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Paul Recktenwald aus St. Wendel wurde am 18. Juni 2020 100 Jahre alt

100. Geburtstag in St. Wendel gefeiert : Ein Jahrhundert-Ständchen für Recktenwald

Was für eine Überraschung: Im Hof der Stiftung Hospital St. Wendel positionierte sich am frühen Donnerstagabend eine kleine Abordnung des Bliesener Musikvereins, um ein ganz besonderes Geburtstagsständchen zu überbringen. Denn Paul Recktenwald feierte seinen 100. Geburtstag.

Dass den die Musiker aus Bliesen mit Abstand musikalisch begleiteten, kam nicht von ungefähr. Schließlich war der am 18. Juni 1920 geborene Recktenwald selbst leidenschaftliches Mitglied bei Lyra Bliesen und gründete später die Tanzkapelle Recktenwald. Da coronabedingt keine Feier zum 100. Geburtstag möglich war, kam die Familie auf die Idee mit dem Ständchen. Wie Recktenwalds Tochter berichtet, war Musik nicht das einzige Hobby ihres Vaters. Er, der St. Wendeler Bub, gehörte auch dem  Turnverein St. Wendel an. „Er war ein sehr guter Geräteturner und Leichtathlet“, wie die Tochter weiß. Darüber hinaus engagierte sich der heute 100-Jährige jahrelang als Mitglied und Jugendleiter beim FC St. Wendel.

Nach dem Abitur am Wendalinum wurde Recktenwald, der als jüngstes von fünf Kindern aufwuchs, als Soldat in den Zweiten Weltkrieg eingezogen und kam erst im Sommer 1945 nach Hause. Während eines Heimaturlaubs 1943 feierte er Hochzeit mit seiner Frau Ida. Das Paar zog nach dem Krieg nach Bliesen und bekam zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn. Recktenwald arbeitete als Beamter bei der Eisenbahn. Als eine weitere wichtige Jahreszahl nennt Recktenwalds Tochter 1955: Damals zog die Familie ins Eigenheim nach St. Wendel. Ein Schicksalsschlag ereilte Paul Recktenwald 1984, als seine Frau Ida plötzlich starb.

Später, so die Tochter, fand er in Maria eine neue Lebensgefährtin, mit der er eine schöne Zeit verbracht habe. Seit 2015 lebt Recktenwald in der Stiftung Hospital.