ : Schüler starten Frühjahrsputz für Umwelt

Mehr als 100 Jungen und Mädchen beteiligten sich in Niederkirchen und Marth an der Aktion „Saarland picobello“.

Für den Klimaschutz setzen die jungen Menschen der „Fridays for Future“-Bewegung einer Studie zufolge auf ein verändertes Konsumverhalten. Die freitäglichen Umweltproteste werden mittlerweile von vielen Organisationen unterstützt. Doch sauberer wird die eigene Umwelt nur, wenn vor der Haustür selbst Hand angelegt wird. Die Grundschule Niederkirchen ist Stammgast bei der Müllsammel-Kampagne „Saarland picobello“. Mehr als 100 Schüler haben am Freitag für eine saubere Umwelt in Niederkirchen und Marth die achtlos weggeworfenen Abfälle eingesammelt. „Wir wollen damit erreichen, dass sich die Kinder für ihre eigenen Plätze verantwortlich fühlen“, sagt Schulleiterin Christine Klees.

Die Müllsammler streifen sich die Handschuhe über und ziehen klassenweise mit den Greifzangen los. Die vierten Klassen sammeln beim Großreinemachen alles ein, was links und rechts neben dem Weg bis zum Spielplatz auf dem Kehrberg so rumtrollt. Es sei eine einfache, aber wirksame und aktive Umwelterziehung mit beeindruckenden Negativerlebnissen für die Schüler, findet Lehrerin Birgit Schöndorf. Nachwuchsentsorger Jamie vermeldet dann schon: „Ich habe Sekt- und Bierflaschen entdeckt.“

Ein paar Meter weiter liegen Blinker- und Plastikteile, die ein Rallyefahrzeug bei der ADAC Saarland-Pfalz-Rallye auf der Wertungsprüfung Bosenberg verloren hat. Seline schlägt Alarm: „Hier liegen Glasscherben, davon können Tiere doch sterben“, erklärt die Viertklässlerin. Die Entdeckung einer am Baum hängenden Unterhose bringt die Abfallsammler zum Lachen. „Aber das ist schlecht, weil die Natur dadurch verschmutzt wird“, meint Jamie. Denn eine Unterhose habe entlang des Feldweges genau so wenig zu suchen, wie die gefundenen Porzellan-Kaffeetassen. Pause am Marther Spielplatz. Nach der Stärkung holt eine Mädchengruppe noch etliche Fetzen von ehemaligen Plastiktüten am Rande eines Ackers mit der Greifzange aus dem Boden. Durch das Wohngebiet geht es anschließend zurück zur Schule.

Die Klassen zwei und drei haben sich die Umgebung bei den Windrädern in Richtung Leitersweiler vorgenommen. „Wir haben ganz schön viel Müll gefunden, sogar einen Autoreifen“, berichtet Luca. Hannah sagt: „Die Leute haben den extra weggeworfen, weil sie sonst dafür Geld bezahlen müssen.“ Ein Handtuch und ein Quietscheentchen aus Plastik landen sofort im Müllsack. „Voll eklig war das volle, verschimmelte Glas mit Marmelade“, ergänzt Joanna. Sie hofft, dass die Tiere von solchen Sachen nichts essen, weil sie davon krank werden. Als die Gruppe wieder zurückkehrt, haben die beiden ersten Klassen das Schulgelände bereits gesäubert.

„Der Müllsammeltag wird jedes Schuljahr in allen Klassen thematisiert und im Nachhinein im Sachunterricht reflektiert“, erläutert Schulleiterin Klees. Und das sei nachhaltig. „Die Weckung des Umweltbewusstseins ist bei den Kindern erkennbar“, freut sie sich. Zum Abschluss der Aktion spendiert der Ortsrat des Gemeindebezirkes Niederkirchen den Schülern Laugenbrezeln. Der unterwegs gesammelte Müll ist mit einem Hänger abtransportiert und am Feuerwehrgeräte in Marth zwischengelagert worden.

Wie Ortsvorsteherin Thea Edinger sind am Samstag, 30. März, weitere Gruppen im Ostertaldorf zum Müllsammeln unterwegs. Laut Entsorgungsverband Saar seien in diesem Jahr im Landkreis St. Wendel 95 Gruppen mit 3036 Teilnehmern beim landesweiten Frühjahrsputz für die Umwelt angemeldet.

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