Nach Berlin zum Zukunftsdialog Handwerk

St Wendel · An diesem Dienstag, 19. Mai, trifft der St. Wendeler Helmut Zimmer im Bundestag in Berlin Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zum Zukunftsdialog Handwerk. Ziel ist, so der Vorsitzende des saarländischen Handwerkerforums, die Erarbeitung eines Masterplans, der die Handwerkspolitik der nächsten Jahre prägen soll.

Während der internationalen Handwerkermesse in München ist vereinbart worden, dass ein Zukunftsdialog zwischen dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geführt wird. Zu dem Branchendialog trifft sich der Vorsitzende des saarländischen Handwerkerforums, Helmut Zimmer aus St. Wendel , an diesem Dienstag im Bundestag mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD ). "Der Tag ist für das Handwerk freigeschaufelt", sagt der 50-Jährige. Im Vorfeld wurde ein Masterplan mit zehn Punkten erarbeitet, den Zimmer dem Minister vorstellt und mit ihm darüber diskutiert. "Mein Part ist es, mich unter anderem für die Übertragung des Ausbildungssystems der einzelnen EU-Länder einzusetzen", erklärt Zimmer, der zudem im EU-Parlament der Unternehmer sitzt. Auch für das duale Ausbildungssystem in Deutschland müsse etwas getan werden, so Zimmer. "Denn wenn die Franzosen so weitermachen, sind die bald besser als wir", woran er den Nachbesserungsbedarf festmacht. Wichtig ist für ihn, dass die Konkurrenzfähigkeit der Betriebe erhalten bleibt. "Wir zahlen den gesetzlich vereinbarten Mindestlohn , aber durch die offenen Grenzen kommen Firmen mit Billigarbeitern auf den deutschen Arbeitsmarkt, die auf einem ganz anderen Niveau arbeiten", so Zimmer. Deshalb will er im Gespräch mit dem Wirtschaftsminister fordern, dass der Mindestlohn auch für die Firmen aus anderen EU-Ländern gelten müsse, wenn sie in Deutschland arbeiten. "Sonst wird es für die Unternehmer fast völlig uninteressant überhaupt ein Angebot abzugeben", macht sich Zimmer für die Chancengleichheit stark. Der Erhalt des Meisterbriefs solle aus seiner Sicht Zugangsvoraussetzung sein, damit überhaupt ein Unternehmen eröffnet werden kann. Des Weiteren will er die Ausbildung im Handwerk ansprechen und seine Unternehmensphilosophie auf deutsche Firmen und auf EU-Ebene übertragen.