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Neuer "Ölofen" für Bäckerei Gilles

Neuer "Ölofen" für Bäckerei Gilles

Bliesen. Mühsam hebt ein riesiger Kran tonnenschwere Metallteile von einem Sattelschlepper. Vorsichtig manövriert der Kranfahrer sie auf eine Verladerampe, von der sie auf Rollen in eine Fabrik geschoben werden. Was dem alltäglichen Szenario eines Metallbauunternehmens gleicht, dient jedoch dem Zweck, die Region morgens mit frischen Brötchen zu versorgen

Bliesen. Mühsam hebt ein riesiger Kran tonnenschwere Metallteile von einem Sattelschlepper. Vorsichtig manövriert der Kranfahrer sie auf eine Verladerampe, von der sie auf Rollen in eine Fabrik geschoben werden. Was dem alltäglichen Szenario eines Metallbauunternehmens gleicht, dient jedoch dem Zweck, die Region morgens mit frischen Brötchen zu versorgen. Die Bäckerei Gillen bekommt einen neuen Backofen. "15 Tonnen hat das gute Stück und musste in Einzelteilen geliefert werden", erklärt Berthold Gillen. Mit seiner Frau Andrea, seinem Sohn Marco und dessen Frau Monika führt er seit Jahren die Familientradition seines Vaters fort. In den fünfziger Jahre eröffnete dieser eine kleine Bäckerei in Bliesen. Mittlerweile existieren 58 Filialen, verteilt auf das Saarland und Rheinland-Pfalz. Pro Tag verlassen rund 50 000 Brötchen und mehr als acht Tonnen Brot das große Backhaus im Gewerbegebiet Hungerthal in Bliesen. "Und die Nachfrage nach unseren Produkten steigt weiter", sagt der Bäcker. "Deshalb musste ein neuer Ofen her." Dieser wurde von der Firma Heuft aus Bell in der Eifel entwickelt, und nach Bliesen geliefert. Es handelt sich dabei um das Pilotmodell eines Thermo-Öl-Etagenofens. Laut Gillen besonders umweltfreundlich, da die austretende Wärme in Form von Rauch, Gas und Dampf zurückgewonnen und wiederverwertet werde. "Das Öl, mit dem gebacken wird, verbrennt nicht, sondern wird nur bis zu einem gewissen Grad erhitzt", fügt er hinzu. "Und zum Erhitzen des Öls wird ausschließlich Holz verbrannt."Doch bis der Ofen die ersten Brötchen ausspucken wird, dauert es noch ein wenig. Momentan wuseln rund zehn Männer um das freihängende, schwerste Stück des Ofens. Mitarbeiter der Firma Heuft, der Bäckerei Gillen sowie der Chef und sein Sohn packen mit an, um den Koloss in die richtige Richtung zu bewegen. Auch Josef Marx, der mit seinem Kran aushilft, muss millimetergenau arbeiten, bis das Ofenteil endlich sicher steht. "Wenn alle Teile verladen sind, dauert die Montage des Ofens noch zirka drei Wochen", sagt Gillen abschließend. "Dann kann auch dieser neue Ofen frische Brötchen backen."