Neue Friedhofshalle für Niederkirchen

Neue Friedhofshalle für Niederkirchen

Alle 16 Friedhöfe in der Kreisstadt St. Wendel bleiben erhalten, in zehn Jahren will die Stadt aber über den Fortbestand der Friedhöfe in Marth und Saal neu entscheiden. Niederkirchen bekommt eine neue Friedhofshalle. Das sind die Eckpunkte des neuen Bestattungswesenkonzeptes, das der Stadtrat mit CDU-Mehrheit beschlossen hat.

Die Bestattungskultur hat sich deutlich gewandelt. Auch in der Kreisstadt St. Wendel . Urnengräber sind mittlerweile die Regel, Rasengräber immer stärker nachgefragt, auch wegen des deutlich geringeren Pflegeaufwandes für die Angehörigen. Der St. Wendeler Stadtrat hat sich Gedanken über die Zukunft des Bestattungswesens gemacht.

Zum Hintergrund: St. Wendel mit seinen 13 Gemeindebezirken unterhält 16 Friedhöfe und Friedhofshallen. Die Zahl der Friedhofshallen entspricht dem Stand der 70er- und 80er-Jahre, wobei St. Wendel damals noch gut 3000 Einwohner mehr hatte als heute. Die Hallen stammen alle, mit Ausnahme der Kernstadt, noch aus der Zeit vor der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974. Urnenbestattungen spielten in den 70er- und 80er-Jahren noch keine Rolle, 2006 lag ihr Anteil bei 27 Prozent, mittlerweile bei 70 Prozent. Mit steigender Tendenz.

Ebenso wächst die Nachfrage nach Rasengräbern. Auf dieser Basis hat die Stadtverwaltung das neue Konzept entwickelt. Darin enthalten ist ein Antrag der CDU-Fraktion, die sich Ende vergangenen Jahres während einer Tagung mit dem Thema beschäftigt hat.

Ein wichtiger Punkt im Konzept sind die Friedhofshallen. In Niederkirchen wird die jetzige abgerissen, eine neue gebaut. Ihre Kapazität soll für alle Dörfer des Gemeindebezirkes Niederkirchen ausreichen. Anstelle der Hallen in Marth und Saal wird es überdachte Flächen zur Aufbewahrung des Sarges oder der Urne am Tag der Bestattung geben. Zu diesen Funktionsbauten gehören auch jeweils eine Toilette und ein Abstellraum. Die restlichen Hallen werden nach und nach renoviert. Den Sanierungsstau beziffert die Stadt auf 1,2 Millionen Euro.

Ein eigenes Kapitel widmet sich der Situation in Niederkirchen. In dem Gemeindebezirk mit weniger als 2000 Einwohnern gibt es vier Friedhöfe . Eine Entscheidung über den Fortbestand der Friedhöfe in Marth und Saal soll in zehn Jahren überdacht werden, heißt es in dem Konzept. Dies würde bedeuten, dass wegen der bestehenden Ruhefristen ab diesem Zeitpunkt die Friedhöfe noch 30 Jahre bestehen bleiben und die ersten 15 Jahre auch noch Urnengräber möglich wären.

Vorgesehen ist auch eine neue Bestattungsform, die Baumbestattung. Diese soll nach dem beschlossenen Konzept zunächst nur auf dem Friedhof in der Kernstadt angeboten werden. Dabei werden bei Bäumen oder Baumgruppen Urnen beigesetzt. Auf einer Tafel können die Namen der Verstorbenen ausgewiesen werden.

Die CDU-Fraktion im Stadtrat sprach sich für das neue Konzept aus. Die Vorschläge der Fraktion seien in das Gesamtwerk eingeflossen, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Schunath. Intensiv habe man sich mit dem Thema befasst, bis zur Heizung in den Hallen, Toiletten, Beschallung, Kunstwerken und den Gebühren. Schunath: "Wichtig ist, es handelt sich um eine Konzeption, die in den nächsten Jahren fortgeschrieben wird."

In vielen Punkten habe man Einigkeit erzielt, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Torsten Lang. Es gebe aber auch Dissens. Für die SPD sei ein dauerhafter Erhalt aller Friedhöfe unverzichtbar. Lang sprach sich dagegen aus, in zehn Jahren noch einmal über den Fortbestand in Marth und Saal zu diskutieren. Er forderte auch, dass Baumbestattungen nicht nur auf die Kernstadt begrenzt bleiben. Für die Fraktionsgemeinschaft von Linken und Grünen sprach sich Werner Schmitt ebenfalls für den Erhalt aller Friedhöfe aus.

Daraufhin entspann sich eine Debatte, ohne dass ein Kompromiss gefunden wurde. So verabschiedete der Rat das Bestattungswesenkonzept unverändert mit der Mehrheit der CDU gegen das Votum von SPD und der grün-linken Fraktionsgemeinschaft.