Parteiennachwuchs sieht weitere Oberstufen kritisch

Parteiennachwuchs sieht weitere Oberstufen kritisch

Die Gemeinschaftsschulen in Freisen und in Theley wollen eigene gymnasiale Oberstufen haben. Entsprechende Anträge liegen beim Bildungsministerium in Saarbrücken. Die Nachwuchsorganisationen von CDU und SPD sehen dies kritisch. Die JU lehnt weitere Oberstufen ab, die Jusos halten zumindest die Schülerzahlen in Theley für zu gering.

Der Kreisdelegiertentag der Jungen Union St. Wendel habe sich mehrheitlich gegen die Einführung weiterer Oberstufen an Gemeinschaftsschulen im Landkreis ausgesprochen. So heißt es in einer Pressemitteilung des JU-Stadtverbandes St. Wendel . ,,Als Schulstadt St. Wendel stehen wir hinter allen unseren Schulen, deshalb sprechen wir uns klar gegen weitere eigenständige Oberstufen an den Gemeinschaftsschulen in Freisen und Theley aus und fordern eine Zusammenarbeit mit dem Oberstufengymnasium in St. Wendel ", schreibt der St. Wendeler JU-Stadtverbandsvorsitzende Oliver Kuhn. Eine solche Kooperationsvereinbarung habe bereits die Gemeinschaftsschule in St. Wendel mit dem Oberstufengymnasium abgeschlossen. Die bisherigen sieben Möglichkeiten im Landkreis das Abitur abzulegen, seien ausreichend, so die Junge Union .

Die Jusos halten das derzeitige Angebot auch für ausreichend. So schreibt die Juso-Vorsitzende Sandra Henkel in einer Pressemitteilung: Neben den Gymnasien hätten sich vor allem die Gemeinschaftsschulen in Türkismühle und Marpingen sowie das berufliche Gymnasium als Schulen mit einem guten Weg zum Abitur bewährt. Zusätzliche Oberstufenstandorte führten zu zusätzlicher Konkurrenz. Mehr Oberstufen bedeuteten ja nicht mehr Schüler, so die Juso-Politikerin.

An der Gemeinschaftsschule in Theley sind nach Ansicht der Jusos nicht genug Schüler vorhanden, um sinnvoll eine Oberstufe einrichten zu können. Ausreichend sei hingegen die Schülerzahl am Standort Freisen. Dort aber platze die Schule schon jetzt aus allen Nähten. Der Landkreis als Sachkostenträger habe es in den letzten Jahren versäumt, dem Wachstum der Schule entsprechend in das Raumangebot und die Sachausstattung zu investieren, meint Henkel. Für drei zusätzliche Oberstufenjahrgänge seien erst recht keine Kapazitäten vorhanden. Die Beteuerungen von Landrat Udo Recktenwald in Richtung Freisen seien kaum mehr als leere Worte.

Damit spielt die Juso-Kreisvorsitzende auf die jüngste Kreistagssitzung an. Dort hatten Vertreter der Gemeinschaftsschule Freisen eine Liste mit 950 Unterschriften übergeben. Die Unterzeichner setzen sich für die gymnasiale Oberstufe in Freisen ein. "Wir als Schulträger haben die Anträge für eine eigenständige gymnasiale Oberstufe an das Bildungsministerium weitergeleitet mit dem Hinweis, dass wir das unterstützen", hatte Landrat Udo Recktenwald , CDU , im Kreistag gesagt. Die Entscheidung liegt beim Ministerium. "Deshalb kann ich als Schulträger die Umsetzung nicht zusagen", so Recktenwald, der sich auch für die gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule Theley aussprach. Wegen der Chancengleichheit.

Diese Aussage reicht den Jusos nicht. Die Verantwortung, wie es weitergehe, habe der Landrat auf das Bildungsministerium geschoben. Sandra Henkel fordert Recktenwald auf, "endlich eine klare Linie zu diesem Thema zu bekennen." Sie behauptet: "Die CDU ist zerstritten. In Sachen Bildungspolitik haben die Christdemokraten im Kreis keinen klaren Kurs, das schadet den Schulstandorten in St. Wendel ."

Zum Thema:

Hintergrund Eigene gymnasiale Oberstufen gibt es zurzeit an den beiden Gemeinschaftsschulen Marpingen und Türkismühle, beide sind ehemalige Gesamtschulen. Auch aus Gründen der Chancengleichheit wollen die beiden Gemeinschaftsschulen in Theley und Freisen auch solche eigenständigen Oberstufen haben. Die Schulen haben dies beim Bildungsministerium beantragt. Rückendeckung erhalten sie durch jeweils einstimmige Resolutionen der Gemeinderäte in Freisen und Tholey. Der Landkreis hat die Anträge im Sommer an das zuständige Ministerium weitergeleitet. vf