Neuer Globus: Landesgrüne fordern Aus für Pläne

Globus-Ansiedlung : Neuer Globus: Landesgrüne fordern Aus für Pläne

Außerparlamentarische Opposition befürchtet Millionenstrafe vom Bund, wenn Neunkircher Projekt nicht gestoppt wird.

Einen neuen Globus-Großmarkt in Neunkirchen/Saar? Die außerparlamentarischen Grünen im Saarland sind strikt dagegen. Der Umweltschutz habe Vorrang. So fordert die Landesvorsitzende Tina Schöpfer: „Die Landesregierung muss Neunkircher Globus-Pläne […]stoppen.“

Denn die Pläne, ein Globus-Warenhauses auf der Fläche Betzenhölle im Naturschutzgroßvorhaben Landschaft der Industriekultur Nord (LIK Nord) liefen dem Schutzgedanken zuwider. Dabei fühlt sich die Partei, die während der Landtagswahl im März den Wiedereinzug ins Saar-Parlament verpasste, vom Umweltbundesministerium bestätigt. Dieses habe für den 1. Juni eine Abteilungsleiterin des saarländischen Umweltministeriums und Vertreter des Naturschutzzweckverbandes LIK Nord zum Rapport geladen. Der Bund beobachte nach Schöpfers Angaben „mit großer Sorge, dass die Mehrheit der Zweckverbands-Mitglieder offenbar nicht mehr zu den mit dem Naturschutzgroßprojekt verfolgten Zielen steht“.

Die Grünen befürchten sogar Schadenersatzforderungen in Millionen. Grund laut Schöpfer: mutmaßlicher Vertragsbruch. 13 Millionen Förderzuschuss habe die Stadt Neunkirchen und LIK Nord vom Bundesamts für Naturschutz erhalten. Darin sei aber kein Flächentausch vorgesehen, wie die beiden saarländischen Vertragspartner es vorsehen, um den Globus-Bau zu ermöglichen.

Aber auch wenn das alles nicht zähle, drohe ein Kaufkraftverlust in der Innenstadt und umliegenden Gemeinden. „Letztlich würde deren Existenz gefährdet“, prognostiziert die Grünen-Chefin. „Wir fordern die Landesregierung deshalb nochmals auf, die wirtschaftlichen Interessen einer Warenhauskette nicht über den Naturschutz und die Interessen des innerstädtischen sowie innerörtlichen Einzelhandels zu stellen.“

Der Streit um den geplanten Standort für einen weiteren Markt des St. Wendeler Unternehmen im Nachbarkreis schwelt schon länger. Auch Nachbargemeinden hatten ihr Veto bereits eingelegt – mit der Angst vor möglichen Gefahren für den eigenen Handel und das Gewerbe.

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