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Neue Großhalle: CDU freut sich, SPD mosert

Ersatz für Sporthalle am Stadion : Neue Großhalle: CDU freut sich, SPD mosert

CDU und Linke haben sich im St. Wendeler Stadtrat für den Bau einer neuen Sporthalle ausgesprochen, die 15,7 Millionen Euro kosten soll. Die SPD war dagegen. Ihr ist das Vorhaben zu groß.

In zwei wichtigen Punkten war sich der Stadtrat während der Diskussion zu einer neuen Sporthalle über alle Fraktionen hinweg einig: St. Wendel brauche eine moderne Halle für Schulen und Vereine. Und: Das Engagement der Familie Bruch, die zwei Millionen Euro zuschießt, verdiene großen Dank. Trotzdem stimmte die SPD-Fraktion während der Sitzung am Donnerstag gegen das Projekt. Sie hält das 15,7 Millionen Euro teure Vorhaben für überdimensioniert. Anders sehen dies die CDU-Mehrheit und die Linken: Sie gaben grünes Licht für die Pläne.

Zum Hintergrund: Als Ersatz für die in die Jahre gekommene Sporthalle am Stadion will die Stadtverwaltung einen Neubau einer Drei-Felder-Halle in unmittelbarer Nähe errichten, der sich auch für große Sportveranstaltungen eignet. Die Kosten dafür werden auf 15,7 Millionen Euro geschätzt. Fünf Millionen Euro davon gibt es als Bedarfszuweisung von der saarländischen Landesregierung, 3,1 Millionen Euro will der Landkreis St. Wendel beisteuern. Zwei Millionen Euro sind bei der Sportplanungskommission beantragt. Und: Die Globus-Familie Bruch unterstützt das Vorhaben mit zwei Millionen Euro. So muss die Stadt für das Projekt, das bis 2020/21 verwirklicht sein soll, 3,6 Millionen Euro aufbringen.

Das ist der SPD-Fraktion zu viel. "Kleiner und bescheidener wäre auch machbar", fasste der SPD-Fraktionsvorsitzende Torsten Lang seine Argumentation zusammen. Die SPD sei für eine top-funktionsfähige, moderne Sporthalle für den Schul- und Vereinssport. Sie sei aber dagegen, für eine neue Halle mit vielen Extras und großer Zuschauerkapazität 15,7 Millionen Euro auszugeben.

Trotz aller Unterstützung müsse St. Wendel einen millionenschweren Eigenanteil finanzieren. Die Kommunalaufsicht genehmige der Stadt bis 2012 allerdings nur eine jährliche Kreditaufnahme von 750 000 Euro für Investitionen. Damit sei die Investitionskraft der Stadt ausgeschöpft, so Lang: "Das Vorhaben wird der Stadt über Jahre finanziell den Hals zuhalten." Er befürchte, dass andere Projekte der Stadt leiden müssten, weil sonst fast nichts mehr investiert werden könne. Lang stellte unter anderem die Frage, ob ein Neubau notwendig sei, ob die Verwaltung untersucht habe, was eine Sanierung der bisherigen kosten würde.

Dem widersprachen CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Schunath und Bürgermeister Peter Klär (CDU). Sie gehen nicht davon aus, dass damit zu viel Geld gebunden wäre. "Durch die Zuschüsse ist dieses Projekt finanzierbar, und es lässt Spielraum für weitere Investitionen", unterstrich Schunath. Die 40 Jahre alte e Sporthalle zu sanieren, hielt der CDU-Sprecher nicht für sinnvoll. Die Funktionalität sei mit heutigen Standards nicht zu vergleichen. Mit dem Neubau werde die Stadt ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für den Vereins- und Schulsport gerecht.

"Diese Chance kommt nur einmal", sagte Bürgermeister Peter Klär. Und weiter: "Mein Ziel war es, die Belastung für den Haushalt so zu reduzieren, dass wir dieses Großprojekt stemmen können und nicht andere Investitionen hemmen." Das sei gelungen. Der Eigenanteil lasse sehr wohl Spielraum für weitere Vorhaben.

Torsten Lang und Peter Schunath würdigten jedoch explizit das Engagement der St. Wendeler Unternehmerfamilie Bruch. "Das verdient große Anerkennung", sagte Lang, "das schätzen wir sehr". Schunath: "Besondere Anerkennung geht an die Familie Bruch, die durch ihre private Spende das Projekt erst ermöglicht."

Zum Thema:

Das Konzept der neuen Sporthalle Geplant wird eine so genannte Drei-Felder-Halle, die 60 Meter lang, 50 Meter breit und neun Meter hoch sein soll. Diese soll für den Schul- und Vereinssport genutzt werden. So absolvieren zurzeit schon allein 40 Klassen weiterführender Schulen des Landkreises St. Wendel in der alten Halle ihr Training. Die Halle kann durch Trennvorhänge in drei separate Felder eingeteilt werden. Darüber hinaus soll das Gebäude so groß werden, dass dort auch Großsportveranstaltungen stattfinden können und bis zu 1300 Zuschauer Platz finden.