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Pilgergang während der Wallfahrt-Woche in St. Wendel

Wallfahrt St. Wendel : Bewegte Meditation inmitten der Natur

Ein Pilgergang mit Körpergebeten, die Übungen für Leib, Seele und Geist verbinden, stand am Samstag auf dem Programm.

Beim Pilgergang während der Wendelinus-Wallfahrtswoche am Samstag ging es darum, immer wieder innezuhalten und Verbindungen zwischen dem eigenen Erleben und der Wahrnehmung in der Natur zu knüpfen. 40 Fußwallfahrer waren dabei und marschierten insgesamt 14 Kilometer über den Wendelinus-Pilgerweg. Ehe sich die Gruppe in Bewegung setzte, versammelte sie sich rund um die hölzerne Statue des Heiligen Wendelin im Pfarrgarten. „Wendelin, der gute Hirte, ist in diesem Jahr unser Motto“, erklärte Anne Geiger, die gemeinsam mit Anne Kessler den Pilgergang organisiert hatte. Synchron zum Gebet „Der Geist des lebendigen Gottes“ stimmten sich die Pilger mit gymnastischen Bewegungen für den Marsch ein.

„Möge euch der Heilige Wendelin auf dem Weg begleiten und das ihr euer Ziel erreicht“, erteilte Pater Joachim ihnen den Pilgersegen. Die Strecke führte sie zunächst über die Bahntrasse in Richtung Baltersweiler. „Danke für diesen guten Morgen, danke für diesen Tag“, sang die Gruppe entlang der Wegstrecke. „Unterwegs werden wir dann weitere Impulse setzen“, sagte Anne Geiger. Denn wer pilgere, gehe heraus und verlasse die Pflichten und Zwänge des Alltags, öffne seine Sinne und konzentriere sich auf das Wesentliche.

Am mächtigen Sandstein „Bedrohte Familie“ in Baltersweiler, ein Bestandteil der Straße der Skulpturen, verteilte sich die Weggemeinschaft zum Körpergebet rund um das im Jahre 1987 von Klaus Schwabe erschaffene Kunstwerk. In der sechs Meter tiefen Wendelinus-Höhle flackerte Kerzenlicht, als die Pilger dort ankamen. Der Legende nach soll der Heilige Wendelin von dort auf wunderbare Weise zu dem Hof seines Herrn in Tholey gelangt sein. „Eine Besonderheit haben wir kurz darauf erlebt“, berichtete Geiger später. Wie bestellt zum Thema „Wendelin, der gute Hirte“ habe kurz vor dem Winkelbacherhof ein Schäfer mit seiner Schafherde vor der Wanderschar gestanden. „Wir gingen dann durch die Herde und auf einmal lief die Hälfte der Schafherde hinter uns her und der Hirte schickte seinen Hund los, nachdem er uns vorgewarnt hatte. Wir sind dann schnell wieder zurückgerannt“, schilderte sie weiter.

Vor Abmarsch trafen sich die Pilger im St. Wendeler Pfarrgarten. Pater Joachim gab ihnen den Pilger-Segen mit auf den Weg. Foto: B&K/Bonenberger / B&K

Über Urweiler und die Ostertalstraße trafen sie danach an der St. Wendeler Wendelskapelle ein. Der Name „Wendelskapelle“ rühre laut Heimatforscher Roland Geiger von der Legende her, dass der Heilige Wendelin irgendwann im 14. Jahrhundert von der Magdalenenkapelle in die halb fertiggestellte neue Pfarrkirche übertragen worden sei. Von der Kapelle aus marschierte die Gruppe zurück zum Ausgangspunkt an die Wendelinus-Basilika. Als Andenken erhielt jeder Pilger einen grünen Stift, verziert mit der Aufschrift „Der Herr, ist mein Hirte“.