Russengrab neu gestaltet

Im so genannten Russengrab auf dem Friedhof in Oberlinxweiler ruhen die beiden 1942 verstorbenen russischen Zwangsarbeiter Dimitry Hokow (Jahrgang 1903) und Iwan Borsch (Jahrgang 1907). Am Volkstrauertag gedachten Mitglieder des Vereins für Orts- und Familiengeschichte Oberlinxweiler (VOFO) und des Ortsrates dieser beiden Männer.

Zusammen mit dem SPD-Seniorenbeauftragten Hans-Werner Schmeer wurde zuvor das Umfeld der Urnenstelen wieder hergerichtet. Bei dem Grab handelt es sich um ein Kulturdenkmal. Auf Initiative des Vorsitzenden des VOFO, Manfred Caspari, wurde der Gedenkstein vom Friedhofsamt transportiert und gesetzt. In Abstimmung mit der russischen Botschaft wurde eine Gedenktafel auf dem Stein angebracht, auf der die Namen der Verstorbenen sowie Geburts- und Todesjahr zu lesen sind. Der VOFO entschied sich wegen zunehmender Edelmetalldiebstähle auf Friedhöfen für eine Gedenktafel aus Plexiglas.

Nachforschungen des VOFO ergaben, dass die beiden russischen Zwangsarbeiter vermutlich im Lager am damaligen Sandsteinbruch an der Siedlung am Spiemont (Haus Luther) untergebracht waren. Dort standen seinerzeit drei Baracken mit einem Kesselhaus. Hier waren zunächst der Reichsarbeitsdienst (RAD), später die Organisation Todt (OT) und anschließend russische Kriegsgefangene untergebracht. Die Zwangsarbeiter arbeiteten überwiegend im Reichsbahnausbesserungswerk St. Wendel.

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