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Narren stürmen das Landratsamt in St. Wendel

Entmachtet : St. Wendels Landrat lässt sich von jungen Narren in Ketten legen

Erfolgreich stürmen die Fastnachter am Fetten Donnerstag das Landratsamt.

Kraft- und saftlos wirkte die Obrigkeit in der Kreisstadt am Morgen des Fetten Donnerstags. Das Rathaus schenkte den Sturm des Verwaltungsgebäudes kampflos ab und so wurde das Landratsamt von den Narren im Handumdrehen  eingenommen. Eine Abordnung der Coburger zerrte Landrat Udo Recktenwald (CDU) aus dem Büro und legte ihn in Ketten.

Im Foyer wurde dem Verwaltungsmenschen vom Ochsitorium dann der Schauprozess gemacht. Die Anklagepunkte waren heftig. Im eigenen Hause habe er den Schutz der Daten vernachlässigt, so der Staatsanwalt. Und der klagte weiter an, dass der Landrat den Neubau einer Zentralverwaltung (Kreis-Campus) im Stadtpark plane. Ein Whistleblower (übersetzt: Hinweisgeber) aus der Stadtgärtnerei hat dies ausgeplaudert. Recktenwald gestand: „Der neue Campus bricht alle Rekorde, das ist ein Fakt, finanziert wird er über den Kommunalpakt“. Und das ist noch nicht alles. „Auch eine neue musikalische Hymne muss her, wenn ich feierlich das Zepter schwinge, als König Udo von Recktenwald zu St. Wendel“, teilte er dem zahmen Gericht mit. Der mit Spannung erwartete Prozess erwies sich jedoch als leichte Brise im Wasserglas. Die hohe Justiz des Ochsitoriums fasste nach den Plädoyers den Entschluss, dennoch Landrat Recktenwald bis zum Aschermittwoch in Ketten zu lassen. Schlechter werde es während dieser Zeit der Kreisstadt und dem Landkreis unter der Regie des Kinderprinzenpaares Lea I. und Matthias I. wohl nicht ergehen.