Primstal eine Perspektive geben

Die Rettungsinitiative Ringwallschule befürchtet negative Auswirkungen, wenn die weiterführende Schule in Primstal ihre Eigenständigkeit verliert. Landrat Udo Recktenwald und SPD-Fraktionsvorsitzender Magnus Jung warben im Kreistag vor etwa 20 Schülern und Eltern für die Dependance-Lösung.

"Für uns fühlt es sich an, als dass die Schule auslaufen soll." Elvira Töpfer von der Rettungsinitiative Ringwallschule schilderte im Kreistag am Montag Befürchtungen von Eltern und Schülern beim Verlust der Eigenständigkeit der Schule. In Primstal werde wertvolle Arbeit geleistet.

Kompromiss gefunden

Die Initiative sieht mit der Fortführung als Zweigstelle auch das pädagogische Konzept in Gefahr. "Wir haben dort viele glückliche Kinder", so Töpfer: "Die Schule ist klein und fein. Wir wollen das gerne noch verbessern." Dafür brauche die Schule aber noch eine Chance von etwa drei Jahren. Töpfer zu den Kreistagsmitgliedern: "Sie haben eine Perle dort in Primstal." Die Vertreterin der Initiative kritisierte auch eine fehlende Beteiligung der Eltern im Vorfeld. Von der Dependance-Lösung habe man erst aus den Medien erfahren.

Sowohl Landrat Udo Recktenwald , CDU , als auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Magnus Jung warben für den mit dem Bildungsministerium gefundenen Kompromiss. Man habe in großer Gemeinsamkeit verschiedene Gespräche mit dem Ministerium geführt, sagte Recktenwald. Eine Weiterführung der Schule sei nur mit Zustimmung des Ministeriums möglich. Dafür bedürfe es besonderer Argumente gegenüber den anderen Schulen im Land, die jetzt geschlossen werden müssten. Das Ministerium habe einer Fortführung als eigenständige Schule nicht zugestimmt. Allerdings einer Zweigstellenlösung. Diese sieht laut Landrat vor, dass alle Schüler , die jetzt die Ringwallschule besuchen, dort auch ihren Abschluss machen können. Zudem solle in Primstal weiter von der Klassenstufe fünf bis zehn unterrichtet werden.

Wahlfreiheit beachten

Die Wahlfreiheit der Eltern müsse beachtet werden. Recktenwald: "Ich bin überzeugt, dass es genügend Anmeldungen gibt, dass Primstal weitergeführt werden kann. Unser Ziel war es, den Standort zu sichern. In Primstal wird es weitergehen, für die, die dort sind, und für die, die dorthin wechseln. Sie können die Kinder dort anmelden." Abschließend betonte der Landrat: "Hätten wir nicht gemeinsam in Saarbrücken gekämpft, wäre es Primstal so gegangen wie den anderen drei Schulen im Land." Die haben die Mindestschülerzahl ebenfalls nicht erreicht und werden geschlossen.

"Es gibt eine gute Perspektive für den Standort Primstal", betonte Magnus Jung . Die neue Konstruktion könne dazu beitragen, die Schülerzahlen zu stabilisieren. Die Befürchtung des Todes auf Raten teile er nicht. Jung: "Wir wollen diesen Standort dauerhaft absichern." Mit der Entscheidung für eine Dependance sei auch nicht das pädagogische Konzept hinfällig. Jung: "Jetzt muss die Umsetzung vorbereitet werden."

Noch keine Information gab es im Kreistag, welche Einrichtung die Mutterschule von Primstal wird. Im Gespräch sind die Gemeinschaftsschulen in Theley und Türkismühle.