Schicksale der Flüchtlinge bewegen die Menschen

Schicksale der Flüchtlinge bewegen die Menschen

Das Jahr geht zu Ende. Traditionell ist das der Moment, um noch einmal zurückzuschauen. Was war in den vergangenen zwölf Monaten im Landkreis St. Wendel los? Welche Ereignisse sind uns besonders im Gedächtnis geblieben? Was waren die dominierenden Themen? Ein Rückblick. In diesem Jahr ist das Thema, das die Lokalredaktion St. Wendel mit am meisten beschäftigt hat, keines mit rein regionaler Bedeutung. Es hat vielmehr saarlandweite, deutschlandweite, europaweite, gar weltweite Bedeutung: die Flüchtlingswelle. 1400 Menschen, die vor Krieg und Not in ihrer Heimat geflohen sind, fanden eine Unterkuft im Landkreis St. Wendel. Diese aktuelle Zahl nannte Landrat Udo Recktenwald anlässlich der Feier zum Antritt seiner zweiten Amtszeit. Bislang ist es in allen acht Gemeinden gelungen, die Vertriebenen dezentral unterzubringen. Ein Kraftakt. In Gesprächen mit den Bürgermeistern der Region wurde deutlich, dass die Verwaltungen mit deutlich mehr Arbeit zu kämpfen haben. Wohnungen müssen gesucht, begutachtet, saniert und entsprechend der Bedüfrnisse der Flüchtlinge verteilt werden. Vielerorts wurden Mitarbeiter eingestellt, um das Pensum zu schaffen. Die Stimmung in ihren Gemeinden beschreiben die Rathauschefs als positiv. Noch. Sie alle haben Sorgen, was die Zukunft betrifft. Wie viele Flüchtlinge werden noch kommen? Können alle untergebracht werden? Es gibt einige Zwischentöne, die von steigenden Ansprüchen der Flüchtlinge reden. Aber es erreichen die Redaktion auch viele bewegende Geschichten. Von Menschen, die sich trotz Sprachbarriere verstehen, die trotz kultureller Unterschiede zusammen feiern, zusammen musizieren, friedlich Haus an Haus leben. Eine der wichtigsten Säulen, auf die sich die Flüchtlingspolitik stützt, ist das Ehrenamt. Privatpersonen werden zu Paten für Flüchtlinge, helfen beim Alltag. Vereine nehmen die Vertriebenen in ihren Reihen auf, wollen Gemeinschaft leben. "Die Intergration der Flüchtlinge ist unsere wichtigste Aufgabe", sagte jüngst Landrat Recktenwald. Damit gibt er eine der größten Herausforderungen fürs neue Jahr vor. Das Thema Flüchtlinge wird bleiben. Foto: b&K Produktion dieser Seite: Evelyn Schneider Matthias Zimmermann

Das Jahr geht zu Ende. Traditionell ist das der Moment, um noch einmal zurückzuschauen. Was war in den vergangenen zwölf Monaten im Landkreis St. Wendel los? Welche Ereignisse sind uns besonders im Gedächtnis geblieben? Was waren die dominierenden Themen? Ein Rückblick. In diesem Jahr ist das Thema, das die Lokalredaktion St. Wendel mit am meisten beschäftigt hat, keines mit rein regionaler Bedeutung. Es hat vielmehr saarlandweite, deutschlandweite, europaweite, gar weltweite Bedeutung: die Flüchtlingswelle.

1400 Menschen, die vor Krieg und Not in ihrer Heimat geflohen sind, fanden eine Unterkuft im Landkreis St. Wendel. Diese aktuelle Zahl nannte Landrat Udo Recktenwald anlässlich der Feier zum Antritt seiner zweiten Amtszeit. Bislang ist es in allen acht Gemeinden gelungen, die Vertriebenen dezentral unterzubringen. Ein Kraftakt. In Gesprächen mit den Bürgermeistern der Region wurde deutlich, dass die Verwaltungen mit deutlich mehr Arbeit zu kämpfen haben. Wohnungen müssen gesucht, begutachtet, saniert und entsprechend der Bedüfrnisse der Flüchtlinge verteilt werden. Vielerorts wurden Mitarbeiter eingestellt, um das Pensum zu schaffen.

Die Stimmung in ihren Gemeinden beschreiben die Rathauschefs als positiv. Noch. Sie alle haben Sorgen, was die Zukunft betrifft. Wie viele Flüchtlinge werden noch kommen? Können alle untergebracht werden? Es gibt einige Zwischentöne, die von steigenden Ansprüchen der Flüchtlinge reden. Aber es erreichen die Redaktion auch viele bewegende Geschichten. Von Menschen, die sich trotz Sprachbarriere verstehen, die trotz kultureller Unterschiede zusammen feiern, zusammen musizieren, friedlich Haus an Haus leben.

Eine der wichtigsten Säulen, auf die sich die Flüchtlingspolitik stützt, ist das Ehrenamt. Privatpersonen werden zu Paten für Flüchtlinge, helfen beim Alltag. Vereine nehmen die Vertriebenen in ihren Reihen auf, wollen Gemeinschaft leben.

"Die Intergration der Flüchtlinge ist unsere wichtigste Aufgabe", sagte jüngst Landrat Recktenwald. Damit gibt er eine der größten Herausforderungen fürs neue Jahr vor. Das Thema Flüchtlinge wird bleiben. Foto: b&K

Produktion dieser Seite:

Evelyn Schneider

Matthias Zimmermann

Was lange währte, wurde Ende Mai endlich gut. Der Kulturhoof im Ostertaldorf Hoof feierte Eröffnung. Bereits 2010 hatten Bagger die einstige Gasttätte an gleicher Stelle abgerissen und Platz fürs Dorfgemeinschaftshaus geschaffen. Doch es gab immer wieder Verzögerungen während der Bauarbeiten. Foto: Daniel Ames. Foto: Daniel Ames
„Wir lieben unser Gymnasium“ steht auf dem Plakat. Schüler und Lehrer des Arnold-Janssen-Gymnasiums zeigen ihre Solidarität mit der Schule. Im November war bekannt geworden, dass 2016 keine Fünftklässler aufgenommen werden. Die Schule soll auslaufen. Foto: p. Haupt. Foto: p. Haupt
Star-Geiger David Garrett und die SZ erfüllten Anne-Sophie Schmidt aus Bosen-Eckelhausen einen großen Wunsch. Die Nachwuchs-Geigerin durfte den Musiker beim Konzert in Iffezheim treffen. Eine Woche später kam Garrett zum Konzert an den Bostalsee. Dort begeisterte er bei bestem Open-Air-Wetter 7500 Besucher. Foto: Mai. Foto: Mai
Entspannt und locker gab sich Roger Cicero im Juni bei seinem Konzert auf der Mott in St. Wendel. Der Sänger trat anlässlich der Musikfestspiele Saar auf. Foto: B&K. Foto: B&K
Ende Juli starteten die Tiefbauarbeiten am Bahnhof Türkismühle. Fünf Millionen Euro investiert das Saar-Verkehrsministerium in die Sanierung. Das komplette Umfeld wird neu gestaltet. Viele Arbeiten sind schon erledigt. Aktuell wurde der Park-and Ride-Parkplatz fertig. 2016 geht es unter anderem mit dem Bau eines Kreisels weiter. Foto: B&K. Foto: B&K
Regelrechte Freudensprünge vollführten St. Wendeler, als am 24. Juli ihr neues Freibad eröffnet wurde. Passend zum Start in die Sommerferien. Nach einem Jahr Bauzeit und investierten 5,5 Millionen Euro war das Bad für Wasserratten parat. Und die kamen gleich in der ersten Saison in Scharen. 30 000 Badegäste wurden bis Mitte September dank eines Sommers mit Temperaturen an der 40-Grad-Marke gezählt. Einige Kilometer weiter nahmen die Oberthaler indes Abschied von den letzten Überresten ihres einstigen Freibads. Von Betrieb- und Nebengebäude blieb am Ende nur Bauschutt übrig. Dem Schaumbergbad der Gemeinde Tholey blieben im Sommer aufgrund der Hitze die Besucher fern. Um das Bad zukunftssicher zu machen, beteiligt sich ab 2017 der Landkreis an den Kosten. Diese Entscheidung traf der Kreistag Ende Juli. Vorausgegangen waren hitzige Diskussionen der Bürgermeister anderer Gemeinden. Foto: B&K. Foto: B&K

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Zur Person Am 16. Juli kam die Nachricht, die das St. Wendeler Land, das komplette Saarland in tiefe Trauer stürzte: Hans Ley war gestorben. Während eines Trauergottesdienstes in der St. Wendeler Basilika und eines Staatsaktes in der Ludwigskirche in Saarbrücken nahmen die Menschen Abschied vom langjährigen Landtagspräsidenten. Ley starb im Alter von 60 Jahren nach schwerer Krankheit. Mit 72,9 Prozent der Stimmen sicherte sich Udo Recktenwald (CDU ) am 15. März die Wiederwahl als St. Wendels Landrat. In die zweite Amtszeit startet der 53-Jährige offiziell mit Beginn des neuen Jahres. Die Amtseinführung feierte er vor knapp zwei Wochen. 30 Jahre lang war das Amt des Bürgermeisters in St. Wendel mit einem Namen verbunden: Klaus Bouillon . Der ist inzwischen Saarlands Innenminister. Die Geschicke im St. Wendeler Rathaus liegen in den Händen von Peter Klär (CDU ). Der 54-Jährige wurde am 15. März mit 68,6 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Die Wahl des Bürgermeisters stand am 15. März auch in Oberthal an. Amtsinhaber Stephan Rausch (CDU ) erhielt 52,8 Prozent der Stimmen in den vier Orten. Die offizielle Feier zum zweiten Amtsantritt folgt im kommenden Frühling. Abschied nehmen von ihrem Seelsorger mussten Gläubige der Pfarreiengemeinschaft Oberthal-Namborn im August. Pastor Michael Pauken verließ seine Gemeinden - der Liebe wegen. Der Geistliche kam mit dem Zölibat nicht mehr klar. Drei Jahre hatte der 42-Jährige in der Pfarreiengemeinschaft gewirkt.

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