Rockiges Tribut an Musiklegende

Stadionrock und jede Menge Theatralik hat es im vollen St. Wendeler Saalbau beim Auftritt der Queen-Revival-Band aus Düsseldorf gegeben. Getragen von der Stimme des Sängers Harry Rose packten die Musiker Hit auf Hit aus der musikalischen Schatulle der legendären englischen Glamour- und Bombastrock-Formation Queen aus.

Keine Band hat den Stadionrock so perfekt gespielt wie einst die englische Band Queen, behaupten Musikjournalisten. Dazu hat die Band als Alleinstellungsmerkmal einen einmaligen Sinn für mitunter kitschige Theatralik geprägt. Die Gesten, die dicken Posen und die charismatische Ausstrahlung des Queen-Sängers Freddie Mercury hat dessen Kopie Harry Rose übernommen. Der angeklebte Schnäuzer des Frontmanns der Queen-Revival-Band, die 2011 schon einmal in St. Wendel gastierte, sitzt ebenso wie die musikalische Fan-Vollbedienung. "Queen haben so viele Hits geschrieben, da müssen wir den einen oder anderen in einem Medley verwurschteln", vermeldet Rose. In ihrem Programm legt die Gruppe viel Wert auf die stilistische Bandbreite der Musik von Queen - mal intim, mal melancholisch, über den Hardrock bis zur Opern-Parodie und den Discosound. Und jeder im Saalbau singt mit. Zum Warmmachen gibt's "It's a kind of magic" und den Hit "Hammer to fall", der aus der Feder des Gitarristen Brian May stammt. Sein Double mimt Stefan Pfeifer, der mit seinen Riffs den umfassenden Sound prägt und den rockigen Gegenpol zu den Bewegungsmustern von Rose darstellt. Er lässt ein Klavier auf die Bühne rollen, intoniert balladenhafte Lieder und wird beim Song "Bicycle Race" von zwei auf dem Mountainbike strampelnden Sängerinnen unterstützt. "Don't stop me now" (Halte mich jetzt nicht auf) hat er sich dabei wohl gedacht.

Allgegenwärtig und zeitlos

 Harry Rose (links) als Raumpflegerin mit Gitarrist Stefan Pfeifer.
Harry Rose (links) als Raumpflegerin mit Gitarrist Stefan Pfeifer.

"Er macht das von den Bewegungen her alles sehr gut", urteilt Bastian Meyer. Die Musik von Queen hat der 24-jährige Püttlinger als Kind aus der Schallplattensammlung seiner Mutter kennengelernt. "Queen-Musik ist allgegenwärtig. Es gibt kein Fest, keine Meisterschaft bei einem Fußballverein, ohne dass ‚We are the champions' erklingt und mitgesungen wird", ergänzt Daniela Kepper (29). Der Sound sei einfach zeitlos. Genau wie das geniale Video zu "I want to break free".

Als Raumpflegerin mit üppigem Silikon-Vorbau schiebt Rose auf der Bühne einen Staubsauger vor sich her. Himmlisch hymnisch verschickt die Band den melancholischen Evergreen "Who wants to live forever" im Gänsehautkostüm bis auf die Empore des Saalbaus. Gegen Ende des Konzerts folgen die Werke, die der Musik von Queen zum ewigen Leben verhelfen werden. Mit der sechsteiligen "Bohemian Rhapsody" ist im Jahre 1975 erstmals eine Opernpartitur auf diese Weise in einen Popsong integriert worden. Das Lied endet mit dem berühmten Gongschlag. Und jetzt alle: stampfen, stampfen, klatschen, Pause - "We will, we will rock you". Dass diesen hymnenähnlichen Refrain jemand nicht kennt, ist unvorstellbar. Vereinigend, aufbauend und positiv entlässt die Queen-Revival-Band das Publikum. "We are the champions" ist vor fünf Jahren von einem Londoner Wissenschaftsteam zum eingängigsten Popsong aller Zeiten gewählt worden. Passt doch zur Serie "Legends of Rock", mit der der Lebacher Konzertveranstalter Günter Staub dessen Anhängerschaft beglückt.