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Neues Drehleiterfahrzeug für die Feuerwehr in St. Wendel

Neues Fahrzeug : Viele Vorteile für die Feuerwehr im Ernstfall

Der Löschbezirk St. Wendel-Kernstadt hat nun ein neues Drehleiter-Fahrzeug. Die Anschaffungskosten betragen 716 000 Euro.

30 Meter ragt sie in die Höhe – der Löschbezirk Kernstadt St. Wendel rückt demnächst mit einer neuen Drehleiter aus. Insgesamt 716 000 Euro betragen die Anschaffungskosten für das Hightech-Einsatzgerät. Beim Tag der offenen Tür ist das moderne Fahrzeug offiziell übergeben und vorgestellt worden. Ein paar Meter davon entfernt steht das Vorgängermodell, für das nach einer Dienstzeit von 30 Jahren eine saftige Reparaturrechnung fällig gewesen wäre. „Eine komplette Revision hätte zwischen 60 000 und 70 000 Euro gekostet“, sagt Stadtwehrführer Rüdiger Cullmann. Mit der Rechnung sind er und Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer bei Landrat Udo Recktenwald (CDU) und dem St. Wendeler Bürgermeister Peter Klär (CDU) vorstellig geworden. Und nun ist die Bescherung für die Brandschützer erfolgt.

Das neue Drehleiter-Fahrzeug (DLK 23/12) darf getrost als Fahrzeug der Superlative bezeichnet werden. „Es gibt ja immer neue technische Entwicklungen. Mit der Drehleiter sind wir auf dem neuesten Stand“, freut sich Kernstadt-Löschbezirksführer Jochen Willmann. Im Einsatzfall bringe die Drehleiter viele Vorteile gegenüber dem alten Fahrzeug. Beispielsweise bei einer Menschenrettung können mit dem barrierefreien Korb gleichzeitig fünf statt zuvor zwei Personen gerettet werden. „Durch die Knicktechnik können wir in engen Bereichen mit einem Abstand von 5,60 Meter am Objekt anleitern, vorher haben wir neun Meter gebraucht“, erklärt Willmann. Und dank der abknickbaren Leiterspitze gelangen die Feuerwehrleute zudem in schwer zugängliche Bereiche. Im zweiten Rettungsweg werde die Drehleiter dazu eingesetzt, um Menschen aus hohen Gebäuden ab dem dritten Stock zu retten. Viel Zeit spare im Einsatz auch die Memory-Funktion des mit Sensortechnik ausgestatteten Bordcomputers: Sie zeichnet die Drehleiter-Bewegung auf und kann sie beliebig oft exakt wiederholen. „Bei einem Dachstuhlbrand fahren wir den ersten Alarm mit“, sagt der Löschbezirksführer. Seien dann die Treppenhäuser eng, würde die Drehleiter bis an die Dachgaube herangefahren, damit die Personen aus dem Fenster gerettet werden können, konstruiert Willmann ein mögliches Einsatzszenario. Wenn bei einem Sturm Dachabdeckungen drohen, in den Verkehrsraum hinabzustürzen, wird der Löschbezirk mit der Drehleiter unterstützende Rettungsdienste leisten.

Das Fahrzeug hat 300 PS, wiegt 16 Tonnen und ist mit einem Maschinisten, dem Truppführer und Truppmann besetzt. „Momentan schulen wir die Kameraden und weisen sie am neuen Fahrzeug ein. Voraussichtlich im Juli werden wir dann damit ausrücken“, blickt Cullmann voraus. Und was wird aus dem Vorgänger? „Für das Fahrzeug wird ein Gutachten erstellt, es soll anschließend verkauft werden“, teilt er mit.

Am Tag der offenen Tür sind nicht nur die Kameraden vom Löschbezirk aus dem Häuschen, hunderte Besucher waren in den sonnenüberfluteten Innenhof des Feuerwehrgerätehauses am St. Floriansweg geströmt. Es herrscht Volksfeststimmung: die Band Einfach ja musiziert, Magic Pete zaubert und die Kinder toben auf der Hüpfburg oder flitzen mit dem Bobbycar.