Schnupperprobe beim Chor Viel-Harmonie am Samstag, 25. Mai, in Bliesen

Schnupperprobe : Er will Harmonie auch in a-cappella

Der neue Chorleiter der Viel-Harmonie Bliesen möchte mit den Sängern auch neue musikalische Wege gehen. Mitstreiter sind willkommen.

Wenn die Sänger der Bliesener Viel-Harmonie bei der Probenarbeit kollektives Schulterkreisen ausführen, dann steckt nun Bernd Bachmann dahinter. Aufwärmübungen mit anschließender Stimmbildung ist für den Chor nichts Neues, das gab es auch unter der Regie von Chorleiter Harald Bleimehl. Im März hat der 57-jährige Bachmann seinen Vorgänger als Chorleiter abgelöst (wir berichteten). Zudem kümmert sich der aus Saarbrücken stammende Musikpädagoge in seiner Funktion als künstlerischer Mitarbeiter noch um die Einzelstimmbildung beim Saarknappenchor. „Mein Vorgänger hat einen hervorragenden Chor hinterlassen. Es ist ein stimmlich gut trainierter Konzertchor mit einem Liedrepertoire auf einem guten Level“, zieht Bachmann ein Zwischenfazit nach zehn Wochen.

Am kommenden Samstag, 25. Mai, ab 10 Uhr hat die Viel-Harmonie zum Kennenlernen des neuen Chorleiters eine Schnupperprobe im Haus Gillen angesetzt. „Interessierte Sänger von außerhalb, die gerne einmal in einem Chor mitsingen wollen, sind dazu herzlich willkommen“, hofft Bachmann auf Zuspruch am Werbetag. Mit dem Blick nach vorne gerichtet, will er die von Vorgänger Bleimehl geleistete Arbeit weiterentwickeln. Der Chor sei dadurch in der Lage, verschiedene Musikepochen darzustellen, und das vielfältige Programm decke ein breites Spektrum ab. „Die Sänger sind sehr experimentierfreudig, und deshalb können wir vieles auf einem hohen Niveau machen“, erklärt der Dirigent. Und wie sieht es aus der Sicht eines Stimmbildner-Profis aus? „Bei der Viel-Harmonie können alle singen, aber bei der Einzelstimmbildung ist noch Raum nach oben“, meint er.

Für Bachmann gilt es, während der Probenarbeit in einem kleinen Umfang weiteres Potenzial zu erarbeiten. Ein Schwerpunkt dabei: „Ich will den Chor in einer kleinen a-cappella-Besetzung auftreten lassen“. Über die Pfingstfeiertage zieht sich die Viel-Harmonie in jedem Jahr in eine Art Trainingslager zurück. Diese Zeit will Bachmann dann in einzelnen Gruppen zur intensiven individuellen Stimmtrainingsarbeit nutzen. „Sicher werden wir zusätzlich neues Repertoire erarbeiten und einbauen“, hat er vor.

Überhaupt sieht der Chorleiter das Bliesener Ensemble für die Zukunft gut aufgestellt. „Christoph Demuth leitet die jungen Viel-Harmoniker und Martina Veit bildet die Zwerge aus. Im Prinzip wird der Nachwuchs von Anfang an trainiert und gefördert“, freut sich der studierte Musikwissenschaftler. Denn junge Stimmen, so Bachmann, würden die besondere Mischung in einem Chor ausmachen und seien oft bei interessanten Werken gefragt. Über private Wege hat er vor ein paar Monaten von der vakanten Chorleiterstelle erfahren, bei der er nun den Ton vorgibt. Als Konzertsänger ist Bachmanns Baritonstimme viele Jahre in professionellen Ensembles erklungen. „Ich habe im Kammerchor gesungen und in einem Gospelchor“, berichtet der 57-Jährige, der zwischendrin sieben Jahre als Musiklehrer an der damaligen Gesamtschule Nohfelden-Türkismühle tätig war. Privat hört er klassische Musik bis zum Rocksound aus den 1970er-Jahren. „Die Musik von Deep Purple und Santana treibt mich ab und zu an.“ Am Samstag werden er und das Ensemble bei der Schnupperprobe mit vollem Stimmeinsatz und jeder Menge guter Laune bei der Sache sein, verspricht er.

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