Wallfahrt: Pastor freut sich über erfolgreiche Wallfahrt

Wallfahrt : Pastor freut sich über erfolgreiche Wallfahrt

Klaus Leist schätzt, dass etwa 10 000 Besucher zur Jubiläums-Wallfahrt nach St. Wendel kamen. Mit deren Verlauf ist er mehr als zufrieden.

Die 18 Wallfahrtstage anlässlich des 1400. Todesjahres des Heiligen Wendelins sind Geschichte — und werden laut des St. Wendeler Pastors Klaus Leist in die Historie der Kreisstadt eingehen. Für den Kirchenmann, der seit 2012 Pastor in St. Wendel ist, waren es die sechsten Pilgertage, die ihm als ganz besondere in Erinnerung bleiben werden. „Es war ein historisches Ereignis, ein Jahrhundertereignis für die Kirchengemeinde und die Stadt“, sagt Pastor Leist. Durch die Jubiläums-Wallfahrt sei der Stellenwert des Stadtheiligen und dessen Lebensbild noch einmal verstärkt ins Bewusstsein der Menschen gerückt worden.

Nach erster Schätzung geht er von 10 000 Besuchern aus, die im Wallfahrtsjahr 2017 nach St. Wendel gepilgert sind. „Für mich persönlich war die Wallfahrtswoche eine Gnadenzeit“, sagt der Pastor. Stolz ist er nach mehr als zwei Wochen über die ehrenamtliche Tätigkeit von 300 Pfarrangehörigen. „Sie haben diese Wallfahrt getragen, ohne sie wäre das nie zu schaffen gewesen. Unter ihnen ist dabei ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden“, berichtet der 59-Jährige.

Mit Gottesdiensten für alle Generationen, Konzerten, Kulturveranstaltungen, Wanderungen, der Fest- 
rede und dem Podiumsgespräch, so Leist, habe die Wallfahrt für Jung und Alt etwas im Programm gehabt. „Die Veranstaltungen waren gut besucht“, erklärt der Pastor. Unter anderem haben Pilger aus ganz Deutschland, den USA, Frankreich, der Schweiz, aus Kanada und Australien die Lade mit den Gebeinen des Schutzpatrons aufgesucht. „Mit der Öffnung des Schreins haben wir ein Geheimnis gelüftet“, findet Leist.

Absoluter Höhepunkt für ihn war das Pontifikalamt mit Bischof Stephan Ackermann und die anschließende Fahrt mit dem Schrein Wendelins durch seine Stadt. Der Besuch des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, zeigt, dass neben den fünf Bischöfen aus dem Bistum Trier auch die Weltkirche Anteil an der Wallfahrt genommen hat. Zudem seien die Pilgertage auf ein großes Medieninteresse gestoßen. „Das ist für die Zukunft der Wallfahrt eine gute Grundlage“, freut sich Leist.

Von einer nachhaltigen Wirkung der Pilgertage ist er überzeugt. Wichtig dafür sei die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. St. Wendel als Pilgerstadt weiter zu etablieren, sei ein Teil des Stadtentwicklungskonzepts. So will auch Bürgermeister Peter Klär (CDU) den Wallfahrtsort noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und damit den Tourismus ankurbeln. „Es ist viel Bewegung drin, und immer wenn in der Kirche etwas in Bewegung gerät, hat es einen bleibenden Wert, welcher das Leben der Menschen bereichert“, erklärt Leist.

Gut gelaunt: Nuntius Nikola Eterovic mit Stab, Abt Mauritius Choriol und Pastor Klaus Leist auf dem Weg zum Pfarrgarten. :. Foto: B&K

Was die Vorfahren in St. Wendel an Tradition hinterlassen hätten, wolle man in der Folgezeit weitertragen. Selbst der Pastor betrachtet es als Phänomen, dass eigens für die Jubiläums-Wallfahrt sechs neue und verschiedene Interpretationen der Darstellung des Heiligen Wendelin dazugekommen sind: zwei Statuen, eine Glasplatteninstallation, ein Kochbuch, ein Musical und ein Dokumentarfilm. Anfang kommenden Jahres soll der Streifen „Wendelin weltweit“ in einer gekürzten Fassung im Fernsehprogramm des Saarländischen Rundfunks ausgestrahlt werden.