Ortsrat Hoof fasst Beschluss gegen Rallyeveranstaltungen

Ortsrat : Hoof will Rallye-Autos künftig ausbremsen

In einer Sitzung forderten die Ortsratsmitglieder erneut, dass der St. Wendeler Stadtteil in Sachen Motorsport entlastet wird.

Zu viel Rallyesport auf der Gemarkung im Ostertaldorf, findet der Hoofer Ortsrat. Im November haben die Ratsmitglieder den einstimmigen Beschluss gefasst, dass der St. Wendeler Stadtteil in den nächsten drei bis fünf Jahren von Rallyeveranstaltungen verschont bleiben soll. Das Abkommen ist in der jüngsten Sitzung noch einmal verstärkt worden. Laut Ortsvorsteher Gernot Müller (SPD) sei Hoof der von Rallyeveranstaltungen am meisten belastete Stadtteil. Bei der ADAC-Rallye Saarland-Pfalz und der regionalen Sekundenjagd Kohle & Stahl war in den vergangenen Jahren die Wertungsprüfung (WP) Haupersweiler-Hoof ein Bestandteil des Programms. Zudem wird Hoof bei der Rallye Deutschland von der WP Bosenberg tangiert. „Wir sind keineswegs gegen eine Rallye, sondern seit 30 Jahren ein rallyefreundliches Dorf, aber das muss neu bewertet werden“, sagt Müller. Denn nach drei Jahrzehnten sei es an der Zeit, sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

„Gesellschaftlich hat sich auf dem Gebiet der Sonderprüfung viel verändert“, stellt der Orts-Chef fest. Eine Eselranch, die Trekkingtouren anbietet, habe sich 2017 im Dorf angesiedelt, und direkt neben der Rennpiste werde Pferde- und Schafzucht betrieben. Sämtliche Behörden, so Müller weiter, würden im Vorfeld einer Rallye abgefragt, nur die Menschen im Dorf nicht. „Der Ort und die einheimischen Vereine haben seit Jahren von den Veranstaltungen schon nichts mehr“, klagt Müller. Des Weiteren kritisiert er die schleppende Regulierung von Wegeschäden im Anschluss an die Rallyes Saarland-Pfalz sowie Kohle & Stahl. „Die Beseitigung dauerte schon einmal länger als ein halbes Jahr“, berichtet er. Allerdings treffe das Manko nicht auf die Rallye Deutschland zu. „Da kommt der Veranstalter seiner Verpflichtung nach“, betont der Ortsvorsteher.

Als Kompromiss haben sich die Kommunalpolitiker bei ihrer Entscheidung noch ein Hintertürchen offen gehalten. „Die Rallye Deutschland kann bleiben, weil sie für St. Wendel wichtig ist“, begründet Müller. Das kritisiert ein Bürger im öffentlichen Teil der Ortsratssitzung. „Der Tierschutz gilt auch für einen Weltmeisterschaftslauf, da sollte man konsequent sein, um glaubwürdig zu bleiben. Nur den WM-Lauf auszuklammern, ist nicht konsequent“, kann sich der Bürger mit dem Kompromiss nicht anfreunden.

Orts-Chef Müller weiß auch, dass sich die Winterpause für die Rallyepiloten demnächst dem Ende entgegen neigt. Am 8. und 9. März steigt die Saarland-Pfalz-Rallye, der erste Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft 2019, rund um St. Wendel. „Die Planungen für die Veranstaltung sind schon weit gediehen, und es ist dann schon schwer in zwei Monaten eine Ausweichstrecke zu finden. Deshalb würden wir der Veranstaltung zustimmen“, sagt Müller. Und eine Etappe führt wieder über die Gemarkung Hoof.

„Die WP Haupersweiler-Hoof ist genehmigt und wird bei der Saarland-Pfalz-Rallye gefahren“, teilt Günter Jung, Abteilungsleiter Motorsport beim ADAC-Saarland, auf SZ-Anfrage mit. Hingegen, so Jung weiter, falle das Teilstück in diesem Jahr bei der Veranstaltung Kohle & Stahl flach. „2019 ist nur eine WP in Hoof, und wir wollen auf die Anlieger Rücksicht nehmen und reduzieren“, sagt Jung.

In Zukunft, das hat Jung dem Hoofer Ortsvorsteher telefonisch übermittelt, könne er sich vorstellen, dass 2020 und 2021 im Ostertaldorf keine Rallyeveranstaltung stattfinden werde. Für den Ortsrat sei wichtig, so Müller, den Einstieg in die Reduzierung gefunden zu haben. Allerdings wissen die Räte genau, dass der gefasste Beschluss nicht bindend ist. „Wir sind Bittsteller, um für die Bürger und den Naturschutz das bestmöglichste rauszuholen“, meint der stellvertretende Orts-Chef Ralf Cloß (SPD).

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