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Papst hat sein Martyrium anerkannt

Papst hat sein Martyrium anerkannt

Pater Antonius Joseph Marxen, der einen engen Bezug zu St. Wendel hat, gehörte zu den 38 Katholiken, die wegen ihres Glaubens in Albanien getötet wurden. Seine Seligsprechung soll im Herbst gefeiert werden.

Unter den 38 in Albanien aufgrund ihres Glaubens getöteten Katholiken , deren Martyrium Papst Franziskus jetzt anerkannt hat, ist auch ein Priester mit engem Bezug zu St.Wendel. Pater Antonius Joseph Marxen (1906 bis 1946) war Schüler des Missionshauses St. Wendel und legte dort 1925 seine Reifeprüfung ab. 1936 wurde Marxen in München zum Priester geweiht und erlitt 1946 im kommunistischen Albanien den Märtyrertod für seinen Glauben.

Für insgesamt 38 Katholiken , die zwischen 1945 und 1974 von der kommunistischen Regierung in Albanien aufgrund ihres Glaubens getötet wurden, hatte die Albanische Bischofskonferenz im Jahr 2002 das Seligsprechungsverfahren eröffnet. Im Jahre 2011 waren die Akten an die zuständige Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren zur endgültigen Beurteilung weitergeleitet worden. Jetzt erfolgte die Martyriums- Anerkennung durch Papst Franziskus. Ort und Datum der Seligsprechung werden noch festgelegt. Dass die Feier in Tirana erfolgt, gilt als sicher, Erzbischof Massafra zufolge wird ein Termin im Herbst angepeilt.

Joseph Marxen wurde am 5. August 1906 in Köln-Worringen geboren. Nach der Grundschule besuchte Marxen von 1921 bis 1925 als Internatschüler das Missionshaus der Steyler Missionare in St. Wendel. 1928 trat er als Novize in die Gemeinschaft der Steyler Missionare in St. Augustin ein, wo er später auch sein Theologiestudium begann, das er in Mödling bei Wien fortsetzte. Allerdings verließ er den Orden 1934 noch vor Abschluss seiner Studien wieder. 1936 wurde er im ostkirchlichen Kolleg der Benediktiner in München zum Priester geweiht. Im Anschluss ging Marxen als Missionar nach Albanien, wo die Katholiken nur zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. Pfarrer Marxen bekam zwei Pfarreien, Perlat ein abgelegenes, armes Bergdorf mit nur katholischen Einwohnern im Norden Albaniens. Ein kleiner Ort in der Nähe der Hafenstadt Durrës wurde Marxens zweite Pfarrei.

Im März 1946 kam es in Albanien zu einer Welle der Gewalt gegen die katholische Kirche. Am 11. März 1946 wurde Joseph Marxen von der Geheimpolizei verhaftet. Den Dorfältesten seiner Pfarreien gelang es jedoch, ihn wieder frei zu bekommen. Nach wenigen Wochen wurde er erneut verhaftet. Den gewaltsamen Tod fand er am 16. November 1946 in einem Wald bei Tirana.