Nach der Fast-Pleite: Neue Mitarbeiter

St Wendel · Ende 2013 befürchteten Mitarbeiter der Stiftung Hospital wegen drohender Insolvenz noch Entlassungen. Jetzt kündigt Kuratoriumsvorsitzender Klaus Bouillon neue Stellen an. Der Arbeitgeber sei aus dem Gröbsten raus.

385 000 Euro Miese bei der Jugendhilfe, 1,5 Millionen seit 2008 aufgelaufene Schulden, drohende Insolvenz, um 50 Prozent gekürztes Weihnachtsgeld: Diese Meldungen sorgten Ende 2013 für Sorgen bei den rund 800 Mitarbeitern der Stiftung Hospital. Die 1455 gegründete Einrichtung mit Kinder-, Jugend-, Altenbetreuung war in Schieflage. Die Geschäftsführung zog die Notbremse, drosselte eilig Ausgaben, indem sie den Lohn bei Teilen der Belegschaft kürzte.

Mittlerweile sei alles wieder im Lot, versichert neun Monate danach Kuratoriumschef Klaus Bouillon . Die Kosten überstiegen nicht mehr die Einnahmen. Besser noch: Statt des drohenden Personalabbaus stellt die Stiftung Hospital wieder ein. So sei die Mitarbeiterzahl bei der Altenpflege seit der Krise von 515 (Stichtag 31. Dezember) auf aktuell 535 Beschäftigte gestiegen. Bouillon kündigt zudem an: "Wir werden zum 1. Oktober zusätzlich 18 Lehrlinge einstellen." Damit arbeiteten dann allein in diesem Bereich 40 Auszubildende.

So habe das Kuratorium das Ruder herumgerissen. "Wir haben neun Monate hart gearbeitet und umstrukturiert", sagt Bouillon , ohne aktuell auf Details einzugehen. Bereits im Vorfeld war bekannt geworden, dass es insbesondere in der Führungsetage zu erheblichen Veränderungen gekommen war. In diesem Zusammenhang musste auch der langjährige Hospitaldirektor Karl Kasper seinen Hut nehmen. Er hatte im November die Gehaltseinschnitte verkündet. Er begründete damals die Fehlentwicklung seines Unternehmens mit den Tarifabschlüssen. Diese seien schneller gestiegen, als laut Kasper die Vergütungen für die Leistungen der Stiftung angepasst wurden.

Später wurde öffentlich, dass auch interne Strukturen zu der finanziellen Schieflage geführt haben sollen. Kurz nach Bekanntwerden der dramatischen Situation kündigte Bouillon strukturelle Reformen an. Zu dem Zeitpunkt schloss er Entlassungen aus, rechnete gleichzeitig nicht damit, freiwerdende Stellen wiederzubesetzen.

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