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Rocklands Kletterhallen: „Hoffe auf eine faire und sinnvolle Verteilung“

Klettern in Saarlouis und St. Wendel : „Hoffe auf eine faire und sinnvolle Verteilung“

„Rocklands Kletterhallen“ hofft auf dringend benötigte finanzielle Hilfe.

Neue Hoffnung für die „Rocklands Kletterhallen GmbH“ in St. Wendel und Saarlouis: Seit vergangener Woche ist die lange geforderte Soforthilfe des Saarlandes für Unternehmen von elf bis 100 Mitarbeiter an den Start gegangen. Beim Soforthilfeprogramm des Bundes sind generell mittelständische Firmen wie die „Rocklands“ mit mehr als zehn Mitarbeitern außen vor geblieben. „Das Wirtschaftsministerium hat mir mitgeteilt, dass wir nicht soforthilfeberechtigt sind. Wir haben 14 Mitarbeiter und konnten deshalb bislang noch keine staatliche Hilfe in Form von Zuschüssen erhalten“, erklärt Jochen Kraushaar, Geschäftsführer der „Rocklands Kletterhallen“.

Die Ungleichheit und Schwäche des zunächst aufgelegten Soforthilfeprogrammes sei leicht daran zu erkennen, meint Kraushaar weiter, dass Mitbewerber, mit jeweils einer Halle und fünf bis zehn Angestellten, eine Soforthilfe von 15 000 Euro erwarten könnten. „Wir betreiben zwei Hallen und sehen keinen Euro. Sieben Festangestellte sind in Kurzarbeit gegangen und die Aushilfen kriegen nichts“, hat sich Kaushaar über das Sofort-Hilfspaket des Bundes geärgert.

Am 15. März haben die Sportler in den Kletterhallen letztmals ihrem Hobby nachgehen können. Seitdem ist wegen der Corona-Krise zwangsweise geschlossen. Die Landesregierung hatte die Kletterhallen, die als Sportstätten eingestuft sind, zunächst bis 20. April geschlossen und das wird wohl noch eine Weile so bleiben. „Die Gesundheit der Menschen steht selbstverständlich an erster Stelle“, betont Kraushaar.

Genau wie vielen anderen Unternehmen und Privatpersonen verlangt „Rocklands“ die Corona-Krise nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich einiges ab. „Trotz Kurzarbeit, dem kompletten Gehaltsverzicht von mir und Mit-Geschäftsführer Achim Persch sowie Aussetzung beziehungsweise Stundung aller Kosten, bei denen es diese Option gab, belasten uns mit unseren beiden Hallen weiterhin laufende Kosten von rund 30 000 Euro im Monat“, erklärt Kraushaar. Des Weiteren komme für das Unternehmen hinzu, dass sich durch die Stundungen und Aussetzungen die entsprechenden Zahlungen nur nach hinten verschieben. „Eine momentane Entlastung durch Soforthilfe wird uns später belasten, ohne dass wir die Möglichkeit haben, die Produktion und somit unseren Umsatz zu steigern“, sagt der Geschäftsführer.

Die aktuelle Lage stuft er als schwierig ein, der Zeitpunkt der angeordneten Schließung kommt für seine Firma überaus ungünstig. „Wir haben ja Geld in eine neue und zusätzliche Fläche investiert“, berichtet er. Zudem beginne mit dem Zeitraum der Wiederöffnung die „Saure Gurkenzeit“ in den Kletterhallen. „Ende Frühjahr und im Sommer ist wenig los. Zur Überbrückung haben wir keine finanziellen Reserven mehr und werden den Kredit der Bank bedienen müssen“, sagt Kraushaar.

Er hofft nun, dass er mit der beantragten Soforthilfe vom Land die „Rocklands Kletterhallen“ über Wasser halten kann. „Ich hoffe auf eine faire und sinnvolle Verteilung“, sagt Kraushaar.